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04.02.2012
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Die Kapelle in Aengenesch.
Die Kapelle von Aengenesch beherbergt das Bild der Schmerzensmadonna.

Wallfahrtsorte im Bistum Münster

Aengenesch: Schmerzhafte Muttergottes

Eine Handvoll Bauernhöfe, eine Schreinerei und eine kleine Kapelle bilden das Dorf. Die Kapelle beherbergt die Schmerzensmadonna von Aengenesch. Einer wunderlichen Geschichte um diese Madonna verdankt das Dörfchen seine Bedeutung als Wallfahrtsort.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wanderte das Holzbild der Schmerzensmutter von Winnekendonk nach Aengenesch. Und das gleich drei Mal. So oft versuchten die Gläubigen aus der Bauerschaft Aengenesch, das Madonnenbild in ihre Hauptkirche St. Urbanus nach Winnekendonk zu tragen. Und jedes Mal fanden sie das Bild dort wieder vor, wo sie es gefunden hatten, in "aen-en-Esch", zu deutsch: an der Esche mitten in ihrem Ort.

Kapelle für die Madonna

Die Menschen gaben nach und bauten der Madonna um 1380 schließlich eine Kapelle aus Holz. Fünfzig Jahre später (1430/31) entstand eine Steinkapelle, die der damalige Weihbischof Conrad von Köln feierlich weihte. Das Geld für den Umbau der Kapelle und deren Unterhaltung hatte eine adelige Familie gespendet.

Es begann zweierlei: die Wallfahrt zur Schmerzensmutter und der Streit darüber, wem die Kapelle denn nun gehörte. Die Ortschaft Aengenesch lag zum Teil auf dem Gebiet der Pfarrei Kapellen und zum Teil auf dem der Pfarrgemeinde Winnekendonk. Durchgesetzt hat sich der Herzog von Geldern, der den ersten Geistlichen von Aengenesch einsetzte. Dieser gehörte dem Gelderner Karmel an. Das Gelderner Karmeliterkloster erhielt Ende 1435 das Recht, die "in der Eschen up der Stegen" genannte Kapelle mit allen Ämtern und Gütern zu übernehmen.

Zahlreiche Pilger kommen zur "Eschenkapelle"

Allerdings setzten sich die Karmeliter - im Gegensatz zu den Oratorianern in Kevelaer - kaum für die Wallfahrt ein. So litt die Wallfahrt von Aengenesch von Beginn an unter mangelnder Organisation. Dennoch fanden zahlreiche Pilger den Weg zu der Schmerzensmutter. Traditionell ist die Wallfahrt der Issumer, die in der Zeit der Reformation in der Mitte des 17. Jahrhunderts Zuflucht in der "Eschenkapelle" fanden. Auch die Kapellener kommen noch nach Aengenesch, seitdem sie im Jahr 1693 von einer schweren Ruhrepidemie heimgesucht worden sind.

Auch wenn die Wallfahrt immer nur lokale Bedeutung hatte, so entwickelten sich doch spezielle Anliegen, mit denen die Menschen zur Schmerzensmutter pilgerten. Viele Bauern kamen beispielsweise mit der Bitte, dass ihr Vieh von Krankheit verschont bleibe. Gerade die armen und leidgeprüften Bauern der Niederungen suchten bei ihr Trost für ihr lastenreiches Leben.

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Text: Jürgen Kappel | Foto: Archiv
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