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18.11.2017
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Kardinal Reinhard Marx

Kardinal Reinhard Marx macht sich in Brüssel für ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik stark.

Marx nach Flüchtlingsdrama auf Lampedusa

"Nicht das Europa, das wir wollen"

Brüssel/Vatikanstadt. Der Präsident der EU-Bischofskommission (COMECE), Kardinal Reinhard Marx, fordert eine andere europäische Flüchtlingspolitik. Seit Jahren werde eine Politik betrieben, "die Menschen in Not davon abhält, unsere Küsten zu erreichen", kritisierte der Münchner Erzbischof bei einem Treffen mit dem EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso in Brüssel, wie COMECE am Donnerstagabend (10.10.2013) mitteilte. "Das ist nicht das Europa, das wir wollen." Asyl zu beantragen, sei ein fundamentales Menschenrecht. Flüchtlinge müssten menschenwürdig behandelt werden. Das Thema dürfte auch bei der Begegnung von Papst Franziskus und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) am Freitag im Vatikan zur Sprache kommen.

Unterdessen hat Papst Franziskus 1.600 Telefonkarten für Flüchtlinge auf der Insel Lampedusa gespendet. Wie die vatikanische Tageszeitung "Osservatore Romano" (11.10.2013) berichtet, wurden die Karten vom päpstlichen Almosenmeister Erzbischof Konrad Krajewski auf der Insel verteilt. Sie sollten den Betroffenen helfen, den Kontakt mit ihren Verwandten in der Heimat zu halten, so die Zeitung. Zudem sei für die Kinder im Aufnahmelager mit päpstlichen Geldern ein Spielezelt angeschafft worden.

Nach Angaben des "Osservatore" kehrte Krajewski, den der Papst vor einer Woche als persönlichen Berichterstatter nach Lampedusa entsandt hatte, am Donnerstag von der Insel zurück und legte dem Papst seinen Abschlussbericht vor. Franziskus hatte das jüngste Bootsunglück vor Lampedusa, bei dem mehr als 300 Flüchtlinge starben, als eine "Schande" bezeichnet, für die sich die ganze Welt schämen solle.

Wert der Menschenwürde

Marx erinnerte beim Treffen mit Barroso daran, dass die EU "keine abstrakte internationale Einheit" sei: "Sie ist eine Union von Menschen, die an gemeinsame Werte glauben, unter denen die Menschenwürde der wichtigste ist." Alle europäischen Bürger seien dafür verantwortlich, dass sich eine Tragödie wie das Flüchtlingsunglück vor Lampedusa nicht wiederholt.

Der COMECE-Präsident forderte von den EU-Mitgliedstaaten mehr Solidarität: "Eine Einigung über angemessene Aufnahmequoten sollte dringende Priorität des EU-Ministerrates für Justiz und Inneres sein." Die internationale Gemeinschaft müsse die Herkunfts- und Transitländer der Migranten und Asylsuchenden dazu drängen, die Menschenwürde zu achten. Letztlich könnten Unglücke wie das vor Lampedusa nur vermieden werden, wenn die Krisen außerhalb Europas wirksamer angegangen würden. Die Europäer sollten sich daher "für ambitioniertere Entwicklungsziele zur Armutsbekämpfung einsetzen".

Die Einstellung der Bundesbürger zum Thema hat sich nach einer Erhebung des "ARD-Deutschlandtrends" durch das Flüchtlingsdrama auf Lampedusa nicht geändert. Lediglich 43 Prozent der Bundesbürger sprechen sich für eine vermehrte Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland aus. Knapp über die Hälfte (51 Prozent) ist dagegen, wie am Freitag in Köln bekannt wurde. Dass die Europäische Union insgesamt mehr Flüchtlinge aufnimmt, befürwortet allerdings eine Mehrheit der Bevölkerung von 52 Prozent. 43 Prozent sprechen sich dagegen aus. Für die Erhebung wurden laut Angaben 1.003 Erwachsene befragt.

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
11.10.2013

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