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24.07.2016
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KSHG

Studentenpfarrer Michael Ostholthoff (l.) und Nils Stockmann im Gespräch mit Katrin Göring-Eckardt.

Politikerin bei der Hochschulgemeinde in Münster zu Gast

Göring-Eckardt: Wir schaffen Integration von Flüchtlingen

Münster. Religiöse Bekenntnisse sind im politischen Berlin nicht an der Tagesordnung. Engagement in Kirchen-Ämtern ist für die meisten Spitzenpolitiker gar unvereinbar mit dem Mandat. Eine der prominentesten Ausnahmen ist Katrin Göring-Eckardt. Die Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen ist zugleich Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands. Am Samstagabend (05.09.2015) war sie zu Gast bei der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde in der Petrikirche in Münster.

Angesichts tausender derzeit ankommender Flüchtlinge unterstrich Göring-Eckardt: "Es entstehen große Chancen für unser Land. Wir sind ein starkes Land. Und daher werden wir die Integration vieler Millionen Menschen in unsere Gesellschaft schaffen." Durch Begegnungen vieler Kulturen werde das Land bunter und facettenreicher.

Politiker sollen Flüchtlingsheime besuchen

Ihre Berufskollegen rief die Politikerin auf, sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen: Besuche dort, wo Flüchtlinge ankommen, aber auch dort, von wo sie fliehen, seien für die gewählten Vertreter des Volkes unabdingbar.

Im Gespräch über ihre Vita sagte Göring-Eckardt, sie übe ihr politisches Amt "trotz hoher Belastungen ungeheuer gerne" aus. Daran, dass eine Verbindung zwischen grüner Politik und christlichem Glauben nicht immer selbstverständlich war, erinnerte sie mit einer Anekdote: Als sie 2007 erstmals in den Präsidiumsvorstand des Deutschen Evangelischen Kirchentags gewählt worden sei, habe Partei-Ikone Joschka Fischer gesagt: "Katrin, jetzt sind die Grünen endgültig in der Mitte der Gesellschaft angekommen."

Wunsch nach politischen Impulsen der Kirchen

Von den Kirchen fordert sie auch künftig deutliche politische Impulse. Als ehemalige Kirchentags-Präsidentin warb sie zugleich für staatliche Förderung kirchlicher Großveranstaltungen wie des Katholikentags 2018 in Münster.

Auch im katholischen Umfeld wies sie auf 2017 hin, wenn die Protestanten an den Beginn der Reformation vor dann 500 Jahren erinnern. Göring-Eckardt wünscht sich ein Fest aller Christen: "Die Reformation, in der es in erster Linie um Freiheit und Gnade geht, geht alle an."

Appell: "Reden Sie über Ihren Glauben!"

Die gebürtige Thüringerin sagte, heute bedauere sie, ihr Theologiestudium abgebrochen zu haben. Die friedliche Revolution von 1989 habe sie aber in die Politik gespült.

Dennoch spiele ihr Glaube eine bedeutende Rolle in ihrem Leben und Handeln – und nicht erst, wenn die Politikerin "Feierabend" habe. Insofern ermunterte Göring-Eckardt auch die überwiegend jungen Zuhörer: "Reden Sie über Ihren Glauben! Gehen Sie diesen Fragen nicht aus dem Weg!"

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