
- Der heilige Liudger.
Der heilige Liudger schafft Strukturen
Die Ursprünge des Bistums
Bis etwa 500 n. Chr. war das Christentum im Gebiet des heutigen Bistums nur vereinzelt aufgetreten. In den römischen Provinzgebieten war der christliche Glaube in Einzelfällen in die besetzten Gebiete am Niederrhein gelangt. Die Germanen drängten bei ihrem Einfall in diese Gebiete diese ersten christichen Wurzeln weiter zurück.
Ein erstes Zeugnis des Christentums ist dabei das Doppelgrab des heiligen Viktors und seiner Gefährten bei Xanten. Die römischen Soldaten starben der Legende nach den Märtyrertod, als sie im Dienst der römischen Legionen ihren christlichen Glauben nicht verleugnen wollten.
Willibrord missionierte am Niederrhein
Unter König Chlodwig wurden die Franken zu Christen, und so verbreitete sich der christliche Glaube über die fränkischen Adeligen am Niederrhein. 695 wurde der angelsächsische Mönch Willibrord zum Bischof geweiht. Nördlich des Rheins konnte so die Christianisierung weiter vorangetrieben werden. Es entstand das Bistum Utrecht. Willibrord bekam die Aufgabe, am Niederrhein und bei den Friesen weiter zu missionieren.
Unter anderem in Utrecht erhielt einige Jahrzehnte später der friesische Missionar Liudger (742 bis 809) seine schulische und religiöse Ausbildung. Bevor Liudger den offiziellen Auftrag bekam, den christlichen Glauben östlich des Rheins weiter zu verbreiten, hatten schon einige Missionare versucht, das westliche Sachsenland (Westfalen, Oldenburger Münsterland, Friesland) zu christianisieren.
Suitbert ist zwischen Lippe und Ruhr tätig
Der heilige Suitbert missioniert Ende des 7. Jahrhunderts bei einem sächsischen Stamm zwischen Lippe und Ruhr. Die beiden Ewalde werden bei ihrem Missionsversuch 693 auf sächsischen Boden getötet. Der heilige Lebuin kommt 780 bei seiner Mission friesischer Gebiete an der Ijssel um.
Liudger bekommt die Unterstützung von Karl dem Großen, der Ende des 8. Jahrhunderts die Sachsen besiegt und die Christianisierung der eroberten Gebiete anordnet. Um 792 erteilt der Kaiser dem Missionar den offiziellen Auftrag für die Gebiete Friesland und Westfalen.
Liudger gründet Pfarreien
Liudger gründet eine Vielzahl Pfarreien und richtet das Zentrum seiner Mission in dem Ort Mimigernaford an der Aa (Münster) ein. Dort entstehen in dieser Zeit ein Kloster, eine Klosterschule für die Missionspriester und die Vorläufer des heutigen Paulusdoms.
Karl der Große will die Arbeit des Wandermissionars weiter stärken. Am 30. März 805 wird Liudger in Köln zum Bischof geweiht. Er schaffte es bis zu seinem Tod am 26. März 809, seinem Bistum durch Seelsorgestützpunkte eine feste Struktur zu geben.
Grundlagenarbeit des Bistumsgründers
Von den Seelsorgestützpunkten aus konnten die Schüler Liudgers auch in den folgenden Jahrzehnten den Ausbau des neuen Bistums vorantreiben. Es entstanden viele Pfarreien und Klöster, die zum Teil auch heute noch existieren.
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Übersicht: Bistumgeschichte
Text: Michael Bönte | Foto: Michael Bönte
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