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Seite: Fragen + Glauben  >  Durch das Jahr  >  Christkönig: Ein Fest erinnert an einen erbitterten Streit
27.04.2017
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Christkönig
Das Christkönigsfest lenkt den Blick auf Jesus Christus, von dem die Christen glauben, dass er am Ende der Zeit als König wiederkommen wird.

Christkönig

Ein Fest erinnert an einen erbitterten Streit

Bistum. Die ersten Christen hatten es nicht leicht: Verfolgungen machten ihnen das Leben schwer. Gleichzeitig sollte die Einheit im Glauben erhalten bleiben, und das Glaubensbekenntnis musste wiederum durchdacht sein, um sich Fragen der heidnischen Umgebung zu stellen.

Intensiv rang man nach den Zeiten der Christenverfolgung um theologische Fragen: Was war denn nun der Mann aus Nazareth? War er Mensch? War er Gott? War er ein Zwischenwesen? Synoden und Konzilien beschäftigten sich damit.

Mit Vertretern der unterlegenen Ansicht wurde nicht zimperlich umgegangen - Exkommunikationen und Verbannungen waren die Strafen. An einen der heftigsten Streitigkeiten der jungen Kirche erinnert das Christkönigsfest, das die katholische Kirche am letzten Sonntag des Kirchenjahres feiert.

Das Konzil von Nizäa hatte im Jahr 325 die Gottheit Christi gegenüber der Lehre des Arius definiert. Dieser hatte um 320 die Ansicht verbreitet, Jesus Christus sei seinem göttlichen Vater nur untergeordnet und keineswegs wahrer Gott. Vielmehr sei er Gottes erstes und vollkommenstes Geschöpf, durch dessen Vermittlung die Welt vom Vater geschaffen wurde.

Griechisches Denken

Das Konzil von Nizäa bekannte 325 den Glauben an die Gottheit Jesu.

Arius sah den Sohn auf der Seite der anderen Kreaturen. Dies entsprach dem damaligen griechisch geprägten Denken, das sich einen stufenweisen Ab- und Aufstieg der Wesen von Gott her bzw. zu Gott hin vorstellen konnte, wie es etwa die griechischen Sagen beschreiben. Dies aber widersprach dem Glauben der Kirche.

Schärfster Gegner des "Irrlehrers" Arius war der heilige Athanasius, der spätere Bischof von Alexandrien. Er argumentierte so: Wenn Jesus nur ein zwar edles und hoch erhabenes Geschöpf war, dann habe er die Menschen nicht von der Macht der Sünde und des Todes befreien können. Dazu habe es Gottes selbst bedurft.

Das Konzil von Nizäa bekannte daher den Glauben an die Gottheit Jesu. Dieses Bekenntnis findet sich im so genannten Großen Glaubensbekenntnis, das alle Kirchen des Ostens und Westens miteinander verbindet und von Zeit zu Zeit in den Gottesdiensten gesprochen wird.

Darin heißt es: "Wir glauben an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater."

...wie Gott wirklich ist

Diese theologische Ansicht will verdeutlichen, dass sich in Jesus von Nazareth Gott geoffenbart hat; oder anders gesagt: In Jesus erkennen die Menschen, wie Gott ist. Negativ machte sich dieser theologische Streit im Lauf der Geschichte dadurch bemerkbar, dass die Gottheit Jesu überbetont und die Menschheit Jesu stark zurückgedrängt wurde.

Der Arianismus hielt sich noch über mehrere Jahrhunderte bei verschiedenen Germanenstämmen - so ist etwa die bekannte Wulfila-Bibel der Westgoten vom arianischen Bischof Wulfila übersetzt worden. Erst durch Kaiser Karl dem Großen gab es die klare Wendung zum Katholizismus.

Mit dem Christkönigsfest endet das katholische Kirchenjahr. Es lenkt den Blick auf Jesus Christus, von dem die Christen glauben, dass er am Ende der Zeit als König wiederkommen wird und zu dem sich die Kirche unterwegs sieht.

Seit 1969 wird dieses Fest am Sonntag vor dem 1. Advent begangen; zuvor wurde es am letzten Oktobersonntag gefeiert. Papst Pius XI. führte das Christkönigsfest im Jahr 1925 ein in Erinnerung an das Konzil von Nizäa, das 1.600 Jahre zuvor (325) tagte.

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Text: Norbert Göckener | Foto: Michael Bönte, Öffnet externen Link in neuem FensterKNA
Februar 2009

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