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02.07.2016
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Bischof

Ein Bischof liest in der Synodenaula.

Kleingruppe bei Synode legt Wochenzusammenfassung vor

Deutsche Bischöfe: Kirche beurteilt Gesellschaft zu negativ

Vatikanstadt. Die deutschsprachigen Bischöfe bei der Familien-Synode fordern eine positivere Sicht der katholischen Kirche auf die moderne Gesellschaft. Man dürfe nicht "zu sehr in eine Überbewertung der eher pessimistischen Wahrnehmung unserer Gesellschaft verfallen", heißt es in einer Stellungnahme der deutschsprachigen Kleingruppe der Synode vom Freitag (09.10.2015). Ihr zufolge werden die "positiven Zeichen der Zeit" im ersten Kapitel des Arbeitspapiers der Bischofssynode "nur wenig" gewürdigt.

Am Freitag (09.10.2015) legten die 13 Kleingruppen der Synode ihre Stellungnahmen zum ersten Kapitel des Arbeitspapiers vor. Darin geht es um eine Bestandsaufnahme der Situation heutiger Familien. Die Texte sollen in das Abschlussdokument der Synode einfließen.

Gegen eine "normativ verurteilende Sprache"

Die deutschsprachige Kleingruppe fordert, kulturelle Eigenheiten und Unterschiede der Weltkirche stärker zu berücksichtigen. Das sei vor allem nötig, wenn es um "ambivalente oder aus kirchlicher Sicht problematische Elemente der heutigen kulturellen Wirklichkeit" gehe. Diese müssten einer "differenzierten Analyse und Beurteilung" unterzogen werden.

Zugleich mahnen die deutschsprachigen Bischöfe eine weniger verurteilende, allgemein verständliche Sprache für das Abschlussdokument an. Sie wenden sich gegen eine "negativ abgrenzende und normativ verurteilende Sprache". Kirchliche und theologische Positionen müssten zudem so dargestellt werden, dass sie "in einer säkularen Umwelt zugänglich" seien.

Als Beispiel für eine zu negative Sicht im Arbeitspapier nennt das Papier die Beurteilung des Individualismus. Dieser stelle zwar als "egoistischer Grundzug" eine " Gefahr für das Leben der Menschen" dar. Es dürfe aber nicht die gottgewollte Individualität des Menschen verurteilt werden.

"Schönheit der Ehe" und Familie würdigen

Die deutschsprachige Kleingruppe plädiert zudem für eine stärkere Würdigung der "Schönheit der Ehe" und des Auftrags von Familien. Auch schlägt sie vor, Eheleuten und Familien für ihren "großen Dienst füreinander, für unsere Gesellschaft und für unsere Kirche zu danken".

Der Kleingruppe gehören 14 Kardinäle und Bischöfe aus neun Nationen an, darunter der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, die Kurienkardinäle Walter Kasper und Kurt Koch sowie die Kardinäle Reinhard Marx (München) und Christoph Schönborn (Wien). Ebenfalls auf Deutsch diskutiert der melkitische Patriarch Gregorius Laham aus dem Nahen Osten mit. Weitere Mitglieder sind Bischöfe aus Österreich, Serbien, Finnland, Kroatien, Ungarn und der Slowakei.

Schönborn: Kleingruppe bisher einmütig

Kardinal Schönborn, Moderator der deutschsprachigen Gruppe, zeigte sich in Radio Vatikan sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Synode mit vielen offenen Diskussionsmöglichkeiten. Die Beiträge im Plenum machten große Unterschiede deutlich, daher dürfte die Synode "ein äußerst mühsamer Weg" werden.

In der deutschsprachigen Kleingruppe seien noch nicht "die Fetzen geflogen", weil es bisher vor allem um einen "gemeinsamen Blick auf die Realität" gegangen sei. Hier herrsche viel Einmütigkeit. Wenn es demnächst um die kirchliche Lehre und Seelsorge geht, werde die Debatte wohl spannungsreicher verlaufen.

Nach Schönborns Ansicht haben sowohl Rigorismus wie auch eine allzu laxe Haltung nichts bei der Synode verloren. Es müsse der Kirche darum gehen, barmherzig auf die Not und den guten Willen der Menschen zu sehen. Sie müsse zugleich das Versagen und Scheitern in den Blick nehmen, "aber nicht verurteilend, sondern helfend und begleitend".

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, jjo | Foto: Reuters
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