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25.06.2016
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Kardinal Walter Kasper.

Kardinal Walter Kasper.

Bode und Lehmann begrüßen Idee von Kurienkardinal Kasper

Bischöfe denken über spezielles Amt für Frauen nach

Trier. Eine spezielle Beauftragung und mehr Mitbestimmungsrechte für Frauen in der Kirche regt Kurienkardinal Walter Kasper an. In einem Vortrag bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz fragte Kasper am Mittwoch (20.02.2012), ob die katholische Kirche nicht "angesichts der neuen Herausforderungen" ein sakramentales Amt für Frauen vorsehen könne, das "ein eigenes Profil" hätte.

Kasper schlug vor, an die Tradition des Diakoninnenamtes anzuknüpfen, das in der frühen Kirche existiert habe und bis heute in einigen orthodoxen Kirchen bestehe. Dieses Amt war nach heutigen Erkenntnissen vom Diakonenamt der Männer wesentlich verschieden.

Bode: Wertvolle Anregung

Die Bischofskonferenz begrüßte die Anregung, über die Schaffung des Amtes einer "Gemeinde-Diakonin" nachzudenken. Der Vorsitzende der Seelsorge-Kommission, Bischof Franz-Josef Bode, nannte Kaspers Vorstoß eine wertvolle Anregung. Es müsse darum gehen, die diakonischen und katechetischen Begabungen von Frauen auch liturgisch durch eine feierliche Form der Beauftragung zu stärken. Bode erinnerte daran, dass es bereits jetzt einige Beauftragungen für Laien gebe, etwa für Pastoralreferenten und die "Missio Canonica" für Religionslehrer.

Der Osnabrücker Bischof kündigte ein Papier an, das Ergebnisse des Studientags festhalten soll. Die Bischöfe hätten sich zudem verpflichtet, nach fünf Jahren zu prüfen, ob die formulierten Zielvorgaben mit Blick auf Frauen umgesetzt worden sind.

Für die 16 teilnehmenden Frauen des Studientags ließ die Theologieprofessorin Margareta Gruber Sympathie für Kaspers Vorschlag erkennen. Zugleich warnte sie, sich nur auf Ämter und Weihen zu konzentrieren: "Wenn man sich immer weiter an dieser Frage festbeißt, kommt man nicht voran."

Keine Teilhabe am Priesteramt

Eine Teilhabe von Frauen am Priesteramt und dem dazu gehörenden, Männer vorbehaltenen Diakonat ist nach Kaspers Überzeugung aus dogmatischen Gründen nicht möglich. In den protestantischen Kirchen seien die Voraussetzungen anders, dort gebe es kein sakramentales priesterliches Weiheamt.

Der Kardinal forderte, Frauen bis in höchste kirchliche Gremien einzubeziehen. Dem Beispiel der Apostel folgend sollten "bei der anstehenden Erneuerung der synodalen Struktur Frauen in Synoden, in Pastoralen Räten und in Kommissionen angemessen beteiligt werden". Bislang haben Frauen weder in Synoden noch in Konzilien Stimmrecht. Kasper erinnerte daran, dass Frauen bereits beim Apostelkonzil im ersten Jahrhundert dabei gewesen seien.

Mehr Kompetenzen auch im Vatikan

Auch im Vatikan forderte der ehemalige Leiter des Päpstlichen Einheitsrats mehr Kompetenzen für Frauen: "Der römischen Kurie würde es nur gut tun, wenn Frauen dort mehr als bisher ihr frauliches Charisma und ihre fachliche Kompetenz einbringen könnten." Außerdem könnten Frauen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene "Vertreterinnen der Kirche im öffentlichen Bereich von Kultur, Erziehung, Bildung, Politik, Medien" sein.

Kasper betonte, Antworten auf die Herausforderungen der Frauenfrage könnten "letztlich weder Rom noch die Bischofskonferenz geben". Sie würden vielmehr von "prophetischen, charismatischen heiligen Frauen" kommen.

Auch der Mainzer Kardinal Karl Lehmann mahnte eine Entscheidung zum Frauen-Diakonat an. "Unsere Gemeinsame Synode hat den Vatikan gebeten, das zu prüfen. Es wird jetzt Zeit, dass mal eine verbindliche gute Entscheidung fällt", sagte er im Südwestrundfunk. Die Gemeinsame Synode der deutschen Bistümer fand von 1971 bis 1975 statt und gab ein entsprechendes Votum ab. Lehmann betonte, es müsse ein überzeugendes Berufsbild für Frauen gefunden werden, "das wirklich auch dann eine sakramentale Weihe braucht".

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Jürgen Kappel
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