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25.06.2016
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Tebartz-van Elst

Franz-Peter Tebartz-van Elst, hier noch in Münster.

Erklärung nach einem Treffen mit Papst Franziskus

Tebartz-van Elst räumt Fehler ein und bittet um Verzeihung

Vatikanstadt / Limburg. Papst Franziskus hat am Freitag (28.03.2014) den zurückgetretenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst empfangen. Das Treffen in der Privatbibliothek des Apostolischen Palasts um 9.45 Uhr dauerte eine Viertelstunde, teilte das vatikanische Presseamt mit.

Im Anschluss räumte der Bischof Fehler ein und bat um Verzeihung. "Während meiner Amtsführung als Bischof von Limburg ist bei vielen Katholiken und in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, dass ich den Dienst für die Diözese und an der Einheit der Kirche dadurch vernachlässigt hätte, dass ich eigene Ziele und Interessen in den Vordergrund gestellt und ohne Abstimmung durchgesetzt hätte", heißt es in einer Erklärung. "Mit dem Wissen von heute erkenne ich, dass ich Fehler gemacht habe."

Hoffnung auf Neubeginn

Diese seien nicht mit Absicht entstanden, hätten jedoch Vertrauen zerstört, so Tebartz-van Elst: "Ich bitte alle um Vergebung, die unter meinen Versäumnissen gelitten haben oder leiden." Der Bischof erklärte, er hoffe auf einen Neubeginn für das Bistum Limburg und für sich selbst.

Franziskus hatte am Mittwoch (26.03.2014) den Rücktritt von Tebartz-van Elst angenommen. Eine "fruchtbare Ausübung" von dessen bischöflichem Amt sei nicht mehr möglich, so der Vatikan. Der Bischof hatte laut dem Bericht einer Prüfungskommission der Deutschen Bischofskonferenz unter anderem Kosten beim Neubau seines Bischofshauses verschleiert.

Tebartz-van Elst: Lajolo nichts verschwiegen

Am Mittwochabend (26.03.2014) hatte Tebartz-van Elst dem Prüfbericht in mehreren Punkten widersprochen. In einer Stellungnahme wies er den Vorwurf zurück, er habe dem vom Vatikan entsandten Kurienkardinal Giovanni Lajolo die wahre Höhe der Baukosten verschwiegen. Einen Teil der Verantwortung für das Finanzgebaren schob Tebartz-van Elst seinem damaligen Generalvikar Franz Kaspar zu.

Beim Treffen mit Lajolo am 10. September habe ihm die "differenzierte Gesamtsummenrechnung" noch gar nicht vorgelegen, teilte der Bischof mit. Durch mögliche Abschreibungen habe sich die Summe zu diesem Zeitpunkt noch verringern können. Das Gespräch mit Lajolo habe zudem vor dem 11. September stattgefunden, an dem er das Protokoll unterzeichnet habe, das die hohe Bausumme feststellt, so Tebartz-van Elst. Er habe sich erst nach dem Treffen mit dem Kurienkardinal mit Details der Kostenaufstellung befassen können.

Bischof: Auch Generalvikar verantwortlich

Mit Blick auf den Vorwurf der Prüfkommission, der Bischof habe Mitwirkungsrechte der Kontrollgremien missachtet, wies Tebartz-van Elst die Verantwortung Kaspar zu. Er selbst sei kein Fachmann auf dem Gebiet kirchlicher Verwaltung, so der Bischof. Kaspar habe als einziger umfassend Einblick in die Vermögensstruktur des Bischöflichen Stuhls gehabt und sei für das Vorgehen verantwortlich.

Tebartz-van Elst erklärte, Kaspar habe seit Amtsantritt 2009 zahlreiche Kompetenzen wie die des Bischöflichen Ökonoms und das Anlagegeschäft an sich gezogen. Beim Bau des Bischofshauses habe er den Wechsel vom zweiten zum dritten Architekten "wesentlich betrieben". Auch die umstrittene Kunstausstattung habe Kaspar wesentlich beeinflusst und ohne Kenntnis des Bischofs Mobiliar erworben.

Der Bischof wies auch eine Letztverantwortung für das Geschehen in der Diözese zurück: Er sei Gott gegenüber verantwortlich, habe aber keine verwaltungsmäßige All- und Detailzuständigkeit.

Grothe bekräftigt Aussagen des Prüfberichts

Der Apostolische Administrator des Bistums Limburg, Bischof Manfred Grothe, zeigte Verständnis für die Reaktion von Tebartz-van Elst. Inhaltlich bekräftigte Grothe allerdings am Donnerstag (27.03.2014) im Kölner "Domradio" alle Aussagen des Prüfberichts. Grothe hatte die Prüfungskommission geleitet.

"Ich habe damit gerechnet, dass der Bischof natürlich seine Meinung sagen können wird", sagte Grothe. Er sei aber gelassen, weil er wisse, dass "wir sehr sorgfältig gearbeitet haben, und dass wir unsere Aussagen des Berichtes zu jeder Zeit in vollem Umfang belegen können". Die Kommission habe nicht die Ansicht gehabt, "jemanden abzuschießen". Es seien aber Fehler und Mängel entdeckt worden, die nicht hätten passieren dürfen. Die Verantwortung für die Krise im Bistum Limburg trage nicht ein Einzelner, sondern mehrere Personen und Gremien.

Zu Eltz räumt Mitverantwortung ein

Grothe bleibt Paderborner Weihbischof. An seiner Seite im Bistum Limburg steht Generalvikar Wolfgang Rösch als sein Ständiger Vertreter. Grothe lehnte es ausdrücklich ab, von sich aus Tebartz-van Elst zu verurteilen. Der Prüfbericht spreche für sich.

Generalvikar Rösch warb dafür, Tebartz-van Elst eine "angemessene Form der Verabschiedung zu ermöglichen". Es gebe keinen Anlass für Häme, sagte Rösch dem "Kölner Stadtanzeiger". Er nehme "dankbar und mit großem Respekt" zur Kenntnis, dass der Bischof durch sein Rücktrittsangebot dem Papst die Entscheidung über eine Absetzung abgenommen habe.

Eine Mitverantwortung für den Finanzskandal um den Neubau des Diözesanen Zentrums und Bischofshauses in Limburg räumte der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz ein, einer der deutlichen Kritiker der Amtsführung des Bischofs. In der Anfangsphase des Bauprojekts habe das Domkapitel, dem auch er angehört, "zu wenig gefragt und zu viel geschwiegen", sagte zu Eltz am Freitag (28.03.2014) der "Frankfurter Rundschau".

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, jjo | Foto: Michael Bönte
28.03.2014

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