Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Fragen + Glauben  >  Durch das Jahr  >  Fastenzeit: Bedenke Mensch, dass du Staub bist
10.02.2012
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Fastenzeit
Das Fasten ist Teil der Vorbereitung auf die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

Fastenzeit:

"Bedenke Mensch, dass du Staub bist"

Bistum. Fasten ist in! Frauenzeitschriften überbieten sich mit Erfolgsversprechen und preisen ihre Abmagerungskuren an: Alles "super easy", natürlich lecker und stark gewichtsmindernd - zumindest für 14 Tage. Doch das Fasten ist keine Erfindung figurbetonter Supermodels und ihrer publizistischen Verehrer in Boulevard- und Regenbogenpresse.

Die großen Weltreligionen praktizieren den freiwilligen Verzicht auf Nahrung - die Juden ebenso wie die Muslime, deren Ramadan auch in Deutschland bekannt ist. Sehr alt ist auch der Brauch eines Trauerfastens vor dem christlichen Osterfest: Seit dem 2. Jahrhundert ist dies in der Kirche Praxis.

Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 kannte bereits die 40-tägige Vorbereitungszeit vor dem Fest der Auferweckung Jesu von den Toten. Vorbild hierfür war Jesus selbst, der 40 Tage nach der Taufe im Jordan auf Nahrung verzichtete, wie die Evangelisten Matthäus und Lukas berichten.

Sonntag ist fastenfrei

Ursprünglich begann die Fastenzeit am sechsten Sonntag vor Ostern. Doch die alte Kirche konnte sich den Sonntag nur als Festtag vorstellen, an dem man schließlich auch nicht fastete. So wurde im 5. Jahrhundert die Zahl der wirklichen Fasttage auf 40 erhöht: Man zählte auch Karfreitag und -samstag hinzu und zog den Beginn auf den (Ascher-)Mittwoch vor dem 6. Sonntag vor Ostern.

Den Namen "Aschermittwoch" hat dieser Tag von der Praxis der öffentlichen Buße, wie sie die Kirche damals kannte: Danach mussten "Kapitalsünden", wie etwa Glaubensabfall, Mord oder Ehebruch, öffentlich gesühnt werden. Die Büßer legten ein Bußgewand an und wurden mit Asche, dem Zeichen der Vergänglichkeit, bestreut. Daraufhin trieb man die "Sünder" - in Analogie zur Vertreibung aus dem Paradies - aus der Kirche und nahm sie erst am Gründonnerstag wieder auf.

Im 10. Jahrhundert entfiel die öffentliche Kirchenbuße. Was blieb, war der Ritus der Aschenbestreuung. Seit dem 12. Jahrhundert wird dazu die Asche der im Vorjahr am Palmsonntag benutzten Palmzweige verwandt.

Zeichen für Vergänglichkeit

Die Bibel berichtet davon, dass Jesus 40 Tage gefastet hat - danach wurde er vom Teufel versucht.

Die Asche wird noch heute in Gottesdiensten in den Gemeinden des Bistums Münster gesegnet, anschließend den Gläubigen damit ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet mit den Worten: "Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zu Staub zurückkehren wirst." Dies wird noch heute als ein Zeichen für Vergänglichkeit, Trauer und Buße gesehen.

Als "strenge" Fasttage sind in der katholischen Kirche lediglich der Aschermittwoch und der Karfreitag als Todestag Jesu verblieben: Der Gläubige soll sich dann nur einmal am Tag satt essen und von Fleischspeisen absehen.

Das Fasten der alten Kirche in der Zeit vor Ostern war strenger. Es bestand darin, dass die Christen sich mit einer Mahlzeit meist am Abend begnügten sowie auf Wein und Fleisch verzichteten. Später enthielten sie sich auch der Milch, Butter und Eier. Motive für den Verzicht waren damals und sind auch heute die Taufvorbereitung sowie die Erinnerung daran.

