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28.07.2016
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V.l.n.r.: Dekan Reinhard Feiter, Bischof Felix Genn, Kardinal Walter Kasper, Prorektorin Marianne Ravenstein, Professor Andreas Uwe Müller.

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Walter Kasper vor 400 Interessierten in Münster

Das Konzil, der Kardinal und mehr Kommunikation

Münster. Zu einer Neubelebung synodaler Strukturen in der katholischen Kirche hat der emeritierte deutsche Kurienkardinal Walter Kasper aufgerufen. "Die Kirche ist keine monarchische, absolutistische Institution, sondern auf Kommunikation angelegt", sagte er während eines Vortrags am Freitag (08.11.2013) vor rund 400 Interessierten im Auditorium Maximum der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Das Zweite Vatikanische Konzil habe vor 50 Jahren ein "institutionelles Kirchenverständnis" aufgesprengt zugunsten einer Kirche, die sich als "Communio" und "Volk Gottes" verstehe. Auch der Papst stehe nicht über, sondern in der Gemeinschaft der Gläubigen und diene ihrer Einheit.

Nach der Rückkehr der nachkonziliaren Zeit in einen "neuen Zentralismus" sei es nötig, "Subsidiarität als Kompetenzregel" wieder in Erinnerung zu rufen: "Die obere Ebene greift nur dann ein, wenn die nächsten nicht allein zurecht kommen." Zugleich warnte der Kardinal vor einem "Rückfall in nationalkirchliches Denken". Allerdings gelte es auch, die "klerikal-verstaubte Atmosphäre in der Kurie" zu ändern, etwa durch mehr Frauen auch in vatikanischen Führungspositionen. Kasper zeigte sich gewiss, dass Papst Franziskus die Kirche dezentralisieren und die Ortskirchen stärken wolle. Generell brauche es einen "anderen Stil der Amtsführung", die mehr auf Kommunikation setzt und die Laien stärker ernstnimmt. Auch darin gehe Franziskus voran.

"Aggiornamento in Münster"

Der weltweit renommierte Theologe und langjährige "Ökumene-Minister" des Vatikans sprach auf Einladung des Seminars für Dogmatik und Dogmengeschichte der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Münster, an der er selber von 1964 bis 1970 wirkte. Der Lehrstuhl unter Leitung von Professor Dr. Andreas Uwe Müller arbeitet derzeit an einem vom Bistum Münster geförderten Forschungsprojekt, das münstersche Impulse für das Konzil und dessen Aufnahme im universitären und kirchlichen Leben untersucht. Die Ergebnisse sollen Anfang 2014 in einem umfangreichen Sammelband "Aggiornamento in Münster" im Dialogverlag erscheinen.

Das Zweite Vatikanische Konzil (1962 bis 1965) sei "keine abgeschlossene Geschichte, sondern der Anfang eines Anfangs", sagte Kasper. Um die notwendige Rezeption weiterzuführen, sei es es wenig hilfreich, sich auf einen "wagen Geist des Konzils" zu berufen; vielmehr müssten die Dokumente des Konzils wieder gelesen werden.

Franziskus ändert Sicht aufs Konzil

Unter Papst Franziskus erhalte dieser Prozess eine "grundlegende Verschiebung" weg von einem eher europäisch geprägten Diskurs hin zu einer Betrachtung, die besonders Armut, Unterdrückung und Unrechtsstrukturen der südlichen Welt berücksichtige. Das neue Pontifikat werde "die Agenda verändern und damit die Konzilsrezeption weiter vorantreiben", sagte Kasper.

In einer anschließenden Fragerunde äußerte sich der Kardinal auch zu aktuellen Themen. Die Situation von wiederverheirateten Geschiedenen bezeichnete er als "unheimlich drängendes Problem, das sich zuspitzt". Kasper hatte sich 1993 als Bischof von Rottenburg-Stuttgart zusammen mit dem damaligen Freiburger Erzbischof Oskar Saier und dem Mainzer Bischof Karl Lehmann in einem Hirtenbrief dafür eingesetzt, geschieden-wiederverheirateten Menschen nach ernster Gewissensprüfung den Kommunionempfang zu ermöglichen. In Münster betonte der Kardinal: "Jemanden an der Kommunionbank zurückweisen – das tut man nicht." Gleichwohl bräuchten auch die Priester klare Orientierung von Seiten der Bischöfe.

Kommunion ist Glaubensentscheidung

Ähnlich äußerte sich Kasper über die Kommunion für Nicht-Katholiken. Er habe Gläubigen in solchen Situationen empfohlen: "Fragen Sie sich, ob Sie wirklich 'Amen' sagen können zu dem, was im Messkanon gebetet wurde. Denken Sie darüber nach – es ist eine Glaubensentscheidung!"

Auf die Auseinandersetzungen im Bistum Limburg angesprochen, bekannte Kasper, diese hätten "schrecklichen Schaden" angerichtet und seien "verheerend gelaufen". Ein Bischof sei "kein Renaissancefürst". Zugleich würdigte er die Entscheidungen von Papst Franziskus in dieser Sache als "sehr weise" und betonte: "Auch in der Kirche gilt zunächst die Unschuldsvermutung". Die zuständigen Gremien im Bistum Limburg müssten sich gleichwohl fragen lassen, wo sie ihre Verantwortung nicht wahrgenommen hätten. "Wer da meint, nicht gegen eine 'Aura' des Bischofs habe ankommen zu können, der hat keinen Charakter."

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Zweites Vatikanisches Konzil

Text: Markus Nolte | Foto: Markus Nolte
09.11.2013

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