
- Antonius-Statue in der Pestkapelle in Schöppingen-Gemen.
Der "Schwienetüns"
Heiliger Abt Antonius
Er galt als letzte Hoffnung von Pestopfern sowie als Patron der Haustiere und vor allem der Schweine, weshalb ihm gerade die ländliche Bevölkerung große Verehrung zuteil werden ließ: der heilige Abt Antonius "der Große". Er ist einer der "Lieblingsheiligen" im Bistum Münster: 37 Kirchen in der Diözese tragen seinen Namen, zahlreiche Denkmäler und Statuen sind ihm geweiht.
Im Münsterland haben ihm die Menschen sogar einen Spitznamen gegeben: "Schwienetüns". Sein Gedenktag ist am 17. Januar. Antonius wurde Mitte des dritten Jahrhunderts als Sohn reicher Eltern in Mittelägypten geboren. Mit 20 Jahren verschenkte er nach dem Tod der Eltern sein Erbe und zog sich als Einsiedler zurück. Schnell wurde er berühmt und zog viele Nachahmer an. In der Zeit der Verfolgung stärkte er seine Mitchristen. Antonius wurde in der Wüste zum gefragten Ratgeber; er korrespondierte mit Kaiser Konstantin und seinen Söhnen. Er soll 105 Jahre alt geworden sein.
Im Osten verbreitete sich seine Verehrung schnell und kam von dort ins Abendland. Seit weit mehr als 1.000 Jahren wird Antonius hierzulande verehrt, das älteste Zeugnis stammt aus dem Jahr 861: Bischof Liudbert von Münster schenkte dem Stift in Freckenhorst Reliquien des Abtes. Dargestellt wird er meist als greiser Abt mit Buch und Stab mit Schwein, Untieren oder Dämonen.
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Text: Norbert Göckener | Foto: Norbert Göckener
Januar 2003
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