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Seite: Fragen + Glauben  >  Durch das Jahr  >  Gründonnerstag: Beginn der heiligen drei Tage
11.02.2012
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Fußwaschung
Jesus hat seinen Jüngern beim Abendmahl die Füße gewaschen.

Gründonnerstag:

Beginn der "heiligen drei Tage"

Bistum. Mit dem Abendmahlsgottesdienst am Abend des Gründonnerstags beginnt in der katholischen Kirche die Feier der "drei österlichen Tage vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung des Herrn". Diese Tage sind das Herzstück des Kirchenjahres, an denen die Christen den Kern ihres Glaubens feiern.

Weil nach antiker und biblischer Vorstellung der neue Tag mit dem Vorabend beginnt, zählt der Gründonnerstagabend mit zu den drei österlichen Tagen. "Lange Zeit war in der Geschichte der Kirche die Feier dieser drei Tage, dieses Triduum, auf den Tod Jesu konzentriert", erläutert der münstersche Liturgiewissenschaftler Professor Klemens Richter.

Das Ostergeheimnis sei früher nur am Sonntag gefeiert worden. "Karfreitag und Osternacht sind die zwei Seiten einer Medaille: ohne Tod keine Auferstehung, der Tod ist nur der Durchgang zur Herrlichkeit", verdeutlicht Richter. Daher seien die "heiligen drei Tage in Wirklichkeit nur ein einziger Tag", wie es das Schott-Meßbuch ausgedrückt habe.

Fußwaschung

Die Fußwaschung, die Jesus an seinen Jüngern vollzog, die Einsetzung des Abendmahls, das Gebet Jesu am Ölberg und schließlich die Auslieferung Jesu an seine Verfolger sind Hauptmotive der Feier am Abend des Gründonnerstages. Eine äußere Besonderheit dieser Messe ist, dass zum Gloria die Glocken und Altarschellen läuteten und dann bis zur Osternachtsfeier schwiegen. An ihre Stelle treten hölzerne Klanginstrumente (Klappern).

Nach dem Schlussgebet werden die für die Karfreitagsliturgie verwandelten Hostien zu einem Nebenaltar oder einer Seitenkapelle getragen; der Altarschmuck wird entfernt als Zeichen der Trauer. In vielen Gemeinden gedenken in einer anschließenden Anbetung oder in Ölbergandachten die Gläubigen des Geschehens im Garten Getsemani, in dem Jesus vor seinem Leiden betete und von Judas an die Gerichtsdiener des Hohenpriesters ausgeliefert wurde.

Greinen

Der Name des Gründonnerstages leitet sich vom Mittelhochdeutschen "Greinen" ab, da früher in der alten Kirche an diesem Tag die öffentlichen Büßer wieder in die volle kirchliche Gemeinschaft aufgenommen wurden.

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Text: Norbert Göckener | Foto: Archiv
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