
- Darstellung der Himmelfahrt Christi im Marienwallfahrtsort Lourdes.
Christi Himmelfahrt
Geborgenheit bei Gott finden
An Ostern ist Jesus von den Toten auferstanden. Die Evangelien berichten davon, dass der auferstandene Christus seinen Jüngern an verschiedenen Orten erscheint: am Grab, auf dem Weg nach Emmaus oder beim gemeinsamen Mahl. Alle Evangelisten wissen davon zu berichten. 40 Tage nach Ostern wird die Himmelfahrt Jesu geschildert.
Die Himmelfahrt Christi wird jedoch nur in wenigen Sätzen erwähnt: Im Markusevangelium wird geschrieben, dass Jesus in den Himmel aufgenommen wird und sich zur Rechten des Vaters setzt (Mk 16,19). Lukas dagegen beschreibt die Himmelfahrt in der von ihm verfassten Apostelgeschichte etwas bildhafter: Jesus wird emporgehoben und von einer Wolke aufgenommen (Apg 1,8-12). Auch in seinem Evangelium findet sie Erwähnung (Lk 24,51-52).
Nähe zu Gott
Als Fest ist Christi Himmelfahrt seit dem Jahr 370 belegt. Theologisch weist es noch einmal darauf hin, dass Jesus nicht nur ganz Mensch geworden ist, sondern ebenso ganz Gott ist. Er wird nach der Auferstehung zur Rechten des Vaters gehoben und besteigt damit seinen Thron im Himmel. Seine Nähe zum Vater bedeutet nach der Lehre der Kirche auch für die Gläubigen eine Heimat und Geborgenheit bei Gott. Mit der Himmelfahrt ist der Tod Jesu am Kreuz endgültig überwunden. Für die Gläubigen ist es also eine Perspektive über den Tod hinaus.
Das Messbuch erinnert an diesem Tag daran, dass Christus trotz der Himmelfahrt nicht abwesend ist. Zwar sehen die Jünger ihn nicht mehr, jedoch bleibt er auf eine andere Weise bei ihnen und auch in der Kirche. Das verspricht er ihnen nach der Auferstehung: "Seht, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt" (Mt 28,20).
Auftrag
Zugleich gibt er seinen Jüngern einen Sendungsauftrag, der bis heute für die Christen gilt: "Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe." (Mt 28,19-20) Auch die Apostelgeschichte kennt diese Mission: "Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde." (Apg 1,8).
Auch wenn die Bibel nur in wenigen Sätzen davon berichtet, sind die Himmelfahrt und der damit verbundene Sendungsauftrag für die Kirche ein wichtiges Ereignis. Die Jünger und die Gläubigen heute werden in die Verantwortung genommen.
Brauchtum
Mit dem Fest sind Bräuche verbunden: In einigen Regionen ist es üblich, am Fest Christ Himmelfahrt eine Figur des auferstandenen Christus aus dem Chorraum in das Kirchengewölbe hochzuziehen. Früher wurde an diesem Fest die Osterkerze gelöscht, da Christus nun nicht mehr leibhaftig unter den Jüngern ist. In ländlich geprägten Regionen werden drei Tage vor Christ Himmelfahrt die Bitttage gefeiert.
Für viele Menschen ist der Himmelfahrtstag vor allem der "Vatertag". "Aber auch dieser wurzelt vielleicht zum Teil in religiösem Brauchtum", meint zumindest der Brauchtum-Experten und Theologen Manfred Becker-Huberti. Flurumgänge am Himmelfahrtstag und Bittprozessionen, die an den Gang der elf Jünger zum Ölberg zum Zweck ihrer Aussendung (vgl. Mt 28,16f) erinnterten, seien schon seit alters her üblich gewesen.
"Im Mittelalter hatten sie oft den religiösen Sinn verloren und waren mancherorts zu quasireligiösen Touren verkommen bei denen der Alkohol eine erheblich größere Rolle spielte als das Weihwasser.", so Becker-Huberti. Aus diesen – von der Reformation geächteten und der katholischen Kirche bekämpften – Sauftouren haben sich im 19. Jahrhundert 'Herrenpartien' oder 'Schinkentouren' entwickelt, die später zum 'Vatertag' wurden.
Novene
Nach Christi Himmelfahrt wird in einigen Orten die Pfingstnovene als Neuntagegebet zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten gebetet. In dieser Andacht wird um das Kommen des Heiligen Geistes gebetet. Häufig wird von Gläubigen in dieser Novene auch um besondere persönliche Anliegen gebetet.
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Text: Petra Eßmann | Fotos: Michael Bönte, Archiv,
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