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24.07.2016
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Papst Franziskus in Neapel.

Papst Franziskus traf bei seinem Besuch im Stadtteil Scampia auf Jugendliche mit wenig Lebensperspektiven.

Deutliche Worte von Papst Franziskus in Neapel

"Stinkende Korruption, Ausbeutung, Sklaverei"

Neapel. Der Hoffnungsträger kam im Hubschrauber. Am Samstagmorgen (21.02.2015) landete Papst Franziskus zu seinem Neapel-Besuch zunächst an der äußersten Peripherie der Hafenstadt, im berüchtigten Mafia-Viertel Scampia, etliche Kilometer entfernt von den romantischen Gassen der Altstadt. Tausende erwarteten ihn in diesem vergessenen Winkel Italiens.

Scampia gilt als hoffnungsloser Fall. Die schäbigen Betonburgen des Neubauviertels gammeln seit Jahrzehnten vor sich hin, der Staat ist weit weg, die Camorra immer nah. Bis zu 70 Prozent der Menschen haben keinen richtigen Job. Selten sah man einen Papst vor so trister Kulisse sprechen.

"Ich bin gekommen, um euch Hoffnung zu geben", sagte Franziskus in seiner teils sehr emotionalen Rede. Dann sprach er von den Themen, die diesen Tag bestimmen sollten: die Arbeitslosigkeit, das organisierte Verbrechen, das Neapel und ganz Süditalien so sehr lähmt, das Recht auf Perspektiven und auf ein würdiges Leben für alle. "Es gibt ein ökonomisches System, das die Menschen wegwirft, und das betrifft hier besonders die Jugendlichen", von denen sehr viele gekommen waren.

Politik in der Verantwortung

Wem das Wirtschaftssystem nicht die Chance gebe, sein Brot zu verdienen, dem raube sie die Würde, so Franziskus unter lautem Applaus. Gleiches hatte er auch schon bei seinen Besuchen auf Sardinien und in der Krisenregion Molise gesagt. Vor den verrotteten Wohnsilos von Scampia klang die Anklage noch drängender. Auch das weit verbreitete Problem der Schwarzarbeit ohne Sozialversicherung und der prekären Jobs ging Franziskus an: Solche Arbeitgeber begingen Ausbeutung und Sklaverei. "Und wenn der, der so etwas tut, sich Christ nennt, dann ist er ein Lügner."

Ungewöhnlich deutlich sprach er die Lokalpolitik an. Sie trage in erster Linie die Verantwortung für die Menschen auf der Straße. Gute Politik, das sei eine der höchsten Formen der Nächstenliebe. Und jeder wusste, was er meinte, als er gleich darauf auf die "stinkende Korruption" in dieser Stadt hinwies.

"Tränen der Mütter"

In Scampia hatte der Papst kaum über die "Geißel der Mafia" gesprochen. Dafür wurde er bei der Messe auf der Piazza del Plebiscito in der Innenstadt umso deutlicher: "Reagiert mit Stärke auf die Organisationen, welche die Jugend, die Armen und Schwachen mit dem zynischen Drogenhandel und anderen Verbrechen ausbeuten und korrumpieren", rief er vor 60.000 Menschen. Die Mafiosi forderte er zur Umkehr auf angesichts der "Tränen der Mütter von Neapel". Sie flossen bei dieser Predigt auch bei manchem im Publikum. "Die Zeit der Befreiung Neapels ist angebrochen", ermutigte der Papst.

Von den Opfern eilte der Papst sogleich weiter zu den Tätern. Begegnungen mit Strafgefangenen zählen inzwischen zum festen Programm päpstlicher Pastoralreisen in Italien. Besonders war diesmal, dass unter den 100 Häftlingen, mit denen Franziskus im Gefängnis "Giuseppe Salvia" zu Mittag aß, rund ein Dutzend Transsexuelle waren. Auch hier prangerte er unwürdige Haftbedingungen und mangelnde Hilfe bei der Resozialisierung an.

Hunderttausende waren auf Neapels Straßen, auf denen sich der Papst im offenen Papamobil oder im Kleinwagen durch die Stadt bewegte. Auf dem Programm standen auch Begegnungen mit Kranken und Behinderten, Klerikern, Jugendlichen und Alten. Den Geistlichen trug er auf, einem "Geist der Armut" zu folgen.

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