
- Böller und Raketen sollten früher böse Geister und Dämonen vertreiben.
Silvester
Besinnlicher Rückblick und freudiger Ausblick
Den Silvestertag nutzen viele Menschen für einen Rückblick auf das Erlebte der vergangenen 364 Tage und für einen Ausblick auf die Pläne des kommenden Jahres. So ist dieser Tag oft mit vielen Wünschen und Hoffnungen verbunden.
Zu den typischen Silvesterwünschen zählt beispielsweise der "gute Rutsch". Dies hat allerdings nichts mit Hinüberrutschen zu tun, sondern leitet sich vom hebräischen Wort "rosch", das "Anfang" bedeutet, ab. Ebenso ist das beim Anstoßen gebräuchliche Wort "Prosit" ein Wunsch für das Kommende. Aus dem Lateinischen übersetzt heißt es "es möge nützen / gelingen".
Frommer Jahreswechsel
Während viele das neue Jahr mit Böllern und Raketen begrüßen, lädt die Kirche an vielen Orten dazu ein, den Jahreswechsel besinnlich zu gestalten. So werden vielerorts in der Nacht Kirchen zum Gebet geöffnete oder Gottesdienste nach Mitternacht gefeiert. Ein feierliches Glockengeläut heißt dann häufig das neue Jahr willkommen.
Das Brauchtum der Böller und Raketen ist heidnischer Herkunft und sollte zu früheren Zeiten böse Geister und Dämonen austreiben. Heute ist es vielmehr ein Zeichen der Freude.
Benannt nach einem Papst
Auch (vermeintliche) Glücksbringer haben an Silvester ihren Platz. So werden oftmals Glückspfennige, vierblättrige Kleeblätter, Marzipanschweine oder Marienkäfer aufgestellt und verschenkt. Fast jeder Glücksbringer hat seine eigene Bedeutung: der Pfennig steht für Reichtum, der Klee für Hoffnung, das Schwein symbolisiert Fruchtbarkeit und Wohlstand und der Marienkäfer ist ein Himmelsbote der Gottesmutter.
Benannt wurde der letzte Tag des Jahres nach dem heiligen Papst Silvester, der im vierten Jahrhundert lebte und am 31. Dezember 355 starb.
Neujahrsgebet des Pfarrers von St. Lamberti Münster
Weit bekannt ist ein humorvolles Gebet zu Neujahr, das dem münsterschen Prälaten und Ehrendomkapitular Hermann Kappen (1818-1901) zugeschrieben wird. Er war von 1869 bis 1901 Pfarrer an der münsterschen Stadt- und Marktkirche St. Lamberti. - Der Text des Neujahrsgebets:
Herr,
setze dem Überfluß Grenzen
- und lasse die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches Geld machen
- und auch das Geld keine falschen Leute.
Nimm den Ehefrauen das letzte Wort
- und erinnere die Männer an ihr erstes.
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
- und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamte, Geschäfts- und Arbeitsleute,die wohl tätig,
- aber nicht wohltätig sind.
Gib den Regierenden ein besseres Deutsch
- und den Deutschen eine bessere Regierung.
Herr,
sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen
- aber nicht sofort.
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Text: Petra Helmers, göc | Foto: Michael Bönte
12.05.2011
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