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30.06.2016
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Paris

Erfolgreicher Abschluss (v.l.n.r.): Christiana Figueres, Generalsekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UN), UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, Frankreichs Außenminister Laurent Fabius und Präsident Francois Hollande beim Weltklimagipfel.

Reaktionen auf Pariser Klimaschutz-Abkommen

Große Ermutigung und verpflichtender Anfang

Bonn / Vatikanstadt. Vertreter von Kirche und Hilfsorganisationen haben das Pariser Klimaschutz-Abkommen gewürdigt und auf eine gewissenhafte Umsetzung gepocht. Papst Franziskus betonte am Sonntag (13.12.2015), die "gesamte internationale Gemeinschaft" müsse den nun eingeschlagenen Weg "im Zeichen einer immer tatkräftiger werdenden Solidarität mit Eifer fortsetzen". Er ermahnte dazu, den vom Klimawandel besonders betroffenen Ländern zu helfen.

Die Staatengemeinschaft hatte am Samstagabend (12.12.2015) in Paris ein neues internationales Klimaschutz-Abkommen verabschiedet. Die 196 Unterzeichnerstaaten wollen die Erderwärmung demnach auf deutlich unter zwei Grad begrenzen, möglichst sogar auf unter 1,5 Grad. Das Abkommen sieht einen Mechanismus zur Überprüfung und Anpassung der zugesagten nationalen Klimaschutz-Maßnahmen vor. Ferner wird den besonders bedrohten Ländern Unterstützung im Fall klimabedingter Schäden zugesichert.

Änderung von Wirtschafts- und Lebensstil

Paris sei erst der Anfang, betonte Erzbischof Ludwig Schick, der in der Deutschen Bischofskonferenz für weltkirchliche Fragen zuständig ist. "Wir alle stehen bei der Umsetzung der Klimaschutzziele in der Pflicht: um der Zukunft der Menschheit und der Bewahrung der Schöpfung willen", sagte er. Nötig sei eine Änderung von Wirtschafts- und Lebensstil.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete das Abkommen als große Ermutigung für diejenigen, die sich nicht mit dem Zustand der Welt zufrieden gäben, sondern sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung engagierten. Er würdigte zugleich das Eintreten vieler Menschen für den Klimaschutz im Vorfeld des Treffens.

Misereor: Hinter Erwartungen zurückgefallen

Das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit Misereor warnte, der Vertrag werde für die am meisten vom Klimawandel betroffenen Gemeinschaften nicht befriedigend sein. Auch falle das Abkommen etwa beim Schutz der Menschenrechte oder in punkto Ernährungssicherung und Landnutzung hinter die Erwartungen zurück, sagte der Misereor-Experte für Umweltpolitik, Stefan Tuschen, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Nach Einschätzung der Kieler Klimaforschers Mojib Latif bleiben viele Fragen offen. Das Ziel der Dekarbonisierung, also einer Weltwirtschaft ohne fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas, spiele im Abkommen kaum eine Rolle. Man habe sich "lediglich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner" geeinigt, so der Träger des diesjährigen Deutschen Umweltpreises. Auch die Hilfsorganisation Care mahnte, die Regierungen müssten den Ausstieg aus den fossilen Energien beschleunigen.

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Reuters
13.12.2015

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