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11.02.2012
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Wiedertäufer
Die Käfige der Wiederäufer hängen heute noch am Turm der Stadtkirche St. Lamberti in Münster.

Grausame Diktatur

Die Täufer-Herrschaft in Münster

Noch bevor die Lehre Luthers in der Bevölkerung der Stadt Münster Wurzeln fassen konnte, kam mit der Täuferbewegung eine weitere Reformationsbewegung in die Landeshauptstadt.

Aus den Niederlanden strömten die Anhänger des Straßburgers Melchior Hoffmann nach Münster. Sie lehnten die unfreiwillige Kindertaufe ab und predigten eine Täuferherrschaft aus dem Geist der Bibel und privater Offenbarungen mit endzeitlichem Charakter.

Bildersturm

Die Täufer erlangten schon 1534 die Glaubensfreiheit in Münster, als der Rat der Stadt den Täufern das Rathaus überließ. Sie zogen durch den Dom und die Kirchen der Stadt und zerstörten zahlreiche Kunstwerke. Bischof Franz von Waldeck verhängte sofort die Blockade über Münster. Was den Niederländer Jan van Leiden nicht davon abhielt, sich im September 1534 als 25-Jähriger zum "König des neuen Sion" auf dem Prinzipalmarkt in Münster ausrufen zu lassen.

Jan van Leiden träumte von einer Weltherrschaft, errichtete eine Diktatur, führte Gütergemeinschaften und Vielweiberei ein. Die Herrschaft der Täufer war eine grausame: Wer sich dem neuen Glauben verweigerte, wurde hingerichtet. Einen Putschversuch 1535 mussten 52 Männer mit dem Leben bezahlen.

Sechsmonatige Belagerung

Fürstbischof Franz von Waldeck, der aus der Stadt geflohen war, eroberte sie nach sechsmonatiger Belagerung mit der Unterstützung anderer Bischöfe zurück. Die Anführer der Täufer wurden hingerichtet und zur Abschreckung in eisernen Käfigen am Lamberti-Kirchturm aufgehangen. Auch die in den anderen Städten des Bistums ausgebrochenen Täuferunruhen wurden unterdrückt. Münster war damit als erste deutsche Stadt rekatholisiert.

Die folgenden Bestrebungen des mit dem Luthertums sympathisierenden Fürstbischofs Franz von Waldeck, das Hochstift Münster zu reformieren, stießen auf den Widerstand des Domkapitels. Mehr Erfolg hatte er in den anderen Gebieten seiner Zuständigkeit, im Niederstift Münster mit den Ämtern Vechta, Cloppenburg, Delmenhorst und der Stiftskriche Wildeshausen. Diese konnte er ohne Einspruch der dortigen Landesherren nach dem Augsburger Bekenntnis reformieren.

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Text: Michael Bönte | Foto: Michael Bönte
Mai 2002

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