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21.09.2017
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Grafik Christenverfolgung weltweit

Eine Grafik von Open Doors zeigt die Intensität der Christenverfolgung im Jahr 2015 weltweit. Rot gefärbt sind die Staaten mit den meisten wegen ihres Glaubens ermordeten Christen und der attackierten beziehungsweise zerstörten Kirchen.

Weltverfolgungsindex: 7.100 getötete Christen

Gewalt ist dramatisch gestiegen

Kelkheim. Die Verfolgung der Christen weltweit hat nach Darstellung des überkonfessionellen christlichen Hilfswerks Open Doors dramatisch zugenommen. "Die Anzahl der wegen ihres Glaubens ermordeten Christen und der attackierten beziehungsweise zerstörten Kirchen hat sich seit dem Vorjahr etwa verdoppelt", heißt es in dem am Mittwoch (12.01.2016) in Kelkheim veröffentlichten Weltverfolgungsindex 2016.

Im Berichtszeitraum wurden demnach 7.100 Christen wegen ihres Glaubens ermordet und 2.406 Kirchen attackiert. Im Jahr zuvor waren es 4.344 ermordete Christen und 1.062 angegriffene Kirchen. Weit mehr als 100 Millionen Christen würden weltweit aufgrund ihres Glaubens verfolgt, heißt es. Schuld daran sei vor allem radikaler Islamismus. Hauptverfolgerstaat bleibt demnach im 14. Jahr in Folge Nordkorea.

Der Index präsentiert eine Rangfolge von 50 Ländern, in denen Christen nach Darstellung von Open Doors am stärksten verfolgt und benachteiligt werden. Auf Nordkorea folgen der Irak, Eritrea, Afghanistan, Syrien, Pakistan, Somalia, Sudan, der Iran und Libyen. Pakistan rückte von Rang 8 auf 6, Eritrea von Rang 9 auf Rang 3. Libyen gehört erstmals zu den ersten zehn Ländern des Index.

Haupttriebkraft: Radikaler Islamismus

"In 35 der 50 genannten Länder ist der islamische Extremismus die Haupttriebkraft der Verfolgung von Christen", unterstreicht Open Doors. Großen Anteil daran hätten islamistische Gruppen wie Boko Haram, Al-Shabaab und der "Islamische Staat" (IS). Sie und Teile der Bevölkerung gingen mit extremer Gewalt gegen Christen und andere Minderheiten vor, die ihr Verständnis vom Islam nicht teilen.

In hinduistisch und buddhistisch geprägten Ländern wie Indien und Myanmar führt nach Beobachtungen von Open Doors ein zunehmender religiös motivierter Nationalismus zu einer Radikalisierung und einer deutlichen Intensivierung von Christenverfolgung.

Pakistan weist nach der Open-Doors-Statistik zusammen mit Nigeria die höchste Punktezahl im Bereich "Gewalt gegen Christen" auf. Der extreme Druck auf die rund 3,8 Millionen Christen gehe vor allem von islamistischen Gruppen und Imamen aus, die innerhalb kürzester Zeit Mobs gegen Christen aufhetzten.

"Im Stil ethnischer Säuberungen"

Neu vertreten im Weltverfolgungsindex sind Niger und Bahrain. Niger sei wie andere Länder Afrikas unter den Einfluss der islamistischen Boko Haram geraten. In Bahrain gewinne die Idee von der Errichtung eines Kalifats im Stil des IS immer mehr Anhänger.

"Christen sind die größte verfolgte Glaubensgemeinschaft weltweit", sagte Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland. Angesichts eines Auszugs von Christen aus dem Nahen Osten und einer Verfolgung im Stil ethnischer Säuberung, die auch auf Afrika übergreife, müssten Politiker und Kirchen ihre Anstrengungen zum Schutz verfolgter Christen deutlich verstärken. Rode kündigte an, die Organisation wolle kaum thematisierte Vorfälle von Christenverfolgung in den deutschen Flüchtlingsunterkünften stärker in den Blick nehmen.

Unionsfraktions-Chef Volker Kauder betonte, der Bericht müsse die Gesellschaft aufrütteln: "Es ist zutiefst erschütternd, dass der Grad der Verfolgung von Christen so dramatisch zugenommen hat." Deutschland sowie die Weltgemeinschaft müssten "noch stärker als bisher den wachsenden religiösen Fanatismus ächten".

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefined"In Nahost müssen wir von Christenverfolgung sprechen" (18.09.2015)
  2. undefinedStudientag der Bischöfe zum Thema Religionsfreiheit (13.03.2014)
  3. undefinedÜbersicht: Flüchtlinge

Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur | Grafik: pd
13.01.2016

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