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20.01.2019
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Der Gedenkveranstaltung ging eine Vesper in St. Peter voraus.

Der Gedenkveranstaltung ging eine Vesper in St. Peter voraus (v.l.): Bischof Felix Genn, Propst Jürgen Quante, Nuntius Jean-Claude Périsset und Regionalbischof Dieter Geerlings.

Stadtkomitee gedenkt der Enzyklika-Veröffentlichung vor 75 Jahren

Périsset: "Mit brennender Sorge" auch für heute gültig

Recklinghausen. Der päpstliche Nuntius, Erzbischof Jean-Claude Périsset, sieht den Glauben der Katholiken in Deutschland durch Materialismus und Konsumismus "ständig bedroht". Vor diesem Hintergrund behalte die vor 75 Jahren von Papst Pius XI. gegen die Nazi-Diktatur veröffentlichte Enzyklika "Mit brennender Sorge" ihre "volle Gültigkeit", auch wenn "wir in keiner Verfolgung stehen". Périsset äußerte sich am Mittwochabend (12.12.2012) bei einer Gedenkfeier, zu der das Stadtkomitee der Katholiken in Recklinghausen eingeladen hatte.

In seinem Vortrag legte der Nuntius Entstehung, Inhalt und Folgen des päpstlichen Rundschreibens von 1937 dar, das Bischof Clemens August von Galen allein im Bistum Münster 120.000 Mal drucken ließ. Die Enzyklika verurteilt jegliches Bestreben der NS-Regierung, bestehende Verträge mit der katholischen Kirche auszuhöhlen, Christen zu verfolgen und eine eigene, nicht-christliche "Nationalkirche" zu schaffen.

Erzbischof Jean-Claude Périsset.

Papst-Amt gegen Kirchen-Zersplitterung

Périsset wies auf den päpstlichen Primat hin, den die Enzyklika "eine Gewähr gegen Zufall und Splitterung" nennt. Der Nuntius ergänzte abseits seines Manuskripts: "Es scheint, als wäre das auch für die Kirche in Deutschland heute geschrieben."

In einer Vesper in der Propsteikirche St. Peter, an der neben Recklinghausens Bürgermeister Wolfgang Pantförder auch Fahnenabