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30.09.2016
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Professor Alfons Knoll.

Professor Alfons Knoll.

Katholisch-Theologischer Fakultätentag trifft sich in Münster

"Theologie ist ein breit gefächertes Studienfach"

Münster. Von Sonntag bis Dienstag (31.01.2016 bis 02.02.1016) tagt der Katholisch-Theologische Fakultätentag im Franz-Hitze-Haus in Münster. Ihm gehören alle deutschen katholischen Fakultäten an. Vorsitzender ist der Regensburger Fundamentaltheologe Alfons Knoll. Er spricht im Interview über die Lage des Theologiestudiums, die Aufgaben des Fakultätentags, die Themen der Tagung in Münster und darüber, warum er auch heute noch ein Theologiestudium empfiehlt.

Kirche+Leben: Welche Aufgaben nimmt der Katholisch-Theologische Fakultätentag wahr?

Professor Alfons Knoll: In Abstimmung mit akademischen, kirchlichen und politischen Instanzen entwickeln wir Rahmenbedingungen, zum Beispiel in Folge der »Bologna-Reform« zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Bildungsrahmens. Wir haben Vorschläge gemacht, wie die Fakultäten ihre Studienordnungen anpassen können. Ein weiteres Thema: Auch vor dem Hintergrund der Debatte um Plagiate haben wir Richtlinien vorgelegt, um die Qualität theologischer Doktorarbeiten zu sichern. Dies in Abstimmung mit der Hochschulrektoren-Konferenz und dem Philosophischen Fakultätentag.

Kirche+Leben: Wie entwickeln sich die Studierendenzahlen in den theologischen Studiengängen?

Knoll: Anders als vor 20 Jahren stellen heute die Lehramtsstudenten die weitgehende Mehrheit an den theologischen Fakultäten. Wir haben deshalb auch die Institute für Katholische Theologie als Mitglieder aufgenommen, die Religionslehrer ausbilden und nicht einer Katholisch-Theologischen Fakultät angehören. Heute befassen wir uns viel stärker damit, was den Beruf des Religionslehrers ausmacht. Allerdings werden wir Anstrengungen unternehmen müssen, damit die seit Jahren rückläufige Zahl der Theologie-studenten im Vollstudium wieder ansteigt. Das Vollstudium ist das Kerngeschäft der Fakultäten, und wenn dort die Zahlen sinken, bedeutet das auch ein Ausbluten der kirchlichen Berufe.

Kirche+Leben: Was ist dagegen zu tun?

Knoll: Wir wollen eine Strategie mit der Bischofskonferenz und den Zentren für »Berufe der Kirche« abstimmen. Einstweilen versuchen wir, auf das Angebot der Fakultäten aufmerksam zu machen, etwa mit einem Stand und einer Podiumsdiskussion beim Katholikentag sowie im Internet.

Kirche+Leben: Warum empfehlen Sie heute noch ein Theologiestudium?

Knoll: Weil es breit gefächert ist und über Bereiche wie Kirchengeschichte, Philosophe, Bibelexegese, Liturgie und Pastoral verschiedene Zugangswege eröffnet. Das geht über die theoretische Durchdringung eines Philosophie­studiums hinaus. Die Studenten begegnen der Heiligen Schrift und können aus ihrem Studium Konsequenzen für ihr Christsein ableiten. Natürlich muss mich der Glaube interessieren, und da müssen auch wir feststellen, dass in den Gemeinden die Zahl junger Leute und potenzieller Theologie­studenten weniger wird. Aber ich stelle auch immer wieder fest, dass angehende Religionslehrer so großes Interesse an der Theologie entwickeln, dass sie in ein Vollstudium wechseln.

Kirche+Leben: Womit befassen Sie sich bei Ihrer Tagung in Münster?

Knoll: Wir haben einen – nicht öffentlichen – Studientag, diesmal zum Verhältnis von Theologie und Kirche. Kardinal Karl Lehmann, der neue ZdK-Präsident Thomas Sternberg und Professorin Dorothea Sattler von der Fakultät in Münster werden Statements abgeben, die wir dann diskutieren. Außerdem verabschieden wir ein Papier, das gemeinsam mit den evangelischen Theologen, den Philosophen und den Erziehungswissenschaftlern entstanden ist. An den Universitäten ist immer mehr von »Kompetenzen« die Rede. Das Papier legt dar, was wir darunter verstehen.

Kirche+Leben: Und das wäre?

Knoll: Wir glauben, dass Kompetenz nicht nur mit Fachwissen und mit Qualifikationen für einen Beruf zu tun hat. Es sollte auch darum gehen, ein Urteilsvermögen zu erlernen und so kritisch und situationsbezogen entscheiden zu können.

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