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21.11.2017
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Eine Pegida-Demonstration in Dresden.

Eine Pegida-Demonstration in Dresden.

Theologin: Kirchen müssen sich mit Autoritätsvorstellungen befassen

Extrem rechte Einstellungen unter Christen verbreitet

Bonn. Extrem rechte Einstellungen sind nach Darstellung der katholischen Osnabrücker Theologin Sonja Strube unter Christen überdurchschnittlich stark verbreitet. Es handele sich meist um Menschen, die "besonders rigide Frömmigkeitsstile pflegen, strenge Regeln einhalten beziehungsweise von anderen deren Einhaltung fordern", sagte die Herausgeberin des Sammelbandes "Rechtsextremismus als Herausforderung für die Theologie" dem Internetportal "katholisch.de".

Strube bescheinigte den Kirchen ein wachsendes Problembewusstsein für diese Entwicklung. Es sei etwa durch die Strafverfolgung des Internetportals kreuz.net oder durch die Pegida-Demonstrationen gewachsen. Die Kirchen müssten sich aber stärker auch mit den eigenen Frömmigkeitsstilen, Autoritätsvorstellungen sowie der eigenen Tradition befassen, die im 19. Jahrhundert Moderne, Religionsfreiheit und Demokratie abgelehnt hätten.

Anfällig seien auch Christen, die "sehr überzeugt davon sind, dass ihre eigenen Glaubensvorstellungen die einzig wahren und alle Andersdenkenden Sünder sind". Im katholischen Glaubensspektrum finde man solche Einstellungen verstärkt in Gruppen, die "dem vorkonziliaren Traditionalismus nahe stehen oder den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnen, im evangelischen Glaubensspektrum unter Evangelikalen".

Verunsicherungen durch gesellschaftlichen Wertewandel

Eine Zusammenarbeit extrem konservativer Christen mit rechten Gruppen und Medien ist nach Ansicht der Mitarbeiterin der interdisziplinären Forschungsgruppe "Frieden, Religion, Bildung" am Institut für Islamische Theologie der Uni Osnabrück auch durch Verunsicherungen durch den gesellschaftlichen Wertewandel bedingt. Sehr konservative Menschen und Menschen, die sehr rigide Vorstellungen von "richtig" und "falsch" haben, befänden sich heute nicht mehr im gesellschaftlichen Mainstream. Stattdessen gingen politisch extrem rechte Gruppen bewusst und einladend auf sie zu.

Berührungspunkte finden rechte Christen und rechtsextreme Kreise laut der Theologin vor allem bei den Themen Islam, Christenverfolgung und Familien. Vermeintlich gehe es um die Wahrung einer christlichen Identität oder eines christlichen Abendlandes, das "dann in Abgrenzung zum Islam definiert wird. Hier ergeben sich Andockmöglichkeiten für Christen, die ihren Glauben vor allem durch Abgrenzung von anderen Religionen definieren oder die sich einem Dialog nicht gewachsen fühlen".

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Reuters
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