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09.12.2016
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Bischof Heinrich Tenhumberg.
Von 1969 bis 1979 stand Bischof Heinrich Tenhumberg an der Spitze des Bistums. Er starb am 16. September 1979.

Die münsterschen Bischöfe im 20. Jahrhundert

1969 bis 1979: Bischof Heinrich Tenhumberg

"Er hatte eine aufgeweckte Intelligenz und einen gesunden Bauernverstand. Fehler anderer konnte er ertragen. In spontaner Kameradschaft kam er denen zu Hilfe, die durch eigenes Versagen in Not gerieten. Er war ein beherrschter Mann von ungeheurer Schaffenskraft. Rastlos und unermüdlich arbeitete er und verfolgte hartnäckig in zähem und geduldigem Verhandeln die Ziele, die er sich gesetzt hatte." So hat der heutige Bischof von Aachen, Heinrich Mussinghoff, den Menschen und Bischof Heinrich Tenhumberg einmal beschrieben, der von 1969 bis 1979 an der Spitze des Bistums Münster stand.

Als ältestes von sechs Kindern am 4. Juni 1915 geboren und in einer tiefgläubigen Bauernfamilie in Lünten bei Vreden aufgewachsen, hatte er nur einen Wunsch: Er wollte Priester werden. "Ohne den tiefen Glauben meiner guten Eltern, Geschwister und Verwandten hätte ich die Berufungsgnade wohl nicht empfangen und ihr folgen können", schreibt er in seinem Testament. 1939 wurde Tenhumberg von Bischof von Galen zum Priester geweiht. Am 14. Dezember 1947 ernannte ihn Bischof Michael Keller zum Domvikar. Tenhumberg war für die Koordinierung des Laienapostolats verantwortlich und wurde mit der Leitung der Katholischen Landjugend beauftragt. 1958 ernannte ihn Papst Pius XII. zum Titularbischof von Tuburnica und Weihbischof von Münster. Er stellte sein Wirken unter den Schutz der Gottesmutter: "Omnia Christo regi sub matris tutela" (Alles Christus, dem König, unter dem Schutz der Gottesmutter).

Eifrig hat Tenhumberg die Gemeinden des Bistums Münster besucht und tausende von Kindern und Jugendlichen gefirmt. Er engagierte sich bei den Sitzungen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Beachtung fanden seine Beiträge am 8. Dezember 1964 zum Dekret über das Laienapostolat. Ende 1966 übernahm er die Leitung des Katholischen Büros in Bonn. Darüber hinaus arbeitete er in der Kommission für Laienfragen und in der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. 1969 folgte er Höffner als Bischof von Münster, der nach Köln berufen worden war.

Schon bald lernte er in Pastoralkonferenzen die Priester und pastoralen Mitarbeiter kennen. Er besuchte die Gemeinden und sprach mit den Verbänden und Gruppen. Er suchte die Ordenshäuser auf und betete mit den Pilgern. In einer bewegten Zeit versuchte Tenhumberg einen Mittelkurs gesunder Reformen. Gerade in der Auseinandersetzung mit den Katholischen Jugendverbänden, die unter anderem die Sexualmoral und andere Normen der Kirche ablehnten, ging es ihm darum, den Jugendlichen ein am Evangelium orientiertes Handeln aufzuzeigen.

Kern seiner Pastoral war die Sorge um die Priester. Ihnen widmete er sich in vielen Gesprächen und Briefen. Angesichts der Sorge, dass der "Grundwasserspiegel des Glaubens" zu sinken begann, stellte Tenhumberg die "Vitalisierung" der Kirche in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Bei größer werdendem Priestermangel setzte er auf die Weckung des Laienapostolats. Es gelang ihm, die Laien zum Beispiel für den Dienst der Gemeindekatechese zu begeistern. Strukturell sollten Engpässe durch die Gründung von Pfarrverbänden überwunden werden. Der Beruf des Pastoralassistenten und -referenten war ebenso Bestandteil der "Vitalisierung" wie die Förderung des Ständigen Diakonats und die Gründung von Familienkreisen und Nachbarschaften in den Großstädten.

Den vielfältigen Aufgaben im und auch außerhalb des Bistums konnte er sich nur widmen, weil er 1973 und 1975 eine Regionalisierung durchsetzte und deren pastorale Leitung fünf Weihbischöfen anvertraute. Sie stellten die Brücke zu den Gläubigen und Priestern dar.

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Text: Jürgen Kappel | Foto: Archiv in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
März 2009

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