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17.01.2018
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Nach seinem Auftritt bei "Pegida" darf ein Pfarrer ab sofort nicht mehr predigen.

Spätling darf sich nicht mehr im Namen der Kirche äußern

Wegen "Pegida": Genn entzieht Pfarrer Predigtbefugnis

Bistum / Emmerich / Duisburg. Wegen Äußerungen auf der Bühne einer islamkritischen "Pegida"-Demonstration in Duisburg hat Bischof Felix Genn Pfarrer Paul Spätling (67, Emmerich) die Predigtbefugnis entzogen. Wie die Bischöfliche Pressestelle am Dienstag (20.01.2015) mitteilte, sei es Spätling ab sofort verboten, innerhalb und außerhalb von Kirchen öffentlich im Namen der Kirche zu sprechen.

Laut Pressestelle hatte Spätling sich auf der "Pegida"-Bühne am Montag (19.01.2015) in Duisburg kritisch über das Ausschalten der Lichter am Kölner Dom während der "Pegida"-Demonstration am 5. Januar geäußert. Auch kritisierte er den Satz von Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Islam gehöre zu Deutschland. Zudem sei Spätling undifferenziert auf das Verhältnis von Christentum und Islam in der Geschichte Europas eingegangen.

Bistum: "Mit Nachdruck" gegen Spätlings Aussagen

"Wir weisen die Aussagen von Herrn Pfarrer Spätling entschieden zurück. Wir distanzieren uns mit Nachdruck von seinem völlig verzerrten Bild von Geschichte und Gegenwart", erklärt die Bistumsleitung. Spätling bediene "undifferenzierte Klischees" und schüre eine Feindlichkeit gegenüber "dem Islam", die die Bistumsleitung "für gefährlich" halte.

Spätling lege mit seinen Äußerungen "die Grundlagen für rechte Ideologien, für Fremdenfeindlichkeit und für ein Gegeneinander der Religionen, die in der katholischen Kirche keinen Platz haben". Zudem habe er seine Autorität missbraucht, da er auf der "Pegida"-Bühne "äußerlich sichtbar als katholischer Priester" aufgetreten sei.

Genn an den Pfarrer: Kann und will das nicht dulden

Genn teilte Spätling mit, dass er solche Reden nicht "dulden kann und will". Der Geistliche, der seit 2008 in Emmerich lebt, habe zuletzt ohnehin schon nahezu keine priesterlichen Dienste mehr wahrgenommen. Am 6. Juni 1976 zum Priester geweiht, hatte Spätling während seines gesamten priesterlichen Wirkens Stellen als Kaplan und Vikar inne, Pfarrer einer Gemeinde war er nicht. Zwischen 1991 und 2008 amtierte er in Kranenburg, zuvor unter anderem in Steinfeld (Oldenburg), Herten-Westerholt, Kevelaer und Straelen.

Die christliche Botschaft sei keine des Hasses, sondern der Menschenfreundlichkeit, heißt es in der Stellungnahme der Bistumsleitung weiter. Man sei "dankbar dafür", wie viele Christen und andere Menschen derzeit auf den Straßen ein Zeichen dafür setzten: "Uns droht in Deutschland ganz sicher keine Islamisierung." Christen stehe es gut an, Menschen zu helfen, die Zuflucht in Deutschland suchten. Zudem seien die Katholiken im Bistum "auf vielen Ebenen mit muslimischen Vertretern im Gespräch und werden dies auch bleiben".

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Text: Jens Joest, pd | Foto: Michael Bönte
20.01.2015

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