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25.06.2017
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Bischof Felix von Hartmann.
Felix von Hartmann war in den Jahren 1911 und 1912 Bischof von Münster und wurde danach Erzbischof von Köln.

Die münsterschen Bischöfe im 20. Jahrhundert

1911 bis 1912: Bischof Felix von Hartmann

Eine nur kurze Regierungszeit hatte Felix von Hartmann als Bischof von Münster: Gerade einmal eineinviertel Jahre auf dem Stuhl des heiligen Liudgers wurde er zum Erzbischof von Köln gewählt.

Hartmann war gebürtiger Münsteraner (1851) und entstammte einer preußischen Beamtenfamilie. Während seiner Schulzeit am bischöflichen Gymnasium Gaesdonck lernte er den späteren münsterschen Bischof Hermann Dingelstad kennen, dessen bischöflicher Sekretär und Generalvikar er wurde.

1874 empfing er durch den "Bekennerbischof" Johann Bernhard Brinkmann die Priesterweihe. Aufgrund der Kulturkampfgesetze gegen die katholische Kirche fand er keine Anstellung in der Heimat und ging zunächst nach Rom, wo er zum Doktor des Kirchenrechts promovierte.

Nach Kaplansjahren in Havixbeck und Emmerich ernannte ihn Dingelstad 1890 zu seinem Sekretär und 1905 zum Generalvikar. "Von Hartmann war der einflussreichste Ratgeber Bischof Dingelstads", urteilte der münstersche Kirchenhistoriker Alois Schröer über ihn. Geschätzt wurde der Priester wegen seiner klugen und verbindlichen Art wie auch aufgrund seiner gewandten Umgangsformen.

Wie Dingelstad gehörte Hartmann der konservativen Richtung der "Ultramontanisten" an, die Rom streng gehorsam waren. Da er sich gegen "modernistische" Bestrebungen gewehrt hatte, warnten deren Anhänger nach dem Tod Dingelstads den preußischen Kulturminister vor Hartmann, der mittlerweile auch Domdechant und Kapitularvikar war.

Das münstersche Domkapitel wählte unter Zustimmung der Preußen Felix von Hartmann am 6. Juni 1911 zum Bischof, der Papst bestätigte die Wahl, und so empfing der Geistliche am 26. Oktober die Bischofsweihe.

In seinem einzigen Fastenhirtenbrief während seiner Amtszeit in Münster warnte er vor Unglauben und Sittenlosigkeit, die vorwiegend durch schlechte Bücher und Schriften verbreitet würden. Er forderte Eltern und Erzieher auf, die Jugend vor diesen Gefahren zu schützen.

"Große Hoffnungen setzte Bischof Felix auf Volksmissionen und Exerzitienkurse", schrieb Schröer. 1911 fanden in 47 Gemeinden Volksmissionen und in 13 Pfarreien Exerzitien statt. Mehrere Hundert Arbeiter und Gesellen kamen nach Münster, um dort an Besinnungstagen teilzunehmen. 2300 Rekruten nahmen 1911 an geistlichen Übungen teil.

Bei seiner zweiten Firmreise ins Dekanat Kleve traf er in Mehr den westfälischen Priesterdichter Augustin Wibbelt. Bei diesem Besuch erreichte ihn die Nachricht vom Tod des Kölner Erzbischofs, Kardinal Antonius Fischer. Das Kölner Domkapitel wählte Hartmann zum neuen Erzbischof. Doch folgte dieser wegen seiner angeschlagenen Gesundheit nur widerwillig.

Als letzte Möglichkeit, der Berufung zu entgehen, ließ er Papst Pius X., durch den aus dem Bistum Münster stammenden Bischof Bernhard Döbbing, einem engen Vertrauten des Papstes, ein "Krankheitszeugnis" vorlegen. Dieser las es mit ernster Miene und soll es Döbbing mit den Worten "oboediat" ­­– "Er soll gehorchen!" – zurückgereicht haben.

In einem freundlichen Brief ermunterte Pius X. den gewählten Erzbischof, nach Köln zu gehen, wo er dann am 19. April 1913 eingeführt wurde. Ein Jahr später berief ihn der Heilige Vater ins Kardinalskollegium. Von 1914 bis zu seinem Tod leitete er die Bischofskonferenz in Fulda. Hartmann starb am 11. November 1919 in Köln, die Predigt beim Requiem hielt sein Nachfolger in Münster, Bischof Johannes Poggenburg.

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Text: Norbert Göckener | Foto: Archiv
März 2009

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