
Bischof Genn legte den Eid auf die NRW-Verfassung bereits zum zweiten Mal ab.
"Ein Versprechen auf Gegenseitigkeit"
Genn legt Treueid auf NRW-Verfassung ab
Düsseldorf / Münster. Der neue Bischof von Münster, Felix Genn, hat am Dienstag (10.03.2009) den Treueid auf die Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen abgelegt.
Bischof Genn würdigte in einer Rede die in der Verfassung zum Ausdruck kommende besondere Beziehung zwischen Staat und Kirche. Bereits die Präambel nenne die Verantwortung vor Gott und den Menschen als Voraussetzung, inneren und äußeren Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand zu schaffen.
"Demokratischer Staat braucht Werte"
Diese Verantwortung gelte es, mit Leben zu erfüllen. Die Kirche sei überzeugt, dass gesellschaftliche Institutionen in einem demokratischen Staat "Werte brauchen, die eine innere Begründung verlangen, damit sie tragfähig bleiben". Sie sei bereit, sich in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen.
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sagte bei der Zeremonie in der Düsseldorfer Staatskanzlei: "Das ist ein Versprechen auf Gegenseitigkeit, das weit darüber hinausgeht, was der Text des Eides enthält." Es gehe um mehr, als "Schaden zu verhüten" und um "pflichtmäßige Sorge", wie es im Eid heiße. Die Verpflichtung bekräftige vielmehr gemeinsame Ansprüche: "Hier stehen zwei Diener, die sich beide unserem Land, den Männern und Frauen unserer Heimat verbunden fühlen."
Zweimalige Vereidigung
Genn legte den Eid auf die NRW-Verfassung zum zweiten Mal ab. Zum ersten Mal leistete er ihn 2003 vor seinem Amtsantritt als Bischof des Bistums Essen. Da ein Teil seiner neuen Diözese in Niedersachsen liegt, hatte er bereits am 23. Februar auch den dortigen Treueid geschworen.
Papst Benedikt XVI. hatte Genn am 19. Dezember zum Bischof von Münster ernannt. Der 59-Jährige wird am 20. März aus dem Ruhrbistum verabschiedet und am 29. März von Kardinal Joachim Meisner als dem Metropoliten der Kölner Kirchenprovinz in sein neues Amt eingeführt. Genn tritt die Nachfolge von Reinhard Lettmann an, der die drittgrößte deutsche Diözese 28 Jahre lang leitete und mit Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren im Frühjahr 2008 zurückgetreten war.
"Blick auf die Kirchtürme bewahren"
Rüttgers würdigte die Arbeit Genns in Essen. Der Bischof habe in theologischer, politischer und sozialer Weise Verantwortung für Land und Menschen getragen. "In diesem Bistum, wo die Fördertürme so wichtig waren und die Bürotürme immer wichtiger geworden sind, war es nicht einfach, den Blick auf die Kirchtürme zu bewahren und immer wieder zu öffnen", so Rüttgers.
An der Zeremonie nahmen auch Dompropst Josef Alfers und Domdechant Norbert Kleyboldt teil.
Zitiert: Der Treueid im Wortlaut
Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, Deutschland und dem Land Nordrhein-Westfalen Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtmäßigen Sorge um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte.
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Dokumentiert: Rede von Bischof Genn bei der Vereidigung (10.03.2009)
Bischof Genn bei Ministerpräsident Wulff: Treueid auf Landesverfassung (24.02.2009)
Dosier: Bischof Felix Genn
Text: göc,
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Staatskanzlei NRW, Ralph Sondermann
10.03.2009
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