
- Für viele Paare ist es nicht mehr selbstverständlich, die Ehe auch kirchlich zu schließen. Die deutschen Bischöfe ermutigen Mitarbeiter in der Trauungspastoral, die Bitte eines Brautpaares um kirchliche Trauung auch als Chance zur Vertiefung des Glaubens zu nutzen.
Heirat hat eine religiöse Dimension
Handreichung der deutschen Bischöfe
Unter dem Titel "Auf dem Weg zum Sakrament der Ehe - Überlegungen zur Trauungspastoral im Wandel" haben die deutschen Bischöfe eine Handreichung veröffentlicht. Sie trägt den veränderten Bedingungen in der kirchlichen Ehevorbereitung Rechnung. Die Bischöfe ermutigen haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Trauungspastoral, die Bitte eines Brautpaares um kirchliche Trauung als Chance zur Vertiefung des Glaubens, zur Vorbereitung auf die Ehe und zur Vermittlung des kirchlichen Eheverständnisses verstärkt zu nutzen.
Heute ist es für viele Paare nicht mehr selbstverständlich zu heiraten und noch weniger, die Ehe auch kirchlich zu schließen. In der bewussten Entscheidung zur kirchlichen Eheschließung drückt sich bei den meisten Paaren jedoch häufig eine Ahnung aus, dass in Liebe und Ehe eine Sehnsucht liegt, die den Horizont der menschlichen Beziehung übersteigt. Zugleich machen pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber auch die Erfahrung, dass manche Paare wenig Glaubenserfahrung haben, der Kirche entfremdet sind, das kirchliche Verständnis der Ehe nicht vollständig teilen und die Ehe nicht aus dem Glauben leben wollen.
Mut machen
Die Bischöfe machen in dieser Situation Mut, der Bitte um Trauung nicht abwehrend zu begegnen, sondern vielmehr mit dem Paar die in seiner Liebesgeschichte und in seiner Entscheidung zur Heirat enthaltene religiöse Dimension zu erschließen und mit dem Glauben in Verbindung zu bringen. Dabei geht es nicht um "alles oder nichts", sondern um die in der Situation möglichen Schritte auf dem Glaubensweg.
Wo Paare um die kirchliche Trauung bitten, ist mit ihnen ein Gespräch darüber erforderlich, was eine kirchliche Trauung bedeutet. Denn die Situation der Eheschließung ist eine der Situationen, in denen Menschen in besonderer Weise vor Grundentscheidungen stehen. In der Frage nach der Ehe kann so beispielhaft vertieft werden, was es heißt, vom Evangelium ergriffen zu sein und mit der Gabe des Geistes zu leben.
Die Bischöfe betonen, dass die Sorge und Unterstützung der Kirche für die Ehe nicht mit der Eheschließung endet, sondern Angebote für Ehepaare in verschiedenen Situationen und Stationen ihres Weges beinhaltet und auch Hilfen in Krisen umfasst. Zum kirchlichen Engagement für Ehe und Familie gehört auch das Eintreten für ehe- und familienfreundliche Rahmenbedingungen in Gesellschaft und Staat.
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Text: Karin Wollschläger | Foto: berwis (
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