Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Bistumshandbuch  >  B  >  Bistumshandbuch: Genn - Zitate
23.07.2016
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Genn
Bischof Genn: "Vom Sonntag her wird uns die Kraft geschenkt, nicht in den Tag hinein zu leben."

Zitate aus Predigten zu aktuellen Fragen

So denkt und urteilt Bischof Felix Genn

Bistum. Bischof Dr. Felix Genn vermag Glaubensfragen bildhaft, schnörkellos und lebensnah zu beantworten. Und er erhebt die Stimme, um Fehlentwicklungen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft anzuprangern. "kirchensite.de" stellt Zitate aus seinen Predigten und öffentlichen Äußerungen der vergangenen Monate zusammen. - Bischof Felix Genn ...

... über das Geschenk des Glaubens

"Das ist doch das Schöne unseres Glaubens: An einen Gott zu glauben, der mit uns ist, durch dick und dünn, in Leid und Tod, in der Einsamkeit des Kerkers oder im Alleinsein in der eigenen Wohnung, da, wo Sie Ihre Kinder vermissen, wo Sie auf Ihre Enkel warten, diese aber anderes im Sinn haben. Wo Sie spüren, dass die Nachbarn an Ihre Not nicht herankommen, wo Sie die Erfahrung machen, den anderen im Krankenzimmer krank sein lassen zu müssen, ohne dass Sie was für ihn tun können. Dann im Herzen tragen, dass Gott mit Ihnen ist, dass der Gekreuzigte diesen Weg kennt und dass Sie das alles in der Gemeinschaft und Atmosphäre des Gebets abgeben konnten."

... über Weihnachten

"Weihnachten ist nicht bloß ein Fest der Behaglichkeit und der Beschaulichkeit; denn es geht nicht behaglich und beschaulich zu. Weihnachten ist in der Tat ein Fest des Friedens, aber in einer friedlosen Welt: in der großen Politik wie in der kleinen Welt unseres Alltags ... Das Kind, dessen Geburt wir feiern, liegt im Stroh. Behaglich ist das nicht. Ein Zuhause hatten Maria und Josef auch nicht; denn es war für sie in der Herberge kein Platz. Also musste es eine Krippe tun. Steckt in Weihnachten von Anfang an der Wurm drin? Oder ist in unserer Welt so viel Wurm, dass Weihnachten von Gott her nötig war?"

... über Armut

"Armut findet mitten unter uns statt, und ich denke dabei an die Armut von Kindern und Jugendlichen, von jungen, oftmals alleinerziehenden Frauen, von Familien. Wie kann es sein, dass kinderreiche Familien weitaus häufiger arm sind, in einer Gesellschaft wie der unseren? Ich mache Armut immer mit einem Bild plastisch: Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch eine Einkaufszeile unserer Großstädte, z.B. die Kettwiger Straße in Essen. Stellen Sie sich vor, parterre in den einzelnen Gebäuden würde eine Familie am Kaffeetisch oder vor dem Fernseher sitzen. Das gibt es nicht. Dahin muss ein Geschäft. In der Einkaufszeile darf es keine Wohnräume geben. Das macht den Eindruck: Ich kann mir alles leisten. Jedem steht alles zur Verfügung ... Wer kann sich das aber wirklich leisten? Wir tun so, als hätten wir alles, und gleichzeitig sehen wir, dass die Not - oft verschämt, manchmal aber auch ganz offen - zutage tritt. Am Ende einer solchen Einkaufszeile finden wir oft - mitunter auch mittendrin - verwahrloste drogenabhängige Jugendliche ohne Arbeit, ohne Perspektive. Kann es so weiter gehen? Kann es mit einer Polarisierung von Lebensbedingungen, von Lebenslagen (arm oder reich) und Lebensformen (Menschen mit oder ohne Kinder) und den entsprechenden sozialen Folgen so weitergehen?"

... über Christsein in der Minderheit

"Ich denke zurück an meine Visitation in Hamborn St. Norbert vom 15. bis 22. Dezember 2007. In der katholischen Grundschule von St. Norbert lernen 315 Schülerinnen und Schüler. Davon sind 20 katholisch. In der daneben liegenden Gemeinschaftsschule sind 150 Schüler und Schülerinnen. Davon sind 7 katholisch. Als ich Marxloh besucht habe, begegnete ich der Gemeinschaft der Kleinen Brüder und der Gemeinschaft der Schwestern unserer Lieben Frau. Ich begegnete den nicht mehr in großer Zahl vorhandenen treuen Christen, die Marxloh bewusst nicht verlassen haben und verlassen wollen. Ich begegnete ihrem lebendigen Zeugnis. Rein äußerlich gesehen hatte ich den Eindruck, dass Kirche hier am Ende ist. Innerhlich aber spürte ich die Kraft des Evangeliums und wusste, dass gerade hier das Wort des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth greift: "Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zu Schanden zu machen" (1 Kor 1,27). Nirgendwo bin ich während dieser Visitation so getröstet weggefahren wie in Marxloh. Ich weiß, dass gerade dort Neues beginnen kann."

