
- Kolping gründete 1849 in Köln den Gesellenverein: Er und sieben weitere Handwerker wollten Berufsanfängern mit konkreter Hilfe im täglichen Leben, verbunden mit christlicher Unterweisung, eine solide Lebensgrundlage bieten.
Der Gründer der Gesellenvereine
Seliger Adolph Kolping
Adolph Kolping wurde am 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er das Schuhmacherhandwerk und zog als wandernder Schustergeselle durch die Lande, später arbeitete er in Kölner Werkstätten. In dieser Zeit lernte er die Not und die miserablen Lebensumstände der Handwerkergesellen kennen.
Zweiter Bildungsweg
Nach Jahren im Handwerk begann er als 23-Jähriger erneut eine Schulausbildung, machte das Abitur und studierte anschließend Theologie in Bonn und München. Auch während seiner ersten Kaplansstelle in Wuppertal-Elberfeld ließen ihn die Nöte der Handwerker nicht los.
Um sich ihrer Probleme anzunehmen, gründete er 1849 als Domvikar in Köln den Gesellenverein. Kolping und sieben weitere Handwerker wollten Berufsanfängern mit konkreter Hilfe im täglichen Leben, verbunden mit christlicher Unterweisung, eine solide Lebensgrundlage bieten. Er forderte auch die Gläubigen zur Mithilfe auf.
Das erste Gesellenhaus
So wuchs der Gesellenverein sehr rasch, und schon bald entstanden auch in anderen Städten Gesellenvereine. 1853 gründete er in Köln das erste Gesellenhaus, wo junge Handwerker preiswert wohnen konnten und auch Weiterbildungsmöglichkeiten fanden. Er bemühte sich selber um die Erwachsenenbildung und suchte geeignete Priester aus, die die Gesellenvereine betreuen sollten.
Zusätzlich nahm Kolping auch noch schriftstellerische Tätigkeiten auf. Er brachte die Broschüre "Der Gesellenverein" heraus, war lange Zeit Mitarbeiter am Katholischen Volkskalender, bevor er ab 1850 Schriftleiter des Rheinischen Kirchenblattes wurde. Später gab er die "Rheinischen Volksblätter für Haus, Familie und Handwerk" heraus, die durch die volksnahe Sprache eine breite Anerkennung in allen Schichten der Bevölkerung fanden.
Positive Kräfte im Menschen stärken
Sein Anliegen war es, durch seine Publikationen, die positiven Kräfte im Menschen zu stärken und den Glauben zu vertiefen. Dieser Aufgabe konnte er sich allerdings nur noch 15 Jahre lang widmen. Als er am 4. Dezember 1865 starb, hatten seine Vereine mehr als 25.000 Mitglieder und waren über ganz Europa und Nordamerika verbreitet. Er wurde in der Kölner Minoritenkirche beigesetzt. - Papst Johannes Paul II. sprach Kolping am 27. Oktober 1991 in Rom selig.
Gedenktag: 4. Dezember
Tagesgebet zum Gedenktag (Gotteslob Nr. 910):
Gott, unser Vater, du hast den seligen Adolph Kolping vom Handwerker zum Priester berufen, um durch ihn jungen Menschen in ihrer religiösen und sozialen Not zu helfen. Auf seine Fürsprache gib uns Einsicht in die Nöte unserer Zeit und schenke uns Kraft, sie zu überwinden. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.
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Text: Anselm Thissen | Foto: Archiv
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