
- Das Priesterseminar Borromaeum am Domplatz.
Eine bunte Palette junger Männer auf dem Weg zum Priesterberuf
Bischöfliches Priesterseminar Borromaeum
Abiturienten, Handwerker, Kaufmänner, Juristen - die Palette der Priesterkandidaten ist breit gefächert. Neben der klassischen Zielgruppe der Abiturienten entscheiden sich für den Priesterberuf auch immer mehr junge Männer, die bereits eine andere Ausbildung abgeschlossen haben, die so genannten "Spätberufenen" - oder wie es ein Seminarist lachend für sich formuliert: "Ich bin nicht spät berufen. Ich hab' bloß spät geantwortet!"
"Das Priesterseminar Borromaeum hat die Aufgabe, bei der Klärung der Berufs- und Lebensentscheidung zu helfen und zusammen mit dem Theologiestudium an der Universität auf den priesterlichen Dienst in der Nachfolge Jesu Christi vorzubereiten", erklärt der frühere Direktor Hans-Bernd Serries den Grundgedanken des Hauses, in dem die Theologiestudenten mit Berufsziel "Priester" während ihres Studiums wohnen. Serries war bis zum Juli 2005 Direktor des bischöflichen Theologenkonvikts.
Drei tragende Säulen
Die Priesterkandidaten sollen ihren Glauben persönlich und in Gemeinschaft entwickeln und vertiefen. Drei tragende Säulen stehen dabei im Vordergrund:
- Die theologische Bildung, die vor allem durch das Theologiestudium an der Universität gewährleistet wird.
- Das Lernen im alltäglichen zwischenmenschlichen Miteinander und die Einführung in das geistliche Leben (Umgang mit der Bibel, das persönliche und gemeinsame Gebet und die Feier der Liturgie).
- Die pastorale Befähigung, die in entsprechenden Kursen und vor allem durch verschiedene Praktika in einer Pfarrgemeinde, im Bereich pflegender Berufe und in einem Industriebetrieb absolviert werden.
Vertiefung des Lebens aus dem Glauben
Mit einer einsemestrigen geistlichen Einführung und praktischen Vertiefungsphase starten die Seminaristen in ihre Ausbildung im Priesterseminar Borromaeum. Dabei geht es vor allem um eine Standortbestimmung - den eigenen Glauben und das eigene Leben betreffend, sowie um eine Vertiefung des Lebens aus dem Glauben und eine Einführung in das Berufsbild des Priesters. "Einige unserer Priesterkandidaten sind von Hause aus gar nicht mehr kirchlich sozialisiert, sondern haben erst später die Kirche für sich entdeckt", erläutert Serries. "Neben der Fundierung des Glaubenslebens dient die Einführung auch zur Prüfung der Entscheidung, sich auf den Weg des Priesterwerdens zu machen."
Die Priesterkandidaten leben während ihres Theologiestudiums im Priesterseminar Borromaeum - ausgenommen sind die beiden Freisemester im dritten Studienjahr. Die Hausgemeinschaft ist unterteilt in Wohngruppen von acht bis zehn Studenten aus den verschiedenen Semestern. In WG-Küche und gemeinsamem WG-Wohnzimmer plaudern und diskutieren die Seminaristen über Gott und die Welt.
Geistliche und pastorale Vorbereitung
Schwerpunkte des gemeinsamen Lebens der Kommunität sind die Feier der Eucharistie und des Stundengebets, Einkehrwochenenden und Impulse zum Geistlichen Leben. Exerzitien, geistliche und theologische Studienwochen, Praktika und thematische Kurse dienen der geistlichen und pastoralen Vorbereitung auf die Lebensform des Priesters und seines Dienstes in einer Diözese.
Nach Abschluss ihres Theologiestudiums verlassen die Priesterkandidaten das Collegium Borromaeum und gehen zunächst ins so genannte Gemeindejahr, um seelsorgliche Erfahrungen zu sammeln. Danach wechseln sie zurück ins Priesterseminar Borromaeum.
Die Anmeldung als Priesterkandidat beim Bistum erfolgt beim Direktor des Priesterseminars Borromaeum. Der Bewerber wird dann zu einem Informations- und Vorstellungsgespräch eingeladen. Darüber hinaus ist es möglich, für einige Tage zu einem Besuch ins Borromaeum zu kommen, um das Haus genauer kennen zu lernen.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Bistumshandbuch: Diözesanstelle Berufe der Kirche
Kirche von A bis Z: Priesterweihe
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Mehr zum Thema im Internet:
Text: Karin Wollschläger, pe | Foto: Archiv
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