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28.09.2016
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Weihbischof Alfons Demming
Weihbischof Alfons Demming (+)

Weihbischof Alfons Demming (+)

Würde und Freude

Der Bischof macht einen Gang durch die Gemeinde. Alfons Demming kann das, und die Gemeinde beginnt mit dem ersten Schritt aus dem rotgeklinkerten Haus, in dem er wohnt und das so aussieht wie so ziemlich jedes andere in der Straße kurz vor Mecklenbeck, kurz vor der Stadtgrenze Münsters. Alfons Demming lebt in guter Nachbarschaft, nicht erst seit 1998, als er 70-jährig gesundheitsbedingt aus dem aktiven Weihbischofsdasein ausschied.

Das Haus, in dem er seit 25 Jahren wohnt, ist das zweite rechts in einer kleinen Stichstraße, in dem wintertags weder geräumt noch gestreut wird. Sein Auto (mit seinen Initialien auf dem Nummernschild) steht daneben, ein golfgroßes in Weiß. Das einzige, was das Haus von den anderen gutbürgerlichen unterscheidet: Es gibt keinen Namen auf der Klingel, und auch die findet man erst nach kurzem Suchen.

Also, der Bischof macht einen Gang durch die Gemeinde. Nicht durch "seine" Gemeinde, so etwas hat ein Bischof nicht, auch kein Weihbischof, erst recht kein emeritierter Weihbischof. Aber wie Alfons Demming da am frühen Nachmittag unter kristallklarem, blauem Himmel und in klirrender Kälte mit schwarzer Baskenmütze und geschwungenem Spazierstock durch die vereisten Straßen seiner Siedlung wandelt, das hat schon etwas von Pastors "Zwei-Uhr-Spaziergang" um den Block. Mal wird er von zwei entgegenkommenden älteren Damen gegrüßt, bald darauf wünscht er seinerseits einer jungen Mutter mit Kind einen guten Tag.

Weihbischof Demming bei einem Pontifikalamt anlässlich seines 30-jährigen Bischofsjubiläums im St.-Paulus-Dom in Münster.

"Ich wäre gern Pastor geblieben ..." Das sagt er mehrfach an diesem Nachmittag, und jedesmal schwingt er den Spazierstock etwas weniger elanvoll und schaut in den blauen Himmel oder über die weißen Felder ringsum. "Ich habe damals gesagt: Lasst mich doch in Altenberge. Was soll ich denn in Münster?" Wie er das sagt an diesem Nachmittag im Januar des Jahres 2002, könnte man meinen, die päpstliche Berufung zum Weihbischof hätte ihn gerade eben erst ereilt - just auf halbem Weg um den Aasee.

Einfach nur "Pastor"

Damals, während der acht Jahre in St. Johannes Altenberge im Kreisdekanat Steinfurt, hat er sich am Telefon immer nur mit "Pastor" gemeldet. Ohne Nachnamen. Einfach nur "Pastor". Das sagte alles. Als er dann Bischof war, ging das schlechterdings nicht mehr. Aber "Weihbischof Demming" oder gar einfach nur "Weihbischof" in den Hörer zu sprechen, das kam und kommt dem Weihbischof Demming dann auch nicht über die Lippen. "Wie klingt das denn?", sagt er. Seitdem meldet er sich schlicht mit "Demming". Ohne Weihbischof, aber auch ohne Pastor.

"Wenn ich denn schon nach Münster kommen soll, dann gebt mir doch ein kleines Häuschen am Stadtrand, mit einem kleinen Garten dabei." Das hat Bischof Heinrich Tenhumberg ihm dann damals auch zugestanden, und seitdem kann es zu wärmeren Jahreszeiten geschehen, dass man den Weihbischof Rosen pflegen oder Weintrauben pflücken sieht. Erneut stoppt der Bischof seinen Gang um den Aasee: "Da konnte ich mich schon vor 25 Jahren einfach mal in zivil aufs Fahrrad schwingen und durch die Landschaft radeln", sagt er, erhebt den Zeigefinger und nickt eifrig. So offenherzig sei seine Siedlung damals schon gewesen. "Da können Sie mal sehen!" Schon schwingt er den Spazierstock weiter.

Weihbischof Demming während einer Firmfeier im St.-Paulus-Dom.

"Am wohlsten habe ich mich gefühlt, wenn ich in den Gemeinden war", erzählt der Bischofspastor. "Es gibt doch nichts Großartigeres, als bei der Firmung jungen Menschen Mut und Kraft zu geben für ihr Leben!" Dass er damit direkt am Tag nach seiner Bischofsweihe anfangen konnte, bewegt ihn.

"Du bist kostbar"

"Wissen Sie", sagt er, "es ist gefährlich, wenn die Menschen das Heilige vergessen. Dann geht die Ehrfurcht verloren  — auch die Ehrfurcht vor dem Menschen. Ohne das Heilige wird der Mensch gewöhnlich." Alfons Demming hält keine Predigt, sondern er sagt auf dem vereisten Bürgersteig, was ihm am Herzen liegt: "Mensch, du bist mehr als man dir ansieht!" Mit spitzem Finger klopft er auf die Brust eines imaginären Gegenübers. "Du bist kostbar! Du hast Größe! Das ist deine Berufung! Leb’ nicht unter deinem Niveau! - Das wollte ich den jungen Leuten mit auf den Weg geben." Der Weihbischof wendet sich wieder dem Gehen zu. Hält nochmals inne. "Freut euch, wir sind Gottes Volk - das ist ja mein Wahlspruch", sagt er. "Die Freude ist die Botschaft, die der Bischof zu verkünden hat." Einen Moment noch, dann schwingt er den Spazierstock weiter.

Großes Aufheben um seine Person habe er nie gemocht. "Wir münsterischen Bischöfe legen keinen Wert auf die besondere bischöfliche Kleidung und reisen am liebsten im schwarzen Anzug in die Gemeinden", erzählt er. Und seinen Bischofsstab, ein Geschenk der Gemeinden in Altenberge, hat sein Nachfolger Werner Thissen übernommen. "Bei Bedarf leihe ich ihn mir aus."

Mitte des Glaubens

Wenn es um die Liturgie geht, wird er förmlich: "Würde und Freude - beides gehört dazu. Natürlich, Liturgie ist eine Feier, aber wir feiern nicht uns. Wir feiern unsere Rettung, unser Leben in der Zuwendung Gottes. Da geht es um die Mitte unsere Glaubens, um Jesus Christus."

Alfons Demming erinnert sich an Münsters Bischof Michael Keller, der ihn geprägt und zum Priester geweiht hat - 2003 ist das 50 Jahre her. "Durch ihn habe ich die Bedeutung der Kirche verstanden, ihren Einsatz für die Menschen, er hat die Liebe zur Kirche in mir geweckt." - Man weiß nicht, ob es die Kälte ist, die ihm die Augen feucht werden lässt.

Auf Beständigkeit und Gelassenheit werde es ankommen für die Zukunft der Kirche, glaubt Weihbischof Demming und blickt über die schneebedeckten Felder. "Große Zahlen sind nicht so wichtig", sagt er, "aber ich bin sicher, dass die Kirche auch in kleineren Gruppen überwintern wird — bis zu einem neuen Frühling."

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Text: Markus Nolte in "Kirche+Leben" | Fotos: Michael Bönte
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