... über den Sonntag

"Von jedem Sonntag fällt Licht auf unseren Alltag, der immer Werktag ist. Vom Sonntag her wird uns die Kraft geschenkt, nicht in den Tag hinein zu leben, sondern eine Lebensgrundlage zu haben, die Orientierung und Richtung gibt, die allem Hetzen und Treiben eine innere Mitte verleiht, die auch am gewöhnlichen Tag aufatmen lässt, weil sie weiß, warum und wozu wir leben."

... über Menschenwürde

"Die Menschenwürde geht ursächlich auf die Geschöpflichkeit des Menschen zurück; Individualität, Personalität und Menschenrecht jedes einzelnen hat in ihr die Wurzel. Dieser Grundsatz kann nicht oft genug bekräftigt werden. Wenn embryonale Stammzellen, die für die gentechnische Forschung verwendet werden sollen, als "frische Ware" bezeichnet werden, wenn man Belegschaften von Betrieben "Humankapital" nennt, wenn ein behindertes Kind zum Schadensfall werden kann, wenn sich der Wert eines börsennotierten Unternehmens durch Abbau von Arbeitsplätzen steigern lässt, dann stellt sich immer drängender die Frage danach, ob der Mensch und seine Würde tatsächlich der Ausgangspunkt von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen ist."

... über den Wallfahrtsort Kevelaer

"Kevelaer atmet die Atmosphäre des Gebetes. Das spürt jeder, der in den Bereich der Basilika und auf den Kapellenplatz kommt, der in die Gnadenkapelle geht und dort verweilt ... Was allein können die Mauern der Basilika, kann dieses Pflaster draußen an Lebensgeschichten erzählen, die Menschen in ihrem Herzen tragen, die sie mitgebracht haben und die sie in Kevelaer abgeben. Freude, die zur Dankbarkeit drängt. Leid, das zum Himmel schreit. Unübersehbares!"

... über Moscheen in Deutschland

"Kürzlich wurde die DITIB-Moschee in Duisburg-Marxloh eröffnet. Sie wird von ihren Erbauern als Ort des Gebetes, aber auch als Ort der Begegnung der Kulturen angesehen. Ich bin froh, dass es das gibt, weil immer wieder über Schwierigkeiten bei der Integration muslimischer Menschen gesprochen wird, und dies mitunter nicht zu Unrecht; denn vielfach habe ich den Eindruck, dass ein Grund für die Schwierigkeiten die Unkenntnis der jeweils an deren Religion und der damit verbundenen Werte ist. Insofern ist es wichtig und richtig, Orte und Möglichkeiten für Begegnung, Information und Austausch zu schaffen. Wenn wir offen und deutlich sagen, welche Beweggründe uns leiten, dann kann eine Atmosphäre der Ehrlichkeit, des gegenseitigen Respekts und der Ernstnahme des Anderen entstehen."

... über Gerechtigkeit

"Eine Gemeinschaft, angefangen von der kleinsten Gemeinschaft Ehe und Familie, dem Stadtteil, der Stadt bis hin zum Land bleibt nur am Leben, wenn immer wieder neu Gerechtigkeit angestrebt und geschaffen wird. Wenn aber die Unterschiede wachsen, wenn gleiche Arbeit nicht mehr zum gleichen Lohn führt, wenn Arbeitgeber das Zigfache ihrer Arbeitnehmer verdienen, wenn jemand unverschuldet seine Arbeit verliert, dann wächst der gesellschaftliche Spaltpilz, dann manifestiert sich die gespaltene Gesellschaft, dann folgen Neid und Misstrauen. Es besteht die Gefahr, sich in der Politik nach dem starken Mann zu sehnen, der alles wieder gleich und gerade macht."

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBistumshandbuch: Bischof Felix Genn
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterPorträt: Felix Genn - Vom Aufbruch eines Verwurzelten
  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBericht: Felix Genn neuer Bischof von Münster (19.12.2008)
  4. Öffnet internen Link im aktuellen FensterInterview mit Bischof Genn: "Frömmigkeit ist nüchterner Realismus"
  5. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Bischof Felix Genn

Text: Hans-Josef Joest | Foto: Archiv
19.12.2008

Ferienfreizeiten

Daheim und unterwegs.

Frauenseelsorge

Kirche und Frauen - das ist ein facettenreiches Pflaster.

Haushalt des Bistums

Laufende Einnahmen und Ausgaben.

Verbände

Kolpingwerk.

Wallfahrtsorte

Kevelaer: Trösterin der Betrübten.

Regionen

Borken-Steinfurt.

Jahr der Barmherzigkeit

Am 8. Dezember hat Papst Franziskus das Heilige Jahr der Barmherzigkeit eröffnet.

Eine-Welt-Arbeit

Die Eine-Welt-Arbeit im Bistum Münster wird vom Referat Weltkirche im Bischöflichen Generalvikariat in Münster koordiniert.

VIDEO-Tipp ...

Bistumsmedien für "brüderliche Zurechtweisung".

Dossier Wallfahrt

Seit Jahrhunderten machen sich Christen auf den Weg, um unterwegs Gott ein Stück näher zu kommen.

Das Evangelium hören

Service für Sie

Facebook

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web


Anzeigen-Sonderthema


Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand