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23.07.2016
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GDL

Ein neues Papier des Rats der EKD hinterfragt unter anderem die Rolle kleiner Gewerkschaften.

Spartengewerkschaften drohen die "Solidarität auszuhöhlen"

Papier zur Arbeitswelt: EKD fordert gesetzliche Tarifeinheit

Frankfurt. Eine "gesetzliche Wiederherstellung" der Tarifeinheit fordert der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Ansonsten drohe eine weitere Erosion des Tarifsystems, warnt die EKD in einer Denkschrift, die der Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, am Dienstag (28.04.2015) in Frankfurt vorstellte.

Ohne zum Beispiel die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ausdrücklich zu nennen, zeigt sich die EKD besorgt über die Entwicklung kleiner Spartengewerkschaften. Ohne Tarifeinheit drohten Eigeninteressen von Berufsgruppen die betriebliche Solidarität auszuhöhlen. Konkurrierende Gewerkschaften mit konkurrierenden Tarifverträgen in Betrieben und Branchen könnten zu schweren wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen führen, heißt es in der Denkschrift. Sie trägt den Titel "Solidarität und Selbstbestimmung im Wandel der Arbeitswelt". Noch im Mai will der Bundestag ein Tarifeinheitsgesetz beschließen.

Sorge wegen der Einkommensverteilung

Besorgt zeigt sich die EKD über die Arbeitseinkommen in Deutschland. Problematisch sei die unterschiedliche Entwicklung von Kapital- und Arbeitseinkommen ebenso wie die gestiegene Einkommensungleichheit, heißt es.

Die Verteilung der Einkommen könne nicht allein dem Markt überlassen werden. Einkommensstarke müssten mehr zu einem funktionierenden Gemeinwesen beitragen; die schwächeren Mitglieder der Gesellschaft bedürften einer höheren Unterstützung. Neben den Tarifparteien und Sozialpartnern stünden auch Politik und Kirchen in der Verantwortung, auf eine angemessene Wohlstandsverteilung und -entwicklung zu achten.

Gegen pauschale Renten-Altersgrenzen

Mit Blick auf das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU stellt das EKD-Papier fest, der Abbau von Barrieren sei grundsätzlich zu begrüßen. Es sei aber unbedingt darauf zu achten, dass bei Produktsicherheit, sozialen Vorkehrungen sowie Verbraucher- und Gesundheitsschutz keine bewährten Standards gesenkt würden.

Zum Thema Globalisierung betont die Denkschrift, notwendig seien international verbindliche Rahmen, die Unternehmen darauf verpflichteten, Arbeitsstandards einzuhalten und das auch von ihren Zulieferern zu verlangen. "Die Rechenschafts- und Transparenzpflichten von Unternehmen sollten gesetzlich geregelt werden", heißt es in dem EKD-Papier.

Die Kirche plädiert auch für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen. Verlangt werden zudem flexible Möglichkeiten des Übergangs in den Ruhestand. Pauschale Altersgrenzen müssten generell hinterfragt werden.

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Reuters
28.04.2015

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