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11.12.2016
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Kommentar

Ein Beispiel für viele Facebook-Kommentare.

Genn und Woelki verurteilen Hassparolen im Internet

Deutliche Kirchen-Kritik an verschärfter Flüchtlingsdebatte

Münster / Kevelaer. Katholische Stimmen kritisieren die jüngsten Verschärfungen der Flüchtlingsdebatte deutlich. Münsters Bischof Felix Genn und der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki verurteilten Hassparolen im Internet. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, warnte vor Pauschalurteilen gegen Flüchtlinge.

"Rechte Parolen – kann ein Christ so denken?", fragte Genn mit Blick auf Kommentare in Netzwerken wie Facebook. "Wir müssen gemeinsam nach richtigen Lösungen suchen, aber nicht mit Parolen, die in sich Hass tragen", sagte der Bischof nach Angaben seiner Pressestelle in einem Firmgottesdienst in Kevelaer.

Genn räumte ein, auch unter Flüchtlingen könne es Menschen mit bösen Absichten geben. Dennoch wolle Gott es "mit jedem Menschen versuchen". Aus diesem Anspruch kämen die Christen nicht heraus.

Sternberg: Für "Kitt der Gesellschaft" einsetzen

Auch ZdK-Präsident Sternberg sagte, wie in allen Gruppen gebe es unter Flüchtlingen gute und schlechte Menschen. Er warnte aber vor einer Pauschalverurteilung von Migranten und Muslimen nach den Vorkommnissen der Silvesternacht. Dass es sich bei den Straftätern von Köln nicht um glaubenstreue Muslime gehandelt habe, zeige allein die Tatsache, dass sie stark alkoholisiert gewesen seien. Sternberg sprach beim Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV).

Glaubende sollten sich als "Konsensbildner" engagieren, so der ZdK-Präsident. Es werde eine der wichtigsten Aufgaben der Christen in naher Zukunft sein, "zum Kitt der Gesellschaft" beizutragen.

Bischof Hanke: Mainstream wird radikal

Den Ton der Flüchtlingsdebatte griff der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke am Wochenende (16. / 17.01.2016) an: "Was sich in den letzten Tagen in der Politik als Mainstream herauszukristallisieren begonnen hat, wäre vor vier Monaten noch als rechtsradikal und islamfeindlich gebrandmarkt worden." Hanke warnte davor, sich von Ängsten treiben zu lassen. Menschen in Not müsse geholfen werden, das habe vor Monaten gegolten und gelte weiter.

Der Kölner Kardinal Woelki wandte sich dagegen, Grenzen für Flüchtlinge zu schließen. "Unser christliches Abendland werden wir nicht dadurch retten, dass wir Schotten oder Grenzen dicht machen", sagte Woelki bei einem Empfang der nordrhein-westfälischen CDU. Wem es wirklich um Christentum gehe, der müsse für "unsere Grundsätze, unsere Werte" eintreten und "die Würde jeder Frau, jedes Mannes und jedes Kindes schützen".

Woelki: Hetze im Netz ist "billig" und unzivilisert

Auch Woelki griff Internet-Hetze an. In einem Gastbeitrag für die "Rheinische Post" nannte er es "billig", in sozialen Netzwerken Hass zu verbreiten. Solche Kommentare seien "ein Zeichen völliger Enthemmung und des Verlustes jeglicher Zivilisiertheit". Hass-Aussagen zeigten "Schwäche" und fehlende "Einsicht in eine komplexe Wirklichkeit". Beim Lesen mancher Kommentare komme ihm der Satz Jesu am Kreuz in den Sinn: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."

Sätze wie "Raus mit dem Flüchtlings-Pack" seien "indiskutabel". Woelki schrieb von einer "Verachtung der Würde des einzelnen Menschen, befördert durch die niederschwellige Möglichkeit, schnell mal seinen Hass im Internet zu entladen und von Gleichgesinnten mit einem 'Like' beklatscht zu werden".

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Flüchtlinge
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: ZdK-Präsident Thomas Sternberg
  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Bischof Felix Genn

Text: jjo, KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Martin Schmitz
17.01.2016

    1. Übersicht: Flüchtlinge

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