
- Weihbischof Josef Voß: "Die Menschen sind das Wichtigste."
Zitate von Weihbischof Josef Voß (+)
"Liebe ist nicht einklagbar"
Menschen in seiner Region:
"Die Menschen sind das Wichtigste. In der Region Recklinghausen sind es Menschen, die von einer langen Bergbautradition geprägt sind oder von den umfangreichen Erfahrungen in den Chemischen Werken Hüls. Menschen, die sich der Herausforderung des Umbruchs stellen. Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern, die in dieser Region arbeiten und eine Heimat haben. In der Region Coesfeld sind es Menschen, die vom Münsterland und seinen Traditionen geprägt sind. Sie fühlen sich eng mit den Orten der Geschichte des ersten Bischofs von Münster verbunden. Das Gemeinsame der Menschen beider Regionen ist der Weg in eine Zukunft, die sich vielfältig verändert."
Nördliches Ruhrgebiet:
Gebiet gehen offen miteinander um. Sie sprechen Probleme direkt an. Diese Region ist viel schöner, als viele Münsterländer das glauben. Ich fühle mich wohl dort. Es gibt dort Städte, die etwas aus sich gemacht haben. Und viele schöne Kirchen, mit zum Teil langer Geschichte. Mit gefällt die Vielseitigkeit von Schlössern, Heide, Wald und Wasser."
Zuwanderungsgesetz:
"Das ist längst überfällig. Es ist eine Chance, einen notwendigen Perspektivenwechsel zu schaffen. Zuwanderung muss gestaltet werden, auch begrenzt und notwendig mit Integration verbunden sein. Das ist aber nur möglich, wenn wir Migration als positiv und notwendig in unserer Welt akzeptieren. Wie müssen entdecken, dass Migration bei aller Herausforderung auch eine Bereicherung für unser Land bedeutet."
Nächstenliebe:
"…ist heute notwendiger, denn je. Wir sind zwar dankbar für die sozialen Systeme, die in unserem Land aufgebaut worden sind. Sie schaffen ein wichtiges Maß an Sicherheit. Sie funktionieren aber nur, wenn sie von der ganzen Bevölkerung aus der Haltung der Solidarität mitgetragen werden. Das ist nicht immer genügend gesichert. Was der Mensch auch lebensnotwendig braucht – Verständnis, Liebe, Zuwendung, Mitgefühl, Vertrauen, Freundschaft - lässt sich nicht verordnen; darauf hat man keinen Rechtsanspruch; das ist nicht einklagbar; das kann nicht bezahlt werden. Es kann nur aus der Freiheit des Herzens geschenkt und angenommen werden. Die Mitte dieser Haltung ist die selbstlose Nächstenliebe, die gründet in der Liebe Gottes zu den Menschen. Ich übersetze das gern so: Caritas ist… Gottes Sorge um die Menschen weiter tragen."
Weihbischof sein:
"Das ist die Aufgabe, die ich mit meinen Möglichkeiten zu erfüllen versuche. Ich habe mir diese Aufgabe nicht ausgesucht. Bei der Priesterweihe, habe ich dem Bischof versprochen, dass ich für dieses Amt zur Verfügung stehe. Der bischöfliche Dienst gehört notwendig zur Gestalt der Kirche. Ich stehe zu dieser Berufung. Ich habe in dieser Aufgabe mit sehr vielen und unterschiedlichen Menschen zu tun. Dafür bin ich dankbar. Meine apostolische Aufgabe als Weihbischof ist die Nachfolge Jesu. Ich erfahre natürlich, dass ich häufig dahinter zurückbleibe."
Gemeindekooperation:
"Aufgrund der vielfältigen und auch tief greifenden Umbrüche, sowohl in der Gesellschaft, als auch in der Kirche geht ein Weg an der Kooperation nicht vorbei. Ich bin den vielen Verantwortlichen in den Gemeinden dankbar, dass sie sich auf diesen Weg eingelassen haben. Wir sind in den vergangenen Jahren ein großes Stück dieses Weges gegangen. Die räumlichen Zuordnungen der Gemeinden in meiner Region sind zum größten Teil geklärt. Zusammenarbeit wächst, indem man zusammen arbeitet und Aufgaben gemeinsam meistert. Das versuchen wir jetzt. Und da geschieht auch schon sehr viel. Das erfordert oft ein Umdenken, das auch schmerzhaft sein kann. Das gehört zu unserer Lebenswirklichkeit."
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Text: mib | Foto: Michael Bönte
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