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30.06.2016
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Matthias Schweighöfer.

Auch Schauspieler Matthias Schweighöfer ließ sich für den guten Zweck mit Eiswasser überschütten.

Für und Wider der "Ice-Bucket-Challenge"

Ein Eimer Eiswasser für den guten Zweck

Berlin / Washington. Die sozialen Netzwerke sind voll von Videos mit Menschen, die sich einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf schütten. Waren es anfangs hauptsächlich Prominente, fallen die Nominierungen zur Ice-Bucket-Challenge nun auf beinahe Jeden, der auf Facebook, Twitter und Co. unterwegs ist. Und die Aktion scheint ihren Zweck zu erfüllen. "Seit dem 19.08.2014 ist die Spendenaktivität sprunghaft angewachsen", berichtet Professor Thomas Meyer auf seiner Facebook-Seite. Meyer ist der Leiter der ALS-Ambulanz an der Berliner Charité. Die Spenden kommen von den Teilnehmern der Ice-Bucket-Challenge.

Der Eis-Eimer-Wettbewerb wurde im Juli in den USA gestartet und ist mittlerweile international bekannt. Das Prinzip der Ice-Bucket-Challenge: Eine Person wird durch einen Freund ausgesucht und kippt sich einen Eimer Wasser mit Eis über den Kopf oder spendet 100 Dollar für die Amyotrophic Lateral Sclerosis Association (ALSA), die sich in den USA dem Kampf gegen die Nervenkrankheit widmet. Inzwischen machen viel Nominierte beides; kalt duschen und spenden.

555.555 Euro für ein Jahr ALS-Ambulanz

Vom 29. Juli bis 25. August wurden nach Angaben der ALSA fast 80 Millionen Dollar (rund 61 Millionen Euro) gespendet. Darüber hinaus geht es aber darum, dass die Nervenkrankheit ALS bekannter wird. "Ich finde das genial", sagt Meyer in einem Interview mit dem Fernsehsender N24. "Das darf ruhig mit Spaß verbunden sein. Wichtig ist, dass die Leute jetzt Bescheid wissen." Zum Beispiel auch darüber, dass ALS normalerweise innerhalb von drei bis fünf Jahren durch Lähmung des ganzen Körpers zum Tod führt. Andererseits, wie man bei dem Physiker Stephen Hawking sieht, dass ein erkrankter Mensch unter gewissen Umständen noch lange mit der Krankheit leben kann.

Auf das Spendenkonto der Charité sind durch die Ice-Bucket-Challenge nach eigenen Angaben bisher 388.959 Euro eingegangen (Stand vom 27.08.2014). Und Thomas Meyer blickt optimistisch in die Zukunft: "Ich halte das Ziel von 555.555 Euro für realistisch – das wäre die Summe, um die Arbeit unserer ALS-Ambulanz für ein Jahr abzusichern", heißt es auf seiner Facebook-Seite.

Stammzellenforschung? Nicht in Berlin!

Inzwischen haben US-Bischöfe Katholiken dazu aufgefordert nicht weiter für die ALSA zu spenden, berichtet das britische Magazin "The Tablet". Sie begründeten ihre ablehnende Haltung damit, dass für die ALS-Forschung menschliche embryonale Stammzellen verwendet würden.

Auch an der Charité geht ein Teil der Gelder in die Forschung. Allerdings hätten Therapie- und Versorgungsforschung, wie sie in Berlin betrieben werden, nichts mit Stammzellen zu tun, erklärt eine Mitarbeiterin der ALS-Ambulanz gegenüber kirchensite.de. Das Team um Professor Thomas Meyer untersuche, inwieweit Medikamente, die bei anderen Nervenkrankheiten eingesetzt werden, auch für ALS-Patienten helfen können. Außerdem gehe es darum, mit welchen Hilfsmitteln und Maßnahmen ALS-Patienten am besten versorgt werden können.

Der Großteil der Spenden, die auf das Konto der Charité eingehen, wird für die ambulante Versorgung der Patienten verwendet. Die ALS-Ambulanz finanziert sich nach eigenen Angaben zu 70 Prozent aus Spendengeldern. "Wenn ein ALS-Patient zu uns in die Charité kommt, dauert ein Gespräch etwa zwei Stunden. Die Krankenkassen zahlen aber nur zehn bis 20 Minuten", erklärt Meyer im N24 Interview.

Weitere Spenden-Empfänger

Inzwischen sind die Empfänger der Spenden der Ice-Bucket-Challenge weit gestreut. Das aktuelle Weltgeschehen bewegt die Teilnehmer der Challenge zum Beispiel für die Ebola-Bekämpfung in Afrika oder die Hilfe für Flüchtlinge im Irak zu spenden.

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.als-charite.de

Text: Martin Schmitz, KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: YouTube
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