
- Das Grab der seligen Anna Katharina Emmerick in der Heilig-Kreuz-Kirche in Dülmen.
Wallfahrtsort im Bistum Münster
Dülmen: Selige Anna Katharina Emmerick
Seit gut vier Jahren führt Ludger Hillermann, Vorsitzender des Dülmener Heimatvereins, Besuchergruppen an die Orte der Erinnerung der Anna Katharina Emmerick. Und der Strom der Pilger wächst seit der Seligsprechung in Rom weiter an. Hillermann sieht in der Auseinandersetzung mit der Seligen und Begleitung der Gruppen eine besondere Chance, "in der heutigen Zeit das Glaubensleben wieder lebendig werden zu lassen."
Sowohl kleinere Gruppen wie Familienkreise und Kindergruppen aus der näheren Umgebung kommen. Aber auch Weitgereiste: Belgier und Amerikaner hat Ludger Hillermann schon durch die Gedächtnisstätte und zum Grab der Emmerick in der Heilig-Kreuz-Kirche geführt. Hin und wieder melden sich auch Einzelpersonen an.
Nah dran und doch "weit weg"
Etwa 80 Prozent der Besucher lasse "die Führung und Dia-Show aber lediglich über sich ergehen", gesteht er. Wofür er Verständnis hat. Denn auch er habe lange Zeit, als er noch Schulleiter der Anna-Katharina-Emmerick-Grundschule war, mit der "Mystikerin der Münsterlandes" wenig anfangen können. Viele dieser Pilger seien schon zufrieden, wenn sie die Medaille der Emmerick als Andenken mit nach Hause nehmen können.
Echte Glaubenserfahrung gehe nach der Inspiration des Theologen Karl Rahner aber nur mit Herz und Verstand, sagt er: "Daher sind auch 'echte Pilger' für mich ganz weit weg, weil sie von mir eigentlich wenig hören wollen, sondern nur ihrer Frömmigkeit nachgehen."
Historisches Hintergrundwissen spiele für diese Gruppen eine untergeordnete Rolle. So machte eine "Anna-Katharina-Emmerick-Gruppe" aus dem nördlichen Westfalen keine Anstalten, sich auf eine kritische Sichtweise der Texte über die Emmerick des Dichters Clemens Brentano einzulassen. Und der Führer einer Pilgergruppe aus Belgien stellte sich vor das Kreuz in der Gedächtnisstätte, breitete seine Arme aus und zitierte einige Textpassagen aus "Das bittere Leiden" von Brentano. "Das war's und die Gruppe wanderte wieder ab."
Auseinandersetzung mit dem Glauben
Hillermanns Anliegen ist ein anderes: Er plädiert für eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Glauben der Anna Katharina Emmerick. "Der Glaube, wie ihn der Clemens Brentano transportiert hat, ist heute kaum noch tragfähig." Das habe auch die Textkritik der Germanisten an den Brentano-Texten gezeigt. Trotzdem könne Anna Katharina ein Vorbild sein. Und: "Kein Mensch kann ohne Vorbild im Glauben wachsen."
Kindern sei die Emmerick gut vermittelbar, habe sie doch kleine Mützen genäht und an Kinder verschenkt. Das soziale Engagement berührt die Kinder und es habe während der Führungen auch schon die ein oder andere "Stecknadelsituation" gegeben, bei der die Kinder vor Spannung den Atem angehalten haben.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Katholische Pfarrgemeinde Heilig Kreuz, Dülmen
Schwerpunktthema: Pilgerorte der Seele - Dülmen
Bistumshandbuch: Selige Anna Katharina Emmerick
Übersicht: Anna Katharina Emmerick
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Dossier: Wallfahrt
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kirchensite.de-Heiligenkalender: Selige Anna Katharina Emmerick
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Text: Christoph Kirchhoff | Foto: Michaela Kiepe
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