
- Die Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt in Wesel-Ginderich.
Wallfahrtsort im Bistum Münster
Ginderich: Maria - Königin des Friedens
Aus Münster brachte Weihbischof Heinrich Janssen eine frohe Nachricht anlässlich der Segnung des Marienbildes mit: Bischof Reinhard Lettmann hatte Ginderich, dem vor 365 Jahren das Prozessionsrecht entzogen worden war, wieder offiziell in den Kreis der Wallfahrtsorte des Bistums aufgenommen.
Die Überraschung war gelungen. Denn mit dieser frohen Nachricht hatte zu diesem Zeitpunkt keiner gerechnet. Mit sichtlicher Freude verkündete der Regionalbischof die Nachricht, dass Ginderich wieder offiziell Wallfahrtsort des Bistums ist. "Die schriftliche Bestätigung wird nachgereicht", sagte er den Gindericher Gläubigen, die zur Segnung des berühmten Marienbildes in das sakrale Kleinod am Niederrhein gekommen waren. Noch am Vortag hatte er Bischof Lettmann von seinem Wunsch erzählt, und dieser hatte seine Zustimmung sofort gegeben.
Gnadenbild im Seitenschiff
Um die Pfarrkirche wieder zu sanieren, war ein neues Dach gedeckt und der Dachstuhl auf historische Weise restauriert worden, wobei die Substanz des Dachstuhls bei den Arbeiten erhalten werden konnte. Risse in den Wänden waren verpresst und der Kirchenraum neu gestrichen worden.
Auch die räumliche Aufteilung im Innern hatte sich verändert. So hatte das Gnadenbild, das vorher im hinteren Teil der Kirche gestanden hatte, nun im Seitenschiff einen neuen, würdigeren Platz gefunden. Der Seitenaltar steht jetzt im linken Kirchenschiff und der Taufstein im hinteren Teil des Gotteshauses.
Marienwallfahrt für das Jahr 1190 belegt
"Ich hoffe, dass diese Kirche nicht nur der Mittelpunkt der Gemeinde bleibt, sondern für jeden Einzelnen wieder mehr zum Mittelpunkt werden kann", sagte der Regionalbischof während seiner Predigt. "Die Restaurierung hebt die Bedeutung der Wallfahrtskirche hervor", sagte Heinz Jansen, stellvertretender Vorsitzende des Kirchenvorstands.
Die Gindericher Marienwallfahrt ist bereits für das Jahr 1190 belegt und damit die älteste Marienwallfahrt am Niederrhein. Der heutige Kirchenbau wurde in den Jahren 1280 bis 1330 errichtet und das heutige Gnadenbild ist aus dem Jahr 1320. Im Jahr 1524 wird die Wallfahrt durch Papst Clemens VII. in einer päpstlichen Bulle bestätigt.
Prozessionsverbot
Ihre überregionale Bedeutung verlor die Gindericher Wallfahrt 1640 durch das Prozessionsverbot des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Mit der Entscheidung von Bischof Reinhard Lettmann findet sie einen neuen Anfang.
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Text: Jürgen Kappel | Foto: Archiv
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