
- Der Tausch der Ringe ist fester Bestandteil des Traugottesdienstes. Damit die Feier kein anonymes Ritual wird, können Brautpaare individuell mitgestalten.
Die Feier individuell gestalten
Traugottesdienste gestalten
Soll der Gottesdienst zum Höhepunkt der Hochzeit werden? Das heißt aber auch: Es soll kein anonymes Ritual ablaufen, sondern es soll ein ganz persönlicher, unverwechselbarer Gottesdienst sein, der zu den beiden Brautleuten und ihrem Fest passt. Das ist der Wunsch vieler Paare. Um ihn zu verwirklichen, setzen viele sich mit dem Pfarrer oder mit Freunden hin und planen. Die meisten Seelsorger sind dankbar, wenn Paare daran interessiert sind.
Symbole als Bezug zum Leben des Paares
Gute Hilfen beim Vorbereiten eines eigenen Traugottesdienstes finden sie in einer Reihe von Büchern mit Gebeten, Liedern, Sprüchen, biblischen und anderen Geschichten. Gelegentlich gehen Familienbildungsstätten und Bildungswerke sogar noch einen Schritt weiter und laden zu einer "Werkstatt Traugottesdienst" und zu den Ehevorbereitungskursen ein. Als sehr sinnvoller erster Schritt erweist sich dabei immer wieder die Suche nach einem Symbol für ihr ganz individuelles Miteinander und Zueinander. Dieses Symbol wird dann zum Leitbild für den Gottesdienst. Biblische Texte, Geschichten und Lieder werden darauf abgestimmt. Ein paar Beispiele:
Sandra und Markus begeistern sich beide für Musik: sie spielt Klavier, er singt in einem Chor. Für ihren Traugottesdienst könnte die Musik ein solches Symbol sein: Aus vielen Noten entsteht eine Melodie, aus vielen Instrumenten ein Orchester, Gedanken dazu könnten sie zum Beispiel in dem Buch "Nehmt Gottes Melodie in euch auf" von Johannes Bours finden. "Ich glaube an einen Gott, der singt" ist der Refrain eines Liedes, das zum Thema passt. Aber Vorsicht! Manche Lieder könnten den meisten Gästen unbekannt sein. Dann sollten sie entweder vor oder zu Beginn des Gottesdienstes eine "Probe" einplanen. Das kann die Atmosphäre in der Kirche auflockern. Die Gäste spüren dadurch: Hier läuft nicht einfach ein Gottesdienst ab; diese Feier lebt von dem, was wir einbringen, wie wir mitbeten, wie wir mitsingen. Eine andere Möglichkeit: man lässt eine geübte Gruppe vorsingen und die Anderen stimmen nur in den Refrain ein. Besser als ein "dünner" Gesang ist immer ein bekanntes Lied. Nicht zu vergessen: Die Auswahl der Lieder muss mit dem Organisten abgesprochen werden.
Den Weg zur Ehe darstellen
Ein anderes Beispiel. Renate und Max haben einen langen, verschlungenen Weg hinter sich gebracht, bis sie endlich zueinander fanden. Sie stammen aus sehr verschiedenen Umgebungen und gehen jetzt gemeinsam weiter. Da bietet sich das Weg-Symbol an. Als biblische Weg-Geschichte bietet sich dazu der Emmaus-Text aus dem Lukas-Evangelium an. Dazu lassen sich für den Gottesdienst viele Bilder, Texte, Lieder, Gedichte finden. "Entdeck’ bei mir, entdeck’ bei dir den nächsten Schritt, der weiterführt zum Leben", heißt es zum Beispiel in einem passenden Lied.
Ganz anders Maria und Jürgen. Sie sind als Nachbarskinder aufgewachsen, haben den gleichen Kindergarten und die Schule besucht. Ihr Symbol sind zwei Bäume, die nebeneinander gewachsen sind und deren Kronen nun ineinander greifen. Dieses Foto zeigt die Titelseite des Lied- und Textheftes, das sie für ihren Traugottesdienst zusammengestellt haben. Es macht deutlich, dass sich bei dieser Hochzeit zwei Lebensgeschichten vereinen, und dass sie miteinander Raum und Schatten für viele bieten. "Komm, bau’ ein Haus, das uns beschützt, pflanz’ einen Baum, der Schatten wirft", heißt es dazu in einem Lied.
Andere beliebte Symbole für Traugottesdienste sind: eine Brücke, die zwei Ufer verbindet, ein Regenbogen, der Himmel und Erde berührt, ein Buch, das dem Hochzeitspaar viel bedeutet, ein Schiff, mit dem die Beiden sich auf eine gemeinsame Reise begeben. Ein blühender Zweig, eine Muschel, zwei Hände.
Passende Texte und Lieder aussuchen
Wichtig ist nur, dass das Symbol einen Bezug zum Leben der Brautleute hat. Die passenden Texte und Lieder finden sich dann leichter. Vielleicht finden beide zu ihrem Symbol auch ein passendes Motto, das sie als Trauspruch dem Gottesdienst (und ihrem Textheft) voranstellen können.
Zum Bild einer Brücke passt zum Beispiel ein Zitat von Ulrich Beer: "Die Ehe ist eine Brücke, die man täglich neu bauen muss, am besten von beiden Seiten." Und zu einem Regenbogen ein Ausspruch von Karl Jaspers: "Wir sind sterblich, wo wir lieblos sind, unsterblich, wo wir lieben."
Noch ein paar Tipps zur lebendigen Gestaltung des Gottesdienstes. Ein Gottesdienst ist kein ein- oder zweisames Geschehen. Da feiern viele Menschen miteinander.
Die Gäste in den Gottesdienst einbinden
Deshalb sollte versucht werden, viele aktiv zu beteiligen. Nicht nur der Priester oder Diakon können die Gäste begrüßen, sondern auch Braut oder Bräutigam selbst. Es brauchen ja nur zwei Sätze des Willkommens und der Freude zu sein. Ein Trauzeuge kann die Lesung oder einen Text zur Einleitung oder zum Schluss übernehmen. Freunde und Verwandte können die Fürbitten sprechen. Sie erhalten einen besonders persönlichen Bezug für die gesamte Hochzeitsgesellschaft, wenn sie Gott nicht nur um Beistand für das Brautpaar selbst, sondern auch für seine Eltern, Verwandten und Freunde bitten.
Vor allem ist an die Kinder zu denken: für die Kleinen wird so ein Gottesdienst oft zu lang.
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Text: Inge Rupprecht | Foto: Archiv
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