
- Den Abschluss der "Großen Prozession" bildet ein Gottesdienst auf dem münsterschen Domplatz.
Erinnerung an verheerende Katastrophen
Große Prozession in Münster
Es gibt nur wenige Prozessionen in Westfalen, die auf eine so lange, ungebrochene Tradition zurückblicken können wie die "Große Prozession" in Münster. Als im Jahr 1382 mehr als 8.000 Einwohner der "Metropolis Westphaliae" der Pest zum Opfer fielen und ein Jahr später bei einem verheerenden Brand hunderte von Häusern in Schutt und Asche sanken, fassten Bürgerschaft und Geistlichkeit den Entschluss, von nun an eine Buß- und Bittprozession zu halten, um Gott auf diesem Sühnegang um Schutz vor Unglück zu bitten.
Vom Bußgang zur triumphalen Sakramentsprozession
In der Barockzeit wandelte sich die "Große Prozession" in ihrem äußeren Erscheinungsbild vom Buß- und Bittgang in eine triumphale Sakramentsprozession mit festlichen Paramenten, Glockengeläut und Böllerschüssen. In der Zeit des Nationalsozialismus unter Bischof Clemens August Graf von Galen galt die Prozession mit nie zuvor und nie nachher erreichten Teilnehmerzahlen als überwältigende Demonstration der Katholiken Münsters für die Werte des christlichen Glaubens.
Ihre heutige schlichte Form mit einzelnen Stationsgottesdiensten in den Altstadtkirchen und einer abschließenden Eucharistiefeier auf dem Domplatz fand sie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Ursprünglich war die Prozession immer am Montag vor St. Margareta (13. Juli); zur 1200-Jahr-Feier Münsters wurde sie 1993 erstmals auf den Sonntag vorverlegt.
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Text: ks / Foto: Michael Bönte
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