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07.12.2016
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Flüchtlinge

An vielen Orten wird bereits viel für die Flüchtlinge getan - Caritas-Diözesandirektor Kessmann fordert dafür nachhaltige Strukturen.

Caritas: Kessmann fordert stabile Strukturen

Langer Atem im "Flüchtlings-Marathon"

Düsseldorf / Bistum. Nachhaltige und stabile Strukturen für die Flüchtlingsarbeit hat der münstersche Diözesan-Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann gefordert. Es gelte, Vorsorge für eine in den kommenden Jahren gleichbleibende Zuwanderung zu treffen, schreibt er in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Caritas in NRW. "Wir haben uns auf einen Marathonlauf begeben und dürfen nicht den Fehler machen, die Strecke im Sprinttempo anzugehen", so Kessmann in einer Meldung der gemeinsamen Publikation aller nordrhein-westfälischen Caritas-Diözesanverbände am Freitag (08.01.2016).

Kessmann stellt sich auf Unvorhergesehenes ein: "Nicht alles lässt sich planen"! Man könne und dürfe nicht von der Politik erwarten, dass sie bereits heute Lösungen für all die Probleme hat, die sich morgen oder übermorgen stellen werden. Wie in anderen Politikfeldern auch werde "sich die Flüchtlingspolitik nur Stück für Stück den richtigen Lösungen annähern können", so Kessmann. "Wenn wir keine Parallelgesellschaft mit all ihren Verwerfungen und Gefährdungen sozialen Friedens wollen, dann sollten wir eher heute als morgen alles unternehmen, um diejenigen Flüchtlinge, die bei uns bleiben, in unsere Gesellschaft hineinzunehmen."

Mehr Anstrengungen bei der Vermittlung von gesellschaftlichen Werten und Umgangsregeln an Flüchtlinge fordern die Integrationsexperten Marie-Luise Tigges und Heribert Krane vom Diözesan-Caritasverband Paderborn. Viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und religiösen Strömungen hätten andere Werte, was die Rollen von Frauen und Mädchen angehe oder sexuelle Identitäten. Viele hätten keine Erfahrungen mit einer Zivilgesellschaft westlicher Prägung. "Wir müssen von Anfang an zumuten und einüben, dass Einheimische und Flüchtlinge miteinander klarkommen", unterstreichen die beiden Autoren. Dazu werde in der Sozialarbeit, in Kitas und Schulen sowie bei berufsvorbereitenden Maßnahmen mehr qualifiziertes Personal benötigt. "Wir brauchen einen langen Atem, es bedarf vieler Anstrengungen", schreiben die Experten.

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  1. undefinedÜbersicht: Flüchtlinge

Text: Michael Bönte | Foto: Michael Bönte
09.01.2016

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