Gestaltung ist variantenreich

Das letzte Konzil empfahl zudem eine größere Offenheit für biblische Texte, häufigeren Gottesdienstbesuch und die praktische Nächstenliebe. In vielen Pfarreien der Diözese werden zudem weitere Schwerpunkte gesetzt: "Fasten für den Frieden", "Solidaritätsfasten" oder Fasten zugunsten der "Dritten Welt" sind Beispiele dafür. Die Gestaltung der "österlichen Bußzeit" ist variantenreich: Kinder verzichten auf Süßigkeiten, Erwachsene auf Fernsehkonsum, wieder andere lassen öfter das Auto in der Garage. All dies als individuelle und zeitgemäße Zeichen des Verzichts in der Fastenzeit.

In der Gottesdienstgestaltung der katholischen Kirche findet der Bußcharakter ebenfalls seinen Ausdruck: Es fehlen die feierlichen Gesänge des Gloria und des Halleluja. Priester (und oft auch Messdiener) tragen violette Gewänder als Zeichen für Buße und Umkehr. Die Kirchräume sind in der Fastenzeit ebenfalls spärlicher oder gar nicht geschmückt.

Zwei Wochen vor Ostern werden sogar die Kreuze verhüllt als eine Art "Fasten des Auges", um am Karfreitag neu gesehen, den Blick auf die Mitte des christlichen Glaubens zu öffnen: die Feier von Tod und Auferstehung Jesu.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Durch das Jahr
  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche von A bis Z: Aschermittwoch
  2. Öffnet internen Link im aktuellen Fenster Kirche von A bis Z: Fastenzeit
  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDurch das Jahr: Österliche Bußzeit
  4. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Fasten- und Osterzeit

Text: Norbert Göckener | Fotos: Michael Bönte, Archiv
März 2003

Heiligenlexikon

26. Februar: Seliger Adalbert und Seliger Ottokar von Tegernsee.

Kirche von A bis Z

Vergänglichkeit allen Lebens: "Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staube zurückkehrst."

Fastenzeit

"Bedenke Mensch, dass du Staub bist".

Mit der Bibel leben

Psalm 1: Die beiden Wege

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat Februar: Klarissen-Kloster in Kevelaer.

Geistlicher Impuls

Das fünfte Evangelium: Erfahrungen im Heiligen Land.

Glaubens-ABC

Engel: Gottes Bote.

Reden über Gott und Welt

Am Mittwoch (15.02.2012) ist aus organisatorischen Gründen kein Gesprächspartner aus dem Haus der Seelsorge im Chat.

Dossier Familie

Bei allen Schwierigkeiten der heutigen Zeit: Ehe und Familie sind keine Auslaufmodelle. Kirche macht sich an vielen Stellen dafür stark, ihre Rahmenbedingungen zu verbessern.

Das aktuelle VIDEO...

Der Pastoralplan im VIDEO: Vertrauen schafft Vertrauen.

Impuls von Pater Kollig

Gottes Sehnsucht nach den Menschen (7): "Von Gott überzeugt."

Neues Seelsorgekonzept

Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.

Neue Kirche in Schillig

Es ist kein Zufall, dass in einer Zeit von Kirchenschließungen genau hier eine neue Kirche entstanden ist: Der Neubau von St. Marien in Schillig an der Nordseeküste.

Heiligenkalender

9. Februar: Selige Anna Katharina Emmerick.

Kirchenmusik-Tagung

Mit der Zukunft der Kirchenmusik beschäftigte sich eine Fachtagung für Organisten und Chorleiter aus dem ganzen Bistum.

Bibelarbeiten

Die Bibelarbeiten befassen sich mit Schriftstellen aus dem Alten und Neuen Testament und eignen sich für die Gemeindearbeit und für die persönliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift.

Altbischof Kamphaus 80 Jahre

Als "Widersacher Roms", als frommer oder gar einsamer "Rebell" hat sich Franz Kamphaus nie gefühlt.

Service für Sie

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web

Spruch des Tages

Einfalt und Unschuld, reines menschliches Gefühl für Dank und Liebe ist Quelle des Glaubens.
Johann Heinrich Pestalozzi

Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie

Seelsorger im Februar:
Diakon Werner Fusenig

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Werner Fusenig
  fusenigkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand