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30.09.2016
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Refugees welcome.

Eine neue Allianz tritt für ein weltoffenes Deutschland ein.

Gewerkschaften, Arbeitgeber, Kirchen und Verbände dabei

Breite Allianz für menschenwürdige Flüchtlings-Aufnahme

Berlin. Für die menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen tritt ein großes gesellschaftliches Bündnis unter Beteiligung der Kirchen ein. Die "Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat" stellte sich am Donnerstag (11.02.2016) in Berlin mit einem Aufruf unter dem Titel "Die Würde des Menschen ist unantastbar" vor.

Auf Bundesebene ohne Vorbild

Hinter dem Bündnis stehen zehn Dachorganisationen und Verbände: Gewerkschaften und Arbeitgeber, katholische und evangelische Kirche, der Koordinationsrat der Muslime, der Zentralrat der Juden, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände, der Deutsche Kulturrat, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Naturschutzring. Der Zusammenschluss ist auf Bundesebene ohne Vorbild.

Weitere Flüchtlinge aufnehmen – Europäische Lösung zwingend

Er tritt dafür ein, dass Deutschland bei der Aufnahme von Flüchtlingen "weiterhin seine humanitären Verpflichtungen erfüllt". Zugleich fordern die Unterzeichner "unbedingt eine gemeinsame europäische Lösung".

Arme und Arbeitslose nicht vernachlässigen

Notwendig seien Investitionen in Bildung und Beschäftigung, ausreichend bezahlbarer Wohnraum sowie Sicherheit vor Gewalt. Bei der Aufnahme der Flüchtlinge dürften andere Menschen, die von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen seien, nicht vernachlässigt werden. Mit "Empathie und Respekt" sei auch jenen Zuwanderern zu begegnen, die Deutschland nach einem rechtsstaatlichen Verfahren verlassen müssen.

Gegen Intoleranz und Gewalt – Werte respektieren

Das Bündnis wendet sich "gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt". Die Werte des Grundgesetzes und des gesellschaftlichen Zusammenlebens müssten von allen akzeptiert werden. Das Recht auf freie Ausübung der Religion sei ohne Unterschied anzuerkennen. "Es bedeutet aber auch, dass niemand die eigene kulturelle oder religiöse Prägung als Deckmantel missbrauchen darf, um die Grundrechte der Glaubens- und Gewissensfreiheit, der körperlichen Unversehrtheit und der Gleichberechtigung von Mann und Frau in Frage zu stellen oder Minderheiten zu diskriminieren." Straftäter ausländischer Staatsangehörigkeit müssten damit rechnen, Deutschland verlassen zu müssen.

Angriffe auf Flüchtlinge, Polizisten, Journalisten verfolgen

Die Allianz ruft dazu auf, Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte, auf Polizeibeamte, Medienvertreter und Helfer "strafrechtlich konsequent zu verfolgen". Zudem müssten alle Bürger "menschenfeindlichen Äußerungen und Handlungen" entgegentreten – "gleich woher sie kommen und gegen welche Gruppe sie sich richten".

Koch: Wer ausgrenzt, kann sich nicht auf Christentum berufen

Im Namen der Deutschen Bischofskonferenz sagte der Berliner Erzbischof Heiner Koch: "Wer mit Worten oder Taten zur Ausgrenzung und Herabsetzung von Flüchtlingen und Migranten beiträgt, der kann sich nicht auf das Christentum berufen. Menschenfeindlichkeit und Fremdenhass stehen nicht nur im klaren Widerspruch zu den Werten unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, sondern zeugen letztlich immer von einer tiefen Missachtung der christlichen Botschaft."

Gegen Ressentiments und Parteitaktik

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Heinrich Bedford-Strohm, verwies auf die "Botschaft der Kraft", die hunderttausende ehrenamtliche Flüchtlingshelfer aussenden würden. Im Widerspruch dazu stehe die verschärfte politische Rhetorik. Sie "führt zu Verunsicherung, die lähmt anstatt zu motivieren". Im Aufruf fordern die Organisationen daher eine sachliche, lösungsorientierte Flüchtlingsdebatte, "statt öffentlich Ressentiments zu schüren oder parteitaktische Interessen zu verfolgen".

"Errungenschaften der Gesellschaft nicht aufgeben"

Zum Schluss des Aufrufs heißt es: "Gerade in Krisenzeiten dürfen wir die rechtsstaatlichen, sozialen und humanitären Errungenschaften unserer Gesellschaft nicht aufgeben." Unterzeichnet ist er unter anderen von Kardinal Reinhard Marx (Vorsitzender Deutsche Bischofskonferenz), von Heinrich Bedford-Strohm (Ratsvorsitzender EKD), von Josef Schuster (Präsident des Zentralrats der Juden), von Ingo Kramer (Präsident der Arbeitgeberverbände), von Reiner Hoffmann (Präsident des Deutschen Gewerkschaftsbunds) sowie von Alfons Hörmann (Präsident DOSB).

Parteien "bewusst herausgehalten"

Die Initiative zum Zusammenschluss ging vom DGB aus. Dessen Präsident Hoffmann rief auch andere zivilgesellschaftliche Institutionen auf, sich zu beteiligen. Parteien habe die Allianz aber "bewusst herausgehalten", weil deren "taktische Interessen" zur Verunsicherung der Gesellschaft beitrügen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Flüchtlinge
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Ökumene

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem FensterDer Aufruf im Wortlaut (PDF)
  2. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.allianz-fuer-weltoffenheit.de

Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, Jens Joest, pd | Foto: Michael Bönte
11.02.2016

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