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11.12.2016
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Bischöfe

Die Bischöfe - hier beim Papstbesuch 2011 in Berlin - denken über die Konsequenzen aus der Vatikan-Umfrage zur Sexualmoral nach.

Zdarsa, Algermissen und Schick kritisieren Vorstoß Ackermanns

Bischöfe streiten über Konsequenzen aus Vatikan-Umfrage

Bonn. Die Bischöfe Konrad Zdarsa (Augsburg), Ludwig Schick (Bamberg) und Heinz Josef Algermissen (Fulda) sind verärgert über Vorstöße zum Umgang mit den Antworten auf die Vatikan-Umfrage zu Familienpastoral und Sexualmoral; sie kritisieren namentlich den Trierer Bischof Stephan Ackermann.

Zdarsa warf ihm am Dienstag (11.02.2014) laut Meldung des konservativen Internetportals "kath.net" indirekt vor, dem Zeitgeist hinterherzulaufen. "Richtschnur dessen, was in der Weltkirche Geltung hat", sei der Katechismus. Algermissen ergänzt: "Wahrheit ist keine Sache einer Anpassung." Der Bamberger Erzbischof Schick hatte – ohne Ackermann zu nennen – am Wochenende per Internet-Dienst Twitter verbreitet, die Kirche müsse mit Jesus gehen, nicht mit dem Zeitgeist.

Distanzierung durch zwei Pressesprecher

Ebenfalls über "kath.net" hatten sich die Pressesprecher der Bistümer Eichstätt und Regensburg von Ackermanns Äußerungen distanziert. Sofern dies im Namen ihrer Bischöfe geschah, zählen auch Gregor Maria Hanke und Rudolf Voderholzer zu den Kritikern Ackermanns.

Diesem werfen Zdarsa und Algermissen zudem vor, mit seinen Thesen an die Öffentlichkeit gegangen zu sein. Algermissen warnte vor "bischöflichen Einzelaktionen"; sie seien kontraproduktiv. Zdarsa erklärte, er habe "nie gedacht, dass ich einmal so fundiert zur Meinung eines bischöflichen Mitbruders Stellung nehmen muss". Ackermann hatte am Donnerstag (06.02.2014) der Mainzer "Allgemeinen Zeitung" unter anderem gesagt, er halte Teile der katholischen Morallehre für nicht mehr zeitgemäß.

Marx: Katholiken lehnen Kirchenlehre nicht ab

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx mahnte am Dienstag (11.02.2014), die Kirche solle nicht auf der Basis von Sündenkatalogen und Strafregistern über Moral sprechen. Vielmehr gehe es darum, den Menschen zu helfen, ihr Leben unter dem Anspruch des Evangeliums gestalten zu können, sagte Marx der Katholischen Nachrichtenagentur. Ziel sei, dass die Menschen reflektierte Gewissensentscheidungen treffen könnten.

"Vielleicht sind wir als Lehrer des Glaubens auch selber schuld am Eindruck, die Katholiken wären gegen die Lehre der Kirche", sagte Marx angesichts der Antworten auf den Vatikan-Fragebogen. Diese Wahrnehmung sei aber schief. Die Mehrheit der Katholiken lehne die Unauflöslichkeit der Ehe nicht ab, auch nicht, dass die Ehe auf die Weitergabe von Leben ausgerichtet sei und Sexualität in eine endgültige Beziehung gehöre. Nachdenklich gab sich der Kardinal, ob die Kirche etwa beim Thema Verhütung zu sehr ins Detail gegangen sei.

Wiederverheiratete nicht "Christen zweiter Klasse"

Beim Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen sprach sich Marx gegen schematische Regeln aus. "Was wir brauchen, sind Perspektiven für die, deren Ehen zerbrochen sind, obwohl sie auch einmal an deren Unauflöslichkeit geglaubt hatten." Der Kardinal warb für Lösungen, die als Hilfe und nicht als Abstrafung durch die Kirche erlebt würden. Wer am Ideal der unauflöslichen Ehe scheitere, "sollte sich nicht für den Rest seines Lebens als Christ zweiter Klasse fühlen."

Der Kardinal begrüßte, dass sich die Deutsche Bischofskonferenz bei der Vollversammlung im März in Münster Zeit zur Beratung nehmen will, ehe sie einen neuen Vorsitzenden wählt. Dabei sollte darüber gesprochen werden, "welche Aufgaben wir vor uns haben, ohne eine Personaldebatte zu führen". Auch gelte es zu überlegen, welche Schwerpunkte auf nationaler Ebene behandelt werden müssten und was Sache einzelner Bistümer sei. Die Konferenz ersetze die einzelnen Bistümer nicht, sondern wolle deren Tun zusammenführen.

Zum Herunterladen:

  1. Leitet Herunterladen der Datei einPDF-Datei: Die deutschen Antworten auf den Familien-Fragebogen (03.02.2014)

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Text: jjo, KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
11.02.2014

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