Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Aktuelles
27.05.2016
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Papst Franziskus in Neapel.

Papst Franziskus traf bei seinem Besuch im Stadtteil Scampia auf Jugendliche mit wenig Lebensperspektiven.

Deutliche Worte von Papst Franziskus in Neapel

"Stinkende Korruption, Ausbeutung, Sklaverei"

Neapel. Der Hoffnungsträger kam im Hubschrauber. Am Samstagmorgen (21.02.2015) landete Papst Franziskus zu seinem Neapel-Besuch zunächst an der äußersten Peripherie der Hafenstadt, im berüchtigten Mafia-Viertel Scampia, etliche Kilometer entfernt von den romantischen Gassen der Altstadt. Tausende erwarteten ihn in diesem vergessenen Winkel Italiens.

Scampia gilt als hoffnungsloser Fall. Die schäbigen Betonburgen des Neubauviertels gammeln seit Jahrzehnten vor sich hin, der Staat ist weit weg, die Camorra immer nah. Bis zu 70 Prozent der Menschen haben keinen richtigen Job. Selten sah man einen Papst vor so trister Kulisse sprechen.

"Ich bin gekommen, um euch Hoffnung zu geben", sagte Franziskus in seiner teils sehr emotionalen Rede. Dann sprach er von den Themen, die diesen Tag bestimmen sollten: die Arbeitslosigkeit, das organisierte Verbrechen, das Neapel und ganz Süditalien so sehr lähmt, das Recht auf Perspektiven und auf ein würdiges Leben für alle. "Es gibt ein ökonomisches System, das die Menschen wegwirft, und das betrifft hier besonders die Jugendlichen", von denen sehr viele gekommen waren.

Politik in der Verantwortung

Wem das Wirtschaftssystem nicht die Chance gebe, sein Brot zu verdienen, dem raube sie die Würde, so Franziskus unter lautem Applaus. Gleiches hatte er auch schon bei seinen Besuchen auf Sardinien und in der Krisenregion Molise gesagt. Vor den verrotteten Wohnsilos von Scampia klang die Anklage noch drängender. Auch das weit verbreitete Problem der Schwarzarbeit ohne Sozialversicherung und der prekären Jobs ging Franziskus an: Solche Arbeitgeber begingen Ausbeutung und Sklaverei. "Und wenn der, der so etwas tut, sich Christ nennt, dann ist er ein Lügner."

Ungewöhnlich deutlich sprach er die Lokalpolitik an. Sie trage in erster Linie die Verantwortung für die Menschen auf der Straße. Gute Politik, das sei eine der höchsten Formen der Nächstenliebe. Und jeder wusste, was er meinte, als er gleich darauf auf die "stinkende Korruption" in dieser Stadt hinwies.

"Tränen der Mütter"

In Scampia hatte der Papst kaum über die "Geißel der Mafia" gesprochen. Dafür wurde er bei der Messe auf der Piazza del Plebiscito in der Innenstadt umso deutlicher: "Reagiert mit Stärke auf die Organisationen, welche die Jugend, die Armen und Schwachen mit dem zynischen Drogenhandel und anderen Verbrechen ausbeuten und korrumpieren", rief er vor 60.000 Menschen. Die Mafiosi forderte er zur Umkehr auf angesichts der "Tränen der Mütter von Neapel". Sie flossen bei dieser Predigt auch bei manchem im Publikum. "Die Zeit der Befreiung Neapels ist angebrochen", ermutigte der Papst.

Von den Opfern eilte der Papst sogleich weiter zu den Tätern. Begegnungen mit Strafgefangenen zählen inzwischen zum festen Programm päpstlicher Pastoralreisen in Italien. Besonders war diesmal, dass unter den 100 Häftlingen, mit denen Franziskus im Gefängnis "Giuseppe Salvia" zu Mittag aß, rund ein Dutzend Transsexuelle waren. Auch hier prangerte er unwürdige Haftbedingungen und mangelnde Hilfe bei der Resozialisierung an.

Hunderttausende waren auf Neapels Straßen, auf denen sich der Papst im offenen Papamobil oder im Kleinwagen durch die Stadt bewegte. Auf dem Programm standen auch Begegnungen mit Kranken und Behinderten, Klerikern, Jugendlichen und Alten. Den Geistlichen trug er auf, einem "Geist der Armut" zu folgen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Papst Franziskus

Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Reuters
22.03.2015

Übersicht: Katholikentag

Vom 25. bis 29. Mai findet in Leipzig der 100. Deutsche Katholikentag statt.

Haus der Seelsorge

Die Klosterfürbitte, der Gruppen-Chat und die E-Mail-Seelsorge haben seit dem 1. Mai 2016 eine eigene Internetseite: www.haus-der-seelsorge.de.

Beratung – Hilfe - Unterstützung

Die Kirche hält eine Vielzahl unterschiedlicher Angebote bereit, Menschen in individueller Notsituation zu unterstützen und ihnen zu helfen.

Dossier: Maria - Mutter Jesu

Dieses kirchensite.de-Dossier stellt Informationen über die Muttergottes zusammen.

Fronleichnam

"Demo" des Glaubens und typisch katholisch.

Heilige und Selige

Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.

Jahr der Barmherzigkeit

Am 8. Dezember hat Papst Franziskus das Heilige Jahr der Barmherzigkeit eröffnet.

Glaubenswissen

Katholikentage: Impulse für Kirche und Gesellschaft.

Bibelarbeiten

Die Bibelarbeiten befassen sich mit Schriftstellen aus dem Alten und Neuen Testament und eignen sich für die Gemeindearbeit und für die persönliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift.

Abschied vom "Breul"

Das Bistum Münster plant den Bau eines neuen Wohnheims für 200 Studierende in Münster.

Moderne Sklaverei

Papst Franziskus hat Lohndumping und Schwarzarbeit als "Todsünden" verurteilt.

Dossier Wallfahrt

Seit Jahrhunderten machen sich Christen auf den Weg, um unterwegs Gott ein Stück näher zu kommen.

Der Leib Christi

Gedanken zum Empfang der Eucharistie.

VIDEO-Tipp ...

kirchensite.de-Serie begleitet Neupriester.

Bischöfliches Offizialat Vechta

Weltweit einzigartig.

Wallfahrtsorte

Heek: Heiliges Kreuz.

Verbände

Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands.

Familienkreise

Austausch mit Gleichgesinnten.

Ausländerseelsorge

Der Glaube spricht viele Sprachen im Bistum Münster.

Regionen

Niederrhein.

Kirche von A bis Z

Wallfahrt: Gott besonders nahe.

Durch das Jahr

Maiandachten zum Herunterladen.

Geistlicher Impuls

Geistliche Musik: Ave Maria – Gegrüßet seist du, Maria.

Mit der Bibel leben

Der Glaube Marias.

Heiligenlexikon

30. Mai: Heilige Reinhild von Westerkappeln.

Glaubens-ABC

Beten: Sein vor Gott.

Das Evangelium hören

Service für Sie

Facebook

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web


Anzeigen-Sonderthema


Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand