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28.06.2017
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Voß
Seit 1988 ist Josef Voß Weihbischof für die Regionen Coesfeld und Recklinghausen.

Weihbischof Josef Voß (+)

Gottes Sorge um die Menschen weitertragen

"Die Menschen sind das Wichtigste…" Weihbischof Dr. Josef Voß macht eine kleine Pause, mit der er dem Gesagten noch mehr Gewicht verleiht. Mit etwas Verzögerung formuliert er weitere Gedanken zu den Menschen in der Region Coesfeld-Recklinghausen. Wenige Worte reichen ihm kaum, um die 450.000 Katholiken in den 137 Gemeinden darzustellen. Zu unterschiedlich sind Traditionen, Mentalitäten und Ursprünge. "Ein Teil dieser Menschen ist geprägt von einer langen Bergbautradition, von der industriellen Geschichte – der andere kommt eher aus der landwirtschaftlichen Tradition." Das Ruhrgebiet im Süden und das Münsterland treffen sich in "seiner" Region. Clichés möchte er auf jeden Fall vermeiden. Starre Grenzen zwischen den einzelnen Gruppen gebe es eh nicht. "Aber die Dichte an Unterschieden ist hier schon sehr groß." Er hat aber auch viel ausgemacht, was eint: "In der pluralen, sich schnell weiter entwickelnden Gesellschaft kämpft der ländliche, wie auch der industrielle Bereich mit Strukturproblemen."

Die sozialen Probleme und Fragen der Zeit kennt Weihbischof Voß aus seinem Engagement für die Caritas: von 1973 bis 1988 war er zunächst Geistlicher Direktor, später Vorsitzender des Diözesancaritasverbandes. "Ich übersetze ,Caritas’ gern mit: Gottes Sorge um die Menschen weitertragen." Denn trotz aller sozialer Absicherung durch das gesellschaftliche System bleibe die solidarische Grundhaltung der Bevölkerung unumgänglich. "Was der Mensch lebensnotwendig braucht – Verständnis, Zuwendung, Mitgefühl, Vertrauen, Freundschaft, Liebe – lässt sich nicht verordnen oder bezahlen." - Nächstenliebe als tragende Mitte unseres Systems.

Die Nähe zum Nächsten pflegen

"Die Menschen sind das Wichtigste."

Liebe, für die es wichtig sei, die Nähe zum Nächsten zu pflegen, aufeinander zuzugehen. Auch bei der Vielfalt in seiner Region: "Bislang konnte ich mich überall relativ leicht einfinden, mit den unterschiedlichen Mentalitäten einlassen." Im ländllichen Raum war das klar, denn dort hat er seine Wurzeln. "In der letzten Gemeinden im südöstlichen Teil des Bistums." Auf einem "Kotten" in Langenberg-Benteler, rundum vom Erzbistum Paderborn umgeben. "In solchen Randlagen sind die Menschen dem Bistum immer besonders treu", schmunzelt er. Die wahren Gründe für sein Engagement in der Kirche findet er anderswo: "Das religiöse Leben gehört zum Alltag." Zum Alltag mit drei Brüder und vier Schwester, zu denen die Eltern nicht viele Worte über den Glauben machten, sondern ihn vorlebten. "Ohne Zwang und Druck, es ebenso zu machen. Mehr als Einladung – das hat uns geprägt." Wie die Begegnung mit seinem Onkel, einem Franziskanerbruder, als dieser in den 50er Jahren von seiner Missionsarbeit aus China zurückkehrte. "Seine Geschichten, seine Begeisterung für das Evangelium – er hat mir das Neue Testament in griechischer Sprache geschenkt."

Zwischen diesen Erfahrungen und seinem jetzigen Amt als Weihbischof liegt ein halbes Jahrhundert. 50 Jahre, in denen er die Liebe Gottes zu den Menschen weiter in die Mitte seines Lebens rückte. In dieser Liebe liege die Zukunftsperspektive der Menschen. "Der Mensch ist von Gott gewollt und geliebt, das ist eine ganz entscheidende Tatsache." Wenn bei den Problemen der heutigen Zeit Gott aus dem Blick gerate, sei der Mensch in Gefahr. Dazu gehöre auch, diese "umfassende Liebe Gottes" weiter zu tragen, zu allen Menschen. Auch zu denen, die krank, fremd, alt - eben besonders auf Hilfe angewiesen seien. Dem werde unsere Gesellschaft nicht immer gerecht. Solidarität mit denen, die am Rand stehen, stoße da oft an Grenzen. Auch er kennt diese Grenzen aus seiner eigenen Arbeit "Mein Ziel, das Leben in unserem Land mit zu gestalten, müsste ich in mancher Hinsicht noch nachdrücklicher verfolgen."

Hier zähle unter anderem auch der Kontakt zu Jugendlichen. Viele entscheidende Dinge müssten bei den Fragen dieser Lebensphase mit einfließen. Was macht das Leben aus? "Es gibt keinen endgültigen Sinn des Lebens an Gott vorbei!" Das wolle er den Jugendlichen vermitteln, weil es für den Rest des Lebens gelte: das Liebesangebot Gottes als Freundschaft zu sehen. "Eine Freundschaft, die alles gibt, die aber auch nach einer Antwort verlangt."

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  1. undefinedWeihbischof Josef Voß ist tot (16.12.2009)
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterLebenslauf: Weihbischof Josef Voß (+)

Text: Michael Bönte | Fotos: Michael Bönte
Januar 2009

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