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25.09.2016
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Boot

Ein Flüchtlingsboot vor der griechischen Insel Rhodos am Montag.

Lebensrettung gehöre zum "moralischen Selbstanspruch"

Marx nach Bootsunglücken: Wertegemeinschaft versagt

Brüssel / Berlin / Köln. Angesichts des Untergangs von Flüchtlingsbooten im Mittelmeer wirft der Vorsitzende der katholischen EU-Bischofskommission COMECE, Kardinal Reinhard Marx, der EU ein Versagen als Wertegemeinschaft vor. Die jüngsten Unglücke mit hunderten Toten stellten infrage, wie ernst es die EU "mit den gern zitierten Werten nimmt, auf die sie gegründet ist", sagte Marx am Dienstag (21.04.2015).

Die EU dürfe dieser menschlichen Katastrophe nicht länger zusehen. Zwar gebe es bedenkenswerte Einwände wegen der indirekten Unterstützung von Schlepperbanden. Das dürfe aber "nicht blind machen für die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer". Die Rettung von Menschleben gehöre zum moralischen Selbstanspruch Europas.

Woelki: Leichen in unserem "Sommer-Bade-Meer"

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) verlangte, Seenotrettung zur höchsten Priorität zu machen. Zudem sollten die EU-Staaten mehr Flüchtlinge aufnehmen, Familienzusammenführungen erleichtern und den Visumszwang aussetzen. Die Politik müsse "endlich Leben retten", sagte der deutsche JRS-Direktor Pater Frido Pflüger.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki rief im "Domradio" zur Hilfe für Bootsflüchtlinge auf: "Sie ersaufen elendig. Nicht irgendwo weit weg, sondern im noch winterkalten Wasser des Mittelmeers. Ihre Leichen treiben dann in unserem beliebten Sommer-Bade-Meer."

"Tödlichste Grenze der Welt"

Der Präses der rheinischen evangelischen Kirche, Manfred Rekowski, kündigte wegen der Bootsunglücke für Samstag (25.04.2015) einen Klagegottesdienst in Wuppertal an: "Wer an Christus, den Liebhaber des Lebens glaubt, kann das Sterben der Flüchtlinge nicht hinnehmen", sagte der Präses.

Derweil teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen mit, der April 2015 sei der Monat mit den meisten dokumentierten ertrunkenen Flüchtlingen im Mittelmeer. Ein Sprecher nannte 1.300 Tote, darunter mehr als 800 auf einem Boot, das am Sonntag (19.04.2015) gekentert war.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) nennt das Mittelmeer in einem Report die "tödlichste Grenze der Welt". Dort hätten sich 2014 drei Viertel der weltweiten Todesfälle von Flüchtlingen ereignet. Jeden Tag ertrinken laut IOM durchschnittlich acht Menschen beim Versuch, nach Europa zu gelangen.

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Text: jjo, KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Reuters
21.04.2015

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