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23.07.2017
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Liudger wird zum Bischof geweiht
Liudger wird zum Bischof geweiht. Miniatur aus der Vita secunda s. Ludgeri, Werden, um 1100.

Reiche Tradition und Zeichen der Zeit

Bistumschronik (Auszug)

Bistum. Wer sich auf eine Zeitreise durch die Historie des Bistums Münster einlässt, erhält Einblick in die tiefgreifenden Veränderungen des kirchlichen Lebens. In der mehr als 1200-jährigen Geschichte wechseln sich Aufbau, Niedergang und Reformen in der Diözese ab. Immer wieder beeinflussen politische Zeitumstände das christliche Leben, wie diese Chronik in knappen Auszügen deutlich macht.

793: Am 22. März 793 nimmt Liudger seine Tätigkeit als Missionar im Münsterland auf. Hauptsitz der Mission wird der Ort Mimigernaford an der Aa. Dort gründet Liudger ein Monasterium, ein Kloster, von dem die Stadt Münster später ihren Namen ableitet.

805: Am 30. März 805 empfängt Liudger im Alter von 63 Jahren in Köln durch Erzbischof Hildebold die Bischofsweihe. Um 805 stehen in Ahlen und Werne bereits erste Kirchen.

809: In den frühen Morgenstunden des 26. März 809 stirbt Liudger in Billerbeck. Sein Leichnam wird später zur Benediktinerabtei Werden getragen und dort am 26. April 809 feierlich beigesetzt.

859: Das 859 in Freckenhorst gegründete Frauenstift gehört zu den ersten und für das Bistum Münster bedeutendsten Frauenkonventen des Mittelalters. Ein Brand zerstört im Jahr 1116 die Klosteranlage. 1129 weiht Bischof Egbert eine neue Kirche.

863: Die Normannen zerstören die St.-Viktor-Kirche in Xanten. Der Bau zählte mit seinen Ausmaßen von 58 Metern Länge und 22 Metern Breite zu den größten Kirchbauten im Rheinland. Die Reliquien des heiligen Viktor kann der Xantener Propst sicher nach Köln schaffen.

980: Als am 26. November in Anwesenheit des Bischofs Dodo von Münster und des Abts des Benediktinerklosters Werden die Gebeine der heiligen Ida in die Herzfelder Kirche überführt werden, beginnt die Wallfahrt zum Grab der beliebten Heiligen. Sie wird als "Mutter der Armen" verehrt. Herzfeld ist der älteste Wallfahrtsort im Bistum.

1040: In den Weihnachtstagen 1040 zieht König Heinrich III. in Münster ein, um an der Weihe der Stiftskirche von Liebfrauen teilzunehmen. In jenen Tagen erhält Suidger von Bamberg im münsterschen Dom die Bischofsweihe. Er wird später als Clemens II. zum Papst gewählt.

1075: In Altenoythe bei Cloppenburg ist einer der ältesten Kirchenbauten des Oldenburger Münsterlands erhalten. Es ist ein romanischer Granitquaderbau, der in seiner ältesten Bauperiode in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts zurückreicht.

Stromberger Wallfahrt
Wallfahrt mit dem Stromberger Kreuz.

1080: Das um etwa 1080 entstandene "wundertätige Stromberger Kreuz", ein romanisches Holzkruzifix mit Silberblechbeschlag, zählt zu den ältesten Gnadenbildern im Bistum Münster. Nach der Überlieferung soll das Kreuz aus dem Kloster Herzebrock stammen und nach Stromberg gebracht worden sein. Nachdem es anfangs in der Pfarrkirche aufgestellt war, gelangte es "auf wunderbare Weise" in die Burg, wo es in der Burgkapelle St. Georg und seit Anfang des 13. Jahrhunderts in der Kreuzkirche verehrt wird.

1109: In Xanten zerstört ein Brand die Stiftskirche und ihr Archiv. Damit sind alle kirchengeschichtlichen Quellen für die niederrheinischen Gebiete vernichtet.

1308: Der Legende nach soll im niederrheinischen Kranenburg beim Zersägen eines Baums ein Holzkruzifix zum Vorschein gekommen sein. Daraufhin beginnt eine Verehrung des Kreuzes. Kranenburg gilt als ältester Kreuzwallfahrtsort Deutschlands.

