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16.12.2018
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Die wichtigsten Antworten zum Papst-Schreiben.

Lehramtliches Dokument erscheint am Freitag

Fragen und Antworten zum Familien-Schreiben des Papstes

Vatikanstadt. Mit Spannung erwartet die katholische Welt das nachsynodale Schreiben von Papst Franziskus zu den beiden Bischofssynoden über Ehe und Familie. Am Freitag (08.04.2016) wird das Dokument "Freude der Liebe" veröffentlicht.

Was ist ein nachsynodales Schreiben?

In einem nachsynodalen Schreiben formuliert der Papst abschließende Positionen zu den bei der Synode von den Bischöfen behandelten Fragen. Bislang haben die Päpste nach den 14 Ordentlichen Bischofssynoden seit 1967 fast immer ein solches Dokument verfasst. Meist dauerte das rund ein Jahr – Franziskus hat sich also beeilt. Grundlage für seinen Text ist die sogenannte Schluss-Relatio, in denen die Synodenleitung im Oktober die diskutierten Punkte in 94 Abschnitten zusammenfasste. Anschließend wurde über jeden Abschnitt einzeln abgestimmt. Mehrere Paragrafen erhielten nur knapp die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Spannend ist, wie Franziskus mit diesen Abschnitten umgeht. Insgesamt haben die Bischöfe dem Papst einen recht großen Spielraum zur Formulierung eigener Schlussfolgerungen gelassen.

Wie verbindlich ist der Text?

Ein nachsynodales Schreiben ist Ausdruck des päpstlichen Lehramts, es hat also lehrmäßigen, verbindlichen Charakter. Die Gläubigen können sich vor einem Priester darauf berufen. Ein Sonderfall ist dieses Mal, dass es bereits eine Bischofssynode zum Thema Familie gegeben hat. Dazu veröffentlichte Johannes Paul II. 1981 das Schreiben "Familiaris consortio", in dem er die kirchliche Haltung etwa zur Ehe- und Sexualmoral ausführlich darlegte. Inwiefern Franziskus neue Akzente setzt und Weiterentwicklungen formuliert, ist noch unbekannt.

Welche Punkte waren bei der Synode umstritten?

Größter Streitpunkt der Bischofsversammlungen 2014 / 15 war der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Eine beträchtliche Zahl der Teilnehmer, darunter die deutschen Synodalen, plädierte dafür, Betroffene in Einzelfällen und unter bestimmten Voraussetzungen wieder zur Kommunion zuzulassen. Andere betonten, dies verstoße gegen das Wort Jesu von der Unauflöslichkeit der Ehe. Die Lehre sei unabänderlich, da das Evangelium keine Änderungen zulasse. Im Abschlusspapier einigte man sich auf einen Kompromiss. Es ist von der Möglichkeit pastoraler Einzelfallentscheidungen die Rede; wiederverheiratete Geschiedene werden jedoch nicht ausdrücklich erwähnt. Anders als 2014 spielte die Frage unverheiratet zusammenlebender Paare und gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften 2015 keine große Rolle mehr.

Was hat Franziskus bisher gesagt?

Der Papst hat die Diskussionen beider Synoden schweigend verfolgt. Nur an deren Beginn und Ende hat er die Teilnehmer unter anderem vor Lagerbildung gewarnt. Zu den Streitfragen hat er sich bislang nicht explizit geäußert. Er ließ aber durchblicken, dass er beim Umgang mit Wiederverheirateten gemäß seinem Leitbegriff der Barmherzigkeit pastorale Änderungen favorisiert. Zugleich hat er wiederholt die Unauflösbarkeit katholischer Ehen betont sowie den Wert der traditionellen Familie. Mit einer Aussage über Schwule und Lesben ("Wer bin ich, sie zu richten?") hat er auch Hoffnungen auf eine stärkere kirchliche Anerkennung für homosexuelle Paare geweckt, die Verantwortung füreinander übernehmen.

Vor welchen Herausforderungen steht Franziskus?

Franziskus' Fazit zu den Familiensynoden könnte zur Nagelprobe werden für seinen Anspruch auf Veränderungen in der Kirche. Der Papst muss lehrmäßige Aussagen für eine Weltkirche treffen, in der die Meinungen von Ortskirche zu Ortskirche, etwa zwischen Westeuropa und Afrika, teils erheblich voneinander abweichen. Dabei muss er verhindern, dass sich die Kluft zwischen konservativen und progressiven Strömungen vergrößert. Im Schreiben "Evangelii gaudium" hat er klargemacht, dass der Papst nicht in jeder Detailfrage für alle Ortskirchen entscheiden muss. Zum Abschluss der Synode 2015 wertete er in einer Predigt das Prinzip der Synodalität auf. Das nachsynodale Schreiben könnte daher der Entscheidungsfindung durch die Bischofsversammlungen starkes Gewicht geben.

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  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Familiensynode

Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Tony Hegewald, Öffnet externen Link in neuem Fensterpixelio.de
06.04.2016

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