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15.12.2018
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Bischof Heiner Koch.

Bischof Heiner Koch.

Dresdner Bischof: Sorgen der Demonstranten ernst nehmen

Koch widerspricht "Pegida": Migranten gehören zu uns

Dresden / Köln. Dresdens katholischer Bischof Heiner Koch sieht die Kirche in einer "Zwangslage" beim Umgang mit der islamkritischen "Pegida"-Bewegung. "Migranten haben hier vor dem Hintergrund unseres Menschenbildes Platz und gehören zu uns. Von dieser Aussage können wir als Christen keinen Millimeter abweichen", sagte Koch im Kölner "Domradio". Zugleich seien nach Einschätzung von Experten 80 Prozent der Demonstranten keine Rechtsradikalen, sondern Menschen, die sich von der Gesellschaft ausgegrenzt fühlten. Sie müssten zur Kenntnis genommen werden.

Koch mahnte: "Wir müssen uns alle fragen, wie wir mit einer Gesellschaft umgehen, in der es extreme Meinungen nach allen Seiten gibt, und wie wir mit denen umgehen, die sich als Verlierer der Gesellschaft fühlen und das durch Pegida zum Ausdruck bringen wollen." Man dürfe den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen.

Erste Gespräche mit Pegida – Mahnung zum Handeln

Der Bischof betonte: "Dresden ist nicht das Mekka geschweige denn das Zentrum der Pegida-Bewegung und der Migranten-Feindlichen." Dies habe eine Gegendemonstration am Samstag (10.01.2015) gezeigt, an der nach Angaben der sächsischen Staatskanzlei 35.000 Menschen teilnahmen. Koch räumte jedoch ein, dass sich mit solchen Aktionen allein das Problem nicht lösen lasse.

Im Interview mit "katholisch.de" berichtete Koch, auf Einladung der Kirche habe es bereits Gesprächsrunden mit Pegida-Anhängern gegeben. "Eine Schwierigkeit ist, dass wir immer nur Einzelne erreichen und nicht die große Mehrzahl, die schnell massenpsychologischen Gesetzen folgt." Das erkläre auch, warum es in vielen Städten keine Pegida-Demonstrationen gebe: "Wo es nur wenige sind, geht man nicht hin."

Der Bischof sagte, er versuche, die Pegida-Anhänger "zu politischem Handeln zu bewegen". Er verwies darauf, dass bei Pegida-Demonstrationen auch "Wir sind das Volk" skandiert werde. Dies hätten zuerst DDR-Bürger 1989 gerufen – danach aber verhandelt und politisch Verantwortung übernommen. Wenn Pegida dies nicht bald tue, sei die Bewegung "ein leeres Show-Theater".

Plakat am Kölner Dom – Kein zweites Mal "Licht aus"

Am Dienstagabend (13.01.2015) teilte das Kölner Domkapitel mit, es werde zu Pegida-Demonstrationen keine weitere "Licht aus"-Aktion am Dom geben. Das Ausschalten der Außenbeleuchtung der Kathedrale am Montag (05.01.2015) bleibe "ein einmaliges Signal".

Das Domkapitel kündigte an, für die kommenden Wochen an der Bahnhofsseite des Doms ein Plakat anzubringen. Darauf soll ein Satz aus der Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über das Verhältnis der katholischen Kirche zu nichtchristlichen Religionen stehen: "Die Kirche verwirft jede Diskriminierung eines Menschen und jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht."

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, jjo | Foto: Markus Nolte
14.01.2015

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