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30.05.2016
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Papst Franziskus bei einem interreligiösen Treffen in Nairobi.

Papst Franziskus bei einem interreligiösen Treffen in Nairobi.

Erste Messe der Afrika-Reise und interreligiöses Treffen

Papst in Kenia: Familien fördern – Extremismus bekämpfen

Nairobi. Papst Franziskus hat den Zusammenhalt von Familien als zentralen Wert hervorgehoben. "Die Gesundheit jeder Gesellschaft hängt von der Gesundheit der Familien ab", sagte er am Donnerstag (26.11.2015) bei der ersten Messe seiner Afrika-Reise auf dem Campus der Universität Nairobi in Kenia. Gott rufe die Menschen auf, Familien zu unterstützen, "Kinder als einen Segen für unsere Welt anzunehmen und die Würde jedes Mannes und jeder Frau zu verteidigen".

Offenbar mit Blick auf die in Kenia verbreitete weibliche Genitalverstümmelung forderte der Papst, sich Bräuchen zu widersetzen, "die die Arroganz unter den Männern begünstigen, die die Frauen verletzen oder verachten und das Leben der unschuldigen Ungeborenen bedrohen". Unter Beifall beendete Franziskus die Predigt mit dem Gruß: "Mungu awabariki! Mungu abariki Kenya! Gott segne euch! Gott segne Kenia!" Die Messe wurde auf Englisch und Suaheli gefeiert.

Religionen als Werte-Vermittler

Am Morgen rief der Papst die Religionen zur gemeinsamen Abwehr des Terrors auf. "Allzu häufig werden Jugendliche im Namen der Religion zu Extremisten gemacht, um Zwietracht und Angst zu säen und um das Gefüge unserer Gesellschaften zu zerstören", sagte er vor Vertretern des Islam, christlicher Konfessionen sowie animistischer Gemeinschaften. Der Name Gottes, den alle monotheistischen Religionen als Gott des Friedens verehrten, dürfe niemals missbraucht werden, um Hass und Gewalt zu rechtfertigen.

Franziskus verurteilte die Anschläge auf das Einkaufszentrum "Westgate" in Nairobi (September 2013), auf die Universität Garissa (April 2015) und im kenianischen Mandera (Juli 2015). Dabei hatten islamistische somalische Milizen gezielt Christen erschossen. Gegen solche Verbrechen müssten alle Religionsvertreter gemeinsam als Propheten des Friedens aufstehen.

Gott habe jedem Menschen Würde und das Recht auf Glück und Freiheit verliehen, betonte der Papst. Religionen müssten diese Werte an junge Menschen weitervermitteln, damit sie diese verinnerlichten.

Spaltungen im Land überwinden

Nach seiner Ankunft in Nairobi rief Franziskus vor Spitzenvertretern Kenias am Mittwoch (25.11.2015) zum Aufbau einer gerechten Gesellschaft auf. Die Politik müsse redlich und transparent für eine gerechte Verteilung der natürlichen und menschlichen Ressourcen sorgen. Präsident Uhuru Kenyatta bat den Papst um seine Fürsprache für das Land und den Kampf gegen Korruption. Zudem müsse Kenia religiöse und ethnische Spaltungen überwinden, mahnte Franziskus. Dazu brauche es einen Geist der Vergebung, Versöhnung und Toleranz, vor allem jedoch soziale Gerechtigkeit.

Auf dem Weg nach Kenia war das päpstliche Flugzeug kurz vom Radar verschwunden: Über ägyptisch-libyschem Grenzgebiet, wo Islamisten aktiv sind, schaltete es den Transponder ab, damit es auf öffentlichen Radar-Seiten im Internet unsichtbar blieb. Das sei eine "allgemeine Sicherheitsmaßnahme", hieß es.

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, jjo | Foto: Reuters
26.11.2015

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