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25.09.2017
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Daumen rauf oder Daumen runter zur Zufriedenheits-Studie?

Daumen rauf oder Daumen runter zur Zufriedenheits-Studie?

User-Reaktionen via E-Mail und Facebook

"So weit weg von den Menschen?"

Bistum. Wie kommt die "Zufriedenheits-Studie" des Bistums Münster bei den Menschen im Bistum an? Wie ließe sich die Zufriedenheit steigern? Auf unsere Einladung über kirchensite.de und Facebook haben uns eine ganze Reihe User und Leser ihre Meinung mitgeteilt. Hier einige Rückmeldungen der letzten Tage, die wir teilweise gekürzt wiedergeben, um möglichst viele Äußerungen zu berücksichtigen.

 

Kreative Ideen statt Gesundschrumpfen

Wir in unserer Region wünschen uns Information und Beteiligung. Diese Möglichkeit über Kirche+Leben und kirchensite.de zur Meinungsäußerung ist wunderbar! ... Je größer die Firma, desto behäbiger die Aktualisierung. Nach meinem Eindruck ist beim Seelsorgeteam die Aufgabe des Pfarreirats als Laienapostolat mit nur vier planmäßigen Sitzungen noch nicht verinnerlicht. ... Übrigens ist das Sich-Abwenden von der Kirche für den Einzelnen problemlos. Es ergibt sich doch gar kein Mangel. Die Darstellung, dass Aktivität in der Kirche ein Gewinn ist, braucht kreative Ideen und keinen Rückzug hinter verschlossene Türen wie vor Pfingsten.

Dr. Wilhelm Dopjans - Via E-Mail

 

Wofür?

Warum braucht die Kirche so eine Studie? Ist sie so weit weg von den Menschen?

Franz-Josef Hemsing – Via Facebook

 

Erschreckende Erlebnisse

Man wird auch den tieferen Grund der Veränderungen zur Kirche nicht durch oberflächliche Abfragen ergründen können. Ich persönlich bin in einer sehr katholischen, konservativen Familie groß geworden. Schon seit meiner frühesten Kindheit habe ich mich für einen priesterlichen Beruf interessiert. Die Schule des Lebens hat mich letztlich davon abgehalten, einen solchen Schritt zu wagen. Lügen, Intrigen, Selbstverherrlichung, und die Unkontrollierbarkeit des Amtes waren für mich erschreckende Erlebnisse."

Antonius Schäfer - Via E-Mail

 

Wer ist denn Kirche?

Ich vermisse theologische Reflexion und vor allem ein Hinterfragen des der Studie zugrundeliegenden Kirchenbildes. Kirche ist demnach ein religiöser Dienstleister, der nach der Zufriedenheit seiner Kunden fragt. Dass Soziologen so denken, ist nicht anders zu erwarten, dass dies aber unkommentiert anscheinend übernommen wird, ja durch eine verstärkte Evaluierung von Seelsorge noch in das gleiche Horn geblasen wird, erstaunt mich nicht nur, sondern ärgert mich!!!
Wer ist denn Kirche? Ist es die Gemeinschaft der Getauften oder die für ihre Dienstleistung bezahlten Hauptamtlichen? Welche Ekklesiologie wird hier denn populartheologisch vermittelt? Nach meiner Meinung zeigt die Studie vor allem eines, ein defizitäres und in Teilen "klerikales" Kirchenbild auf allen Seiten!! Wobei "klerikal" sich hier nicht nur auf Kleriker im engeren Sinn bezieht, sondern auf klerikales Verhalten, das sich auch bei so genannten Laien findet. Es beschreibt das Bewusstsein, dass die Kirche eine Kirche der klerikalen Hauptamtlichen sei, die entsprechende Leistungen zu erbringen habe und die in ihrer Erwartung ebenfalls klerikal denkenden Laien dann eben zufrieden oder unzufrieden mit den Leistungen sind. Ich bestreite nicht, dass natürlich Erwartungen an Hauptamtliche zu stellen sind und eine Kritik entsprechender
Leistungen möglich sein muss, doch im Rahmen eines Bewusstseins des gemeinsamen Kircheseins.

P. Professor Dr. Michael Plattig O.Carm. - Via E-Mail

 

Marschrichtung

Die entscheidenste Erkenntnis ist m.E., dass sich eine teilweise eklatante Wahrnehmungsdifferenz der Mitarbeiter zur Realität der Pfarreien gezeigt hat. Eben diese Mitarbeiter aber weitestgehend vor Ort die Marschrichtung vorgeben (wollen).

Gregor Pollmann – Via Facebook

 

Hauptamtliche als Multiplikatoren

Völlig außen vor ist wohl die Rolle der Kirche als Arbeitgeber. Arbeitnehmer, die bei Kirche und Caritas arbeiten, wirken im Bekannten- und Verwandtenkreis als Multiplikatoren, als Meinungsträger. Im Guten wie im Schlechten. Dazu habe ich bis jetzt noch nichts gelesen.

