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26.08.2016
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Bischöfliches Priesterseminar Borromaeum
Das Priesterseminar Borromaeum am Domplatz.

Ausbildungsort junger Männer auf dem Weg zum Priesterberuf

Bischöfliches Priesterseminar Borromaeum

Abiturienten, Handwerker, Kaufleute, Juristen – die Biografien der Männer, die sich für das Priesterseminar entscheiden, sind bisweilen sehr unterschiedlich. Neben der klassischen Zielgruppe der Abiturienten entscheiden sich immer mehr Männer, die bereits eine andere Ausbildung abgeschlossen haben. Sie zählen zu den "Spätberufenen" – oder wie es ein Seminarist formulierte: "Ich bin nicht spät berufen. Ich habe nur spät geantwortet."

"Das Priesterseminar Borromaeum hat die Aufgabe, bei der Klärung der Berufs- und Lebensentscheidung zu helfen und zusammen mit dem Theologiestudium auf den priesterlichen Dienst für die Menschen in der Nachfolge Jesu vorzubereiten", erläutert Subregens Fabian Tilling. Regens Hartmut Niehues und er bilden derzeit die Hausleitung. Zudem sind zwei Spirituale für die geistliche Begleitung der Priesteramtskandidaten verantwortlich.

Vier Säulen

Die Priesteramtskandidaten sollen ihren Glauben persönlich und in Gemeinschaft entwickeln und vertiefen. Die Ausbildung ruht auf vier Säulen:

  • Die theologische Bildung, vor allem durch das Theologiestudium an der Universität Münster.
  • Die pastorale Befähigung, die in Kursen und vor allem durch Praktika erworben wird. Besonderen Stellenwert hat das so genannte Propädeutikum, das in der Regel vor Beginn der theologischen Studien im ersten Semester absolviert wird. Während dieser Zeit finden Praktika und geistliche Einführungskurse statt. Obligatorisch ist eine mehrwöchige Exkursion ins Heilige Land.
  • Die Vertiefung des persönlichen Glaubens, individuell oder in der Hausgemeinschaft. Es finden auch Einführungen ins geistliche Leben eines Priesters statt, unter anderem zum Umgang mit der Bibel, zum Stundengebet und zur Feier der Liturgie.
  • Das Lernen im alltäglichen Miteinander als Vorbereitung auf den Dienst unter den Menschen.

Veränderungen zurückliegender Jahre

Tilling berichtet von Veränderungen in zurückliegenden Jahren: "Einige Priesteramtskandidaten sind von Haus aus gar nicht mehr kirchlich sozialisiert, sondern haben erst später die Kirche für sich entdeckt. Neben der Fundierung des Glaubenslebens dient die Einführung auch zur Prüfung der Entscheidung, sich auf den Weg des Priesterwerdens zu machen."

Die Priesteramtskandidaten leben während ihres Studiums im Borromaeum – ausgenommen in den beiden Freisemester, die zumeist im dritten Studienjahr an einer anderen Universität absolviert werden. Die Hausgemeinschaft am Domplatz 8 ist unterteilt in Wohngruppen von acht bis zehn Studenten verschiedener Semester. In WG-Küche und gemeinsamem Wohnzimmer plaudern und diskutieren die Seminaristen über Gott und die Welt.

Schwerpunkte des Lebens der Kommunität sind die Eucharistie und das Stundengebet, Einkehrwochenenden und Impulse zum geistlichen Leben. Exerzitien, geistliche und theologische Studienwochen, Praktika und thematische Kurse dienen der geistlichen und pastoralen Vorbereitung auf das Leben als Priester. Jedes Semester entscheiden sich die Bewohner des Borromaeums für ein Semesterthema, zu dem unterschiedliche – auch öffentliche – Veranstaltungen stattfinden.

Studium – Gemeindejahr – Diakonat – Priesterweihe

Nach Abschluss des etwa fünf Jahre währenden Theologiestudiums verlassen die Priesteramtskandidaten das Borromaeum und gehen ins so genannte Gemeindejahr, um seelsorgliche Erfahrungen zu sammeln. Es folgt die Weihe zum Diakon und das Diakonatsjahr. Schließlich werden die Männer – meist am Pfingstsonntag – durch den Bischof von Münster zu Priestern geweiht. Auch geweihte Priester kehren in regelmäßigen Abständen zu Kurswochen und Fortbildungen ins Borromaeum zurück.

Es ist derzeit Ausbildungsort für Priesteramtskandidaten der Diözesen Aachen, Essen, Osnabrück und Münster. Wer Priester des Bistums Münster werden möchte, muss sich beim Regens melden, er wird dann zu einem Informations- und Vorstellungsgespräch eingeladen. Darüber hinaus ist es möglich, einige Tage zu Besuch ins Borromaeum zu kommen, um das Haus kennen zu lernen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche von A bis Z: Priester
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche von A bis Z: Priesterweihe
  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche von A bis Z: Pfarrer
  4. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBistumshandbuch: Diözesanstelle Berufe der Kirche
  5. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Priester

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.priesterseminar-muenster.de

Text: Tim Schlotmann, Karin Wollschläger, jjo, pe | Foto: Michael Bönte
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