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18.11.2017
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Overbeck und Alfers
Diözesan-Administrator Franz-Josef Overbeck und Dompropst Josef Alfers bei der Verkündigung des neuen Bischofs von Münster am 19. Dezember 2008.

Ernennung durch Papst Benedikt XVI.:

Bischof Felix Genn neuer Bischof von Münster

Bistum. Der Essener Bischof Felix Genn ist nach der Wahl des münsterischen Domkapitels von Papst Benedikt XVI. zum neuen Bischof des Bistums Münster ernannt worden. Der 58-Jährige steht seit gut fünf Jahren an der Spitze des jüngsten NRW-Bistums, zuvor wirkte er als Weihbischof in Trier.

Seine Ernennung zum 76. Bischof von Münster wurde am Freitagmittag (19.12.2008) zeitgleich in Rom und Münster bekannt gegeben - in Münster von Dompropst Josef Alfers, dem Vorsitzenden des Domkapitels. Zuvor betete Diözesan-Administrator Weihbischof Franz-Josef Overbeck den "Engel des Herrn" mit den zahlreichen Anwesenden, ebenso sprach er abschließend ein Gebet für den neuen Bischof.

In der Deutschen Bischofskonferenz steht Bischof Genn der Kommission IV für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste vor. Zudem ist er Mitglied der Kommission X Weltkirche und leitet die Unterkommission Adveniat.

Geistlicher Vater der Heilig-Rock-Wallfahrt

Der Bauernsohn aus der Eifel wurde 1976 zum Priester des Bistums Trier geweiht. Nach ersten Kaplanserfahrungen wechselte er als Subregens und danach als Spiritual ans Trierer Priesterseminar; später leitete Genn ein Seminar für spätberufene Priesteramtskandidaten. Seine Doktorarbeit schrieb er über den heiligen Augustinus. Eine Zeitlang nahm Genn einen Lehrauftrag für Christliche Spiritualität an der Theologischen Fakultät Trier wahr.

Bundesweite Bekanntheit brachte ihm die Leitung und spirituelle Prägung der Trierer Heilig-Rock-Wallfahrt im Jahr 1996 ein; das außergewöhnliche geistliche Ereignis führte seinerzeit rund 700.000 Menschen nach Trier.

Papst Johannes Paul II. ernannte Genn im Jahr 1999 zum Weihbischof. In seinem Visitationsbezirk an der Saar lernte Felix Genn die strukturellen Probleme des Bergbaus kennen - eine wichtige Vorbereitungszeit, wie die Ernennung zum Bischof von Essen im April 2003 zeigte. Damit übernahm Genn das erst 1958 gegründete, flächenmäßig kleinste deutsche Bistum - ein schwieriges Seelsorgegebiet, von Wirtschaftskrisen, Abwanderung und Migrationsproblemen gezeichnet. Genn war der dritte Ruhrbischof nach Kardinal Franz Hengsbach und Bischof Hubert Luthe.

Pastoraler und struktureller Kraftakt

Maßgeblich durch den Abbau von Arbeitsplätzen und Abwanderung junger Familien als Folge des Strukturwandels bei Kohle und Stahl hat das Ruhrbistum seit Gründung etwa ein Drittel Katholiken verloren und zählt heute etwa 940.000 Gläubige. Drastisch schrumpfende Kirchensteuer-Einnahmen, Priestermangel und überzählige Kirchengebäude zwangen Bischof Genn nach erst anderthalb Jahren im Amt zu einem strukturellen Kraftakt, um das Bistum wirtschaftlich zukunftsfähig und pastoral handlungsfähig zu erhalten: durch Personalabbau in der Bischöflichen Verwaltung, das Aufgeben der mittleren Ebene, durch Fusion von 259 Pfarreien zu 43 Pfarrgemeinden und durch das Aufgeben von 96 Kirchengebäuden.

Auf diese Weise sollten Kräfte gebündelt und gestärkt werden, um auch morgen  entschiedenes Christsein zu ermöglichen. "Wir können der Welt nicht die Hoffnung vorenthalten, dass der, der Jesu Worte hört und in diesem Wort bleibt, den Tod nicht schauen wird - und zwar für immer", beschrieb er seine Vision einer Kirche im 21. Jahrhundert.

Liudger verbindet Münster und Essen

Die Bekanntgabe: Dompropst Josef Alfers verrät den Namen des neuen Diözesanbischofs.

Essen und Münster verbindet der heilige Liudger, der erste Bischof von Münster und Gründer der Benediktiner-Abtei Werden, seiner späteren Grabstätte. Am 26. März 2009 jährt sich zum 1.200. Mal der Tag, an dem Liudger während einer Missionsreise in Billerbeck starb.

Beide Bistümer werden dieses Todestags in besonderer Weise gedenken. Im Bistum Essen sollen die Gedenkfeiern nach dem Wunsch von Bischof Genn "Anstoß geben zu einem neuen missionarischen Aufbruch".

Spirituelle Tiefe statt Schönreden

Bischof Genn gilt als Seelsorger mit großer spiritueller Tiefe, der leidenschaftlich und gewinnend zum Glauben ermuntern kann. Seine einfache Lebensweise und seine natürliche Lebensfreude drückt auch das Bischofs-Motto aus: "Wir verkünden euch das Leben".

Felix Genn vermag unbefangen auf unterschiedlichste Menschen zuzugehen, kann ebenso geduldig zuhören wie genau beobachten. Wo immer Kinder und Jugendliche neben Erwachsenen einen Gottesdienst mitfeiern, spricht er sie eigens mit einfachen Bildern und klaren Gedanken an. Bei der Umsetzung des Strukturplans verbat er sich jedes Schönreden, erkannte in Begegnungen mit betroffenen Gemeinden Härten an ("Es gibt Schnitt-Stellen.") und bat unbeirrt um neue gemeinsame Anstrengungen: "Die Zeit des pastoralen Einzelkämpfers ist vorbei."

Zeuge für die Zukunft der Kirche

Während der Weihe von Ludger Schepers zum Essener Weihbischof sagte Bischof Genn im September 2008 Grundlegendes zu seinem Verständnis des Bischofsamts. Der Bischof sei "Zeuge für die Zukunft der Kirche" und damit quasi ein Kundschafter für das "kostbare Gut, das der Herr bereitet, das Zukunft birgt".

Die "Mitte des bischöflichen Dienstes" ist für Felix Genn die Verkündigung der Frohen Botschaft: "Dem Evangelium hat er zu dienen. Dem hat er seine ganze Kraft zur Verfügung zu stellen, und dieses Evangelium wird für ihn selbst zum Schutz, zum Trost, zum Geleit."

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Text: Hans-Josef Joest | Fotos: Michael Bönte
19.12.2008

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