Ulrich Richartz, Geschäftsführer der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen im Bistum Münster - Via E-Mail

 

Wir leiden unter Selbstüberschätzung

"Das ist doch nicht neu", "das wissen wir doch schon", "es liegt doch auf der Hand, woran das liegt" ... Viele erste Kommentare zu den Ergebnissen der Münsteraner Zufriedenheitsstudie offenbaren vor allem eines: Die erschreckenden Ergebnisse irgendwie auf Abstand halten – oder auf andere zeigen, die jetzt mal handeln sollten.
Wer halbwegs offen durch die Welt geht und mit seinen Mitmenschen kommuniziert, weiß tatsächlich, wie katastrophal das Ansehen unserer Kirche ist. Um so erschreckender ist eine Selbstwahrnehmung unter Mitarbeitenden und Verantwortlichen unserer Kirche, die an der Realität vorbei geht – wir leiden offensichtlich unter einer gewissen Selbstüberschätzung. Die Studie des Bistums Münster, die auch für andere Bistümer repräsentativ sein dürfte, ist darum zuerst eine Aufforderung zu einer nüchternen und ehrlichen Selbstkritik in unserer Kirche. Trotz aller Dialogprozesse steht diese wohl immer noch aus. Wir können es natürlich auch lassen und alles irgendwie weitermachen wie gewohnt. Allerdings sollten wir dann nicht klagen, wenn uns die Kirchensteuerzahler weiter davon laufen ...

Klaus Pfeffer, Generalvikar des Bistums Essen – Via Facebook

 

Vorleben, dass Kirche im Leben steht

Wir sollten von unserer Kirche reden und bei allen möglichen Gelegenheiten zeigen (vorleben), dass sie eigentlich mitten im Leben steht, dass man zu ihr stehen kann, ohne als verstaubt und nicht mehr von dieser Welt zu gelten, dass Kirche ihre Daseinsberechtigung hat. Ohne Information über die Kirche und das, was sie kann und tut, geht es nicht, weil gerade diese grundlegende Information so sehr zu fehlen scheint. Wenn mehr Menschen einfach wüssten, dass sie sich mit vielen Problemen, Fragen, Bedürfnissen an "die Kirche" wenden können, würde sich die in der Studie untersuchte "Zufriedenheit" schlagartig erhöhen – ohne dass sich die Kirchen dadurch zwangsläufig wieder füllen, aber das ist ein anderes Thema ...

Dr. Claudia Maria Korsmeier, Vorsitzende Pfarrei-/Seelsorgerat St. Anna, Seelsorgeeinheit Münster-West – Via E-Mail

 

Kirche ohne Vorurteile

Ich wäre zufrieden mit einer Kirche, wo jeder ein Zuahuse hat – ohne Vorurteile, ohne Hass.

Pfr. Donald Baker, New York City – Via Facebook

 

Fast nicht mehr auszuhalten

Ich bin 58 Jahre alt, katholisch und bis vor einigen Jahren in meiner Pfarrgemeinde 40 Jahre als Kirchenchorsänger, davon von 2003 bis 2010 als Vorsitzender, und Redaktionsmitglied der Internetredaktion der Pfarrgemeinde aktiv. Mittlerweile habe ich den Chor verlassen und stehe der katholischen Kirche als Institution mehr und mehr sehr kritisch gegenüber. Die Wohlgefälligkeit der Amtskirche hier in Deutschland, von manchen Priestern angefangen bis zu den "hohen Würdenträgern", den Bischöfen, ist fast nicht mehr auszuhalten. Joberfüllung wird groß geschrieben, Seelsorge findet auch aufgrund der übergroßen Pfarrgemeinden kaum noch statt. Wenn die deutsche katholische Kirche es ernst meinen würde mit Armutsbekämpfung und Nähe an den Menschen, dann würde sie freiwillig auf die staatliche Einziehung der Kirchensteuer verzichten und sich auf die Spendenfreudigkeit der Menschen wie zum Beispiel in den Niederlanden verlassen.

Werner Stulier – Via E-Mail

 

Maximale Beteiligung

Experimentelle Räume schaffen geht wohl nur unter der Voraussetzung, dass wir unsere Bilder in unseren Köpfen und Herzen verändern von hierarchisch zu partizipativ. Maximale Partizipation – nicht nicht nur ein bisschen Beteiligung aller. Das stellt unser vertrautes Bild von Kirche ziemlich auf den Kopf.

Ludger Seibert – Via Facebook

 

Und was tust du für die Kirche?

Jeder in der Kirche muss sich die Frage von Kardinal Martini gefallen lassen: Und was tust du für die Kirche? Gleichzeitig: Wer diese Frage stellt, muss den Gläubigen auch erlauben, sich einbringen zu dürfen. Daraus ergibt sich für mich folgende Frage: Wie steht es mit dem subtilen Klerikalismus? Will sagen: Bringen nicht noch zu viele Kleriker zum Ausdruck, sie wüssten wie das geht mit dem Glauben und der christlichen Moral? Sprechen wir in der Kirche eine Sprache, die die Menschen verstehen? Und sind unsere liturgischen Handlungen in Gottesdiensten erschließbar?
Die Erwartungen an die Kirche sind aber häufig auch widersprüchlich. Einerseits soll sich "alles" ändern. Wenn Sie an Weihnachten aber ein neues Lied nehmen wollen, dann erfolgen die Proteste. Oder es gibt viel Widerstand, wenn z.B. in der Heilig-Kreuz-Gemeinde Münster neue Wege der Kommunionvorbereitung gegangen werden sollen.
Ich bin nicht unzufrieden mit der Kirche oder in der Kirche. Sie ist meine Heimat; meine Mutter; sie ist alt und nicht immer gut drauf; sie weiß alles vom Leben und vom Sterben; sie hält Gottes Wort in der Welt wach; sie wartet mit mir, das Er endlich wiederkommt; sie ist heilig und sündig – wie Sie und ich.

Frank Schüssleder, Klinikseelsorger in Münster – Via E-Mail

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Text: mn | Foto: Norbert Göckener
06.03.2015

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