1382: Als die Pest in Münster Tausende von Menschen dahinrafft, fliehen die Menschen aufs Land. Einzig die Minderbrüder halten zusammen mit Fürstbischof Heinrich Wolff von Lüdinghausen in der Stadt des Todes aus. Sie pflegen unter Einsatz ihres Lebens die Kranken und leisten Seelsorge.

1448: Die Pietà in Bethen bei Cloppenburg findet erstmals urkundliche Erwähnung. Der Ort mit dem Gnadenbild der "Schmerzhaften Gottesmutter" entwickelt sich zum Mittelpunkt der Marienverehrung im Oldenburger Land. Bethen ist der nördlichste Wallfahrtsort Deutschlands.

1532: Münsters Stadtrat überträgt den lutherischen Predigern die Kirchen St. Martini, St. Aegidii, Liebfrauen-Überwasser, St. Ludgeri und St. Servatii. Warendorf, Ahlen, Beckum, Rheine, Telgte und Werne solidarisieren sich mit der Stadt Münster; die Orte Coesfeld, Bocholt, Borken, Dülmen, Haltern und Vreden stellen sich auf die Seite des Bischofs.

1533: Die Ratswahl in Münster vollendet den Sieg der evangelischen Partei. Von den 17 gewählten Kandidaten sind nur fünf "altgläubig". Münster wird eine evangelische Stadt.

Die Käfige der Wiedertäufer an der münsterschen Lambertikirche.
Die Käfige der Wiedertäufer an der münsterschen Lambertikirche.

1534: Niederländische "Schwärmer" kommen nach Münster, wo sie eine Täuferherrschaft errichten wollen. Die Täufer lehnen die Kindertaufe ab und bestehen auf der Taufe der erwachsenen Gläubigen. Der Stadtrat gewährt ihnen Glaubensfreiheit und überlässt den Täufern das Rathaus.

1534: Der Bildersturm der Wiedertäufer 1534/35 vernichtet in der Kathedrale Teile des Skulpturenschmucks, die Schnitzereien des Kapitelsaals und alle Altäre. Auch der Domschatz wird geplündert.

1536: Die Anführer der Täufer, Jan van Leiden, Knipperdolling und Krechting, werden zum Tod verurteilt und öffentlich hingerichtet. Ihre Leichen werden in eisernen Käfigen am Lamberti-Kirchturm aufgehängt. Die Pfarrkirchen von Münster gelangen wieder in den Besitz der Katholiken.

1602: Eine Drei-Schilling-Geldmünze der Stadt Münster aus dem Jahr 1602 trägt als Aufdruck den Bibelspruch "Qui dat pauperi non indigebit" – "Wer dem Armen gibt, wird keine Not leiden" (Sprüche 28,27).

1628: Die während des Dreißigjährigen Kriegs verbliebenen Protestanten in Münster werden vor die Alternative "Übertritt zum katholischen Glauben oder Auswanderung" gestellt.

1642: In der neu erbauten Kapelle im niederrheinischen Kevelaer wird eine kleine Kopie des Luxemburger Gnadenbilds aufgestellt. Verehrt wird der Kupferstich "Maria, Trösterin der Betrübten". Die erste Prozession organisiert noch im gleichen Jahr die Stadt Rees. Kevelaer wird im Lauf der Geschichte der größte Wallfahrtsort Deutschlands. 1987 besucht Papst Johannes Paul II. als Pilger den Gnadenort Kevelaer.

1648: Erst der in Osnabrück und Münster ausgehandelte Westfälische Frieden stabilisiert die politische Lage. Das Fürstbistum Münster wird als katholisches Territorium anerkannt.

1780: Mit der Errichtung der theologischen, philosophischen, juristischen und medizinischen Fakultät erfolgt die offizielle Gründung der Universität Münster.

1803: Die Reichsdeputation zu Regensburg verfügt 1803 die Säkularisation des Fürstbistums Münster. Damit verschwindet das bedeutendste geistliche Territorium Nordwestdeutschlands aus der Reihe der selbstständigen Fürstbistümer. Die Aufhebung der Klöster und der Entzug des kirchlichen Verfügungsrechts sorgen für einen Rückgang karitativer Arbeit.

