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16.12.2017
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Bischof Reinhard Lettmann.
28 Jahre leitete Bischof Reinhard Lettmann das Bistum Münster.

Die münsterschen Bischöfe im 20. Jahrhundert

1980 bis 2008: Bischof Reinhard Lettmann

Die Kirche von Münster in das 21. Jahrhundert geführt hat Reinhard Lettmann, der das Bistum 28 Jahre leitete und im März 2008 nach Vollendung des 75. Lebensjahrs als Bischof verabschiedet wurde. Der promovierte Kirchenjurist hat durch seine lange Amtszeit – zeitweilig war Lettmann der dienstälteste Ortsbischof Deutschlands – mehr als eine Generation geprägt. Als er in Münster seinen Abschied beging und die Glückwünsche von vielen Tausenden Wegbegleitern entgegen nahm, lobte er die Katholiken seiner Diözese für deren Engagement und dankte für die Unterstützung im Glauben. Auch wenn ein Bischof die Gemeinden stärken solle, sagte Lettmann, "ist er auch auf das Glaubenszeugnis der Schwestern und Brüder angewiesen".

Als Bischof Joseph Höffner ihn 1967 zu seinem Generalvikar ernannte, Bischof Heinrich Tenhumberg ihn bestätigte, hatte er als rechte Hand des Bischofs bereits in jungen Jahren Verantwortung mitgetragen, aber auch das Bistum, seine Seelsorger, die Mitarbeiter in den verschiedenen Diensten und vor allem seine Gläubigen kennen gelernt. Nach der Ernennung zum Weihbischof 1973 bestellte ihn Bischof Tenhumberg zum Regionalbischof für die Region Münster-Warendorf. Man darf sagen, dass der aus Datteln stammende Lettmann buchstäblich jeden Winkel seines Bistums kennt.

Seine Amtszeit ist geprägt von einer Zeit der Kirche im Übergang. Dieser Prozess, der sich zeitlich seit 40 Jahren vollzieht, lässt sich inhaltlich als eine Entwicklung begreifen, die von der "Volkskirche" zur "Kirche im Volk" und zur "Kirche für das Volk" führt. Diesen Prozess hat Lettmann frühzeitig erkannt und Wege aufgezeigt, welche Prioritäten in der Pastoral des Bistums notwendig sind. Zu Beginn der Jahrtausendwende leitete er behutsamer als andere Bischöfe Maßnahmen zur Umstrukturierung der Seelsorge ein, die den kirchlichen Veränderungen Rechnung tragen sollen. In einem Schreiben zum 1200-jährigen Bistumsjubiläum 2005 machte der Bischof deutlich, was die Pastoral benötigt: "Das Suchen nach angemessenen Strukturen für unsere Seelsorge darf nicht unsere ganze Kraft in Anspruch nehmen. Unsere wichtigste Aufgabe wird es in Zukunft verstärkt sein, in die Tiefe zu bauen."

"Seelsorge mit Gesicht" war ein Leitprogramm, dem sich Lettmann auch selbst verpflichtet fühlte. Viele Pilgerwanderungen mit jungen Menschen und Zeit für Gespräche dort, wo sie notwendig waren – etwa mit den vom Stellenabbau betroffenen Bergleuten in Duisburg-Rheinhausen oder mit Landwirten im Oldenburger Münsterland, deren Höfe von der Schweinepest betroffen waren –, gehörten zu seinem Selbstverständnis von christlicher Zuwendung.

Mit dem Diözesanforum "Mit einer Hoffnung unterwegs" setzte Lettmann Mitte der 1990er Jahre einen bis dahin einmaligen Diskussionsprozess in den Gemeinden und Verbänden in Gang, der strittige Themen aufgriff und diese in fairer Weise behandelte.

Zu den schwierigsten Herausforderungen gehörte der Ausstieg der Kirche aus der staatlichen Schwangerschafskonfliktberatung. Lettmann, der sich stets für den Schutz des Lebens einsetzte, bemühte sich lange Zeit für einen tragfähigen Kompromiss. Einen Ausweg fand er in der Förderung der katholischen Schwangerenberatung.

Lettmann förderte das Gedenken an die Vorbilder des Glaubens, die den Menschen Orientierung geben sollen. Zu den Höhepunkten seiner Amtszeit gehörten daher die Seligsprechungen von Karl Leisner (1996), Schwester Euthymia (2001), Anna Katharina Emmerick (2004) und Kardinal Clemens August von Galen (2005).

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Text: Johannes Bernard | Foto: Archiv
März 2009

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