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10.12.2018
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Eine Begegnung auf dem Ökumenischen Kirchentag in München 2010.

Eine Begegnung auf dem Ökumenischen Kirchentag in München 2010.

Papst Franziskus warnt vor "kleinen Monstern" in der Kirche

Verhältnis von Orden zu Ortskirchen reformieren

Vatikanstadt. Papst Franziskus will das Verhältnis zwischen katholischen Orden und Bischöfen neu regeln. Die Bischöfe dürften die Orden nicht nur als nützliches "Hilfsmaterial" betrachten, sondern müssten sie als Bereicherung ihres Bistums sehen, sagte Franziskus laut einem am Freitag (03.01.2014) in der italienischen Jesuiten-Zeitschrift "La Civilta Cattolica" veröffentlichten Gespräch mit Generaloberen im Vatikan. Die Orden müssten besser in das Leben der Ortskirchen integriert werden. Aus eigener Anschauung wisse er jedoch auch, dass die Bischöfe von den Orden oft vor Probleme gestellt würden, etwa wenn eine Niederlassung aufgegeben werde.

Der Papst kündigte eine Überarbeitung des vatikanischen Dokument "Mutuae relationes" von 1978 an, das die Beziehungen zwischen Bischöfen und Orden bislang regelt. Dieses Schreiben sei überholt und müsse dringend revidiert werden, so Franziskus. Die vatikanische Ordenskongregation hat demnach bereits den Auftrag dazu erhalten.

Orden sollen die Welt aufwecken

In dem gleichen Gespräch warnte der Papst davor katholische Ordensgemeinschaften als Ort der Weltflucht zu sehen. Das "Trugbild" eines religiösen Lebens als Rückzugsort vor den äußeren Widrigkeiten müsse bekämpft werden, sagte der Papst. Notwendig sei eine gründliche Vorbereitung der Novizen. "Wir dürfen keine Verwalter oder Geschäftsführer ausbilden, sondern Patres, Brüder und Wegbegleiter", so Franziskus, der selbst dem Jesuitenorden angehört. Die Orden müssten prophetisch wirken und die Welt aufwecken. Dies bedeute bisweilen auch, "Lärm" zu machen, so Franziskus.

In dem Gespräch warnte der Papst zudem vor "kleinen Monstern" in der Kirche. Wenn Ordensausbildung nicht als Formung des Herzens, sondern als "polizeiliche Tätigkeit" verstanden werde, erziehe man sich "kleine Monster", sagte der Papst. "Und diese kleinen Monster bilden dann das Volk Gottes. Das macht mir wirkliche eine Gänsehaut."

Ständiger Dialog

Der Papst forderte zudem eine größere kulturelle Offenheit der Orden. Es gehe nicht um eine "folkloristische Anpassung", sondern um eine Frage der Mentalität. Das Charisma eines Ordens seine keine "Flasche mit destilliertem Wasser", sondern müsse den jeweiligen kulturellen Gegebenheiten angepasst werden. Dies erfordere einen ständigen Dialog.

Die Begegnung des Papstes mit rund 120 Ordensleuten im Vatikan fand bereits am 29. November zum Abschluss der 82. Generalversammlung der Generaloberen katholischer Männerorden statt. Derzeit zählen die Männerorden weltweit rund 190.000 Mitglieder.

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, ms | Foto: Michael Bönte
04.01.2014

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