1808: Im Bistum Münster schließen sich die in der Krankenpflege tätigen "Barmherzigen Schwestern" beziehungsweise "Clemensschwestern" zusammen. Später folgen die "Schwestern von der göttlichen Vorsehung" (1842), die "Krankenschwestern des heiligen Franziskus" (1844) und die Schwestern "Unserer Lieben Frau" (1850).

1831: Am 4. Mai kommt es zur Errichtung des Bischöflichen Offizialats von Oldenburg. In Vechta wird die oberste Behörde für die Katholiken im Herzogtum Oldenburg geschaffen. An der Spitze steht ein Offizial, der die Aufgaben eines Generalvikars ausübt und unmittelbar dem Bischof von Münster unterstellt ist.

Bischof Johann Bernard Brinkmann.
Bischof Johann Bernard Brinkmann.

1875: Weil er sich staatlichen Anordnungen verweigert, wird Bischof Johann Bernard Brinkmann am 18. März 1875 in das Gefängnis nach Warendorf gebracht. Als ein staatliches Gericht seine Absetzung vorbereitet, geht er ins Exil.

1899: Benediktinermönche aus Beuron lassen sich in Gerleve bei Coesfeld nieder, wo sie eine Klosteranlage errichten.

1916: Am 26. Juli kommt es zur Gründung des Caritasverbands für die Diözese Münster.

1919: Die Weimarer Reichsverfassung tritt in Kraft, an deren Entstehung der münstersche Dompropst und Zentrumspolitiker Joseph Mausbach maßgeblich mitgewirkt hat. Mausbach richtet an die Katholiken den Appell, nach der Monarchie nun die demokratische Staatsform anzunehmen.

1932: Angesichts der Massenarbeitslosigkeit im Deutschen Reich sammeln die 70 Vinzenz-Konferenzen des Bistums 131.541 Reichsmark zur Linderung der größten Not in den industriellen Regionen.

1936: Die Oldenburgische Landesregierung ordnet die Entfernung der Kreuze aus den Schulen an. Im so genannten Kreuzkampf demonstrieren die Katholiken im Oldenburger Münsterland gegen den Erlass. Der NS-Gauleiter muss seinen Erlass zurücknehmen.

1941: Bischof Clemens Graf von Galen predigt gegen Gestapo-Terror und Euthanasie. Als erster greift er am 3. August 1941 die Euthanasie-Maßnahmen der NS-Regierung öffentlich an und verurteilt das Mordprogramm.

1954: Durch die Zuwanderung von Vertriebenen steigt die Zahl der Katholiken im Bistum von 1940 bis 1954 von 1,8 Millionen auf 2,2 Millionen an. Einige Gemeinden zählen mehr als 10 000 Gemeindemitglieder. Es kommt zu zahlreichen Abpfarrungen.

1987: Am 1. Mai betet Papst Johannes Paul II. während seiner Visitationsreise durch Deutschland im St.-Paulus-Dom zu Münster am Grab des Kardinals Clemens August von Galen. Einen Tag später besucht der Papst den Wallfahrtsort Kevelaer.

1994: Bischof Reinhard Lettmann beruft ein Diözesanforum ein, das unter dem Motto "Mit einer Hoffnung unterwegs" steht. Die Delegierten verabschieden in den folgenden drei Jahren zahlreiche Beschlüsse und sprechen sich unter anderem für ein Diakonat der Frauen aus.

Bistumsjubiläum
Festlicher Schmuck zum Bistumsjubiläum auf dem münsterschen Prinzipalmarkt.

2005: Das Bistum Münster feiert sein 1200-jähriges Bestehen. Erinnert wird an die Weihe des heiligen Liudger zum Bischof von Münster im Jahr 805. Ein Höhepunkt ist der Bistumstag mit 200 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

2009: Am 29. März wird Bischof Felix Genn als 75. Nachfolger des heiligen Liudger in das Amt als Bischof von Münster eingeführt. Genn ist Nachfolger von Bischof Reinhard Lettmann, der die Diözese 28 Jahre leitete.

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBistumshandbuch: Bistumsgeschichte

Text: Johannes Bernard in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben | Fotos: Archiv
06.01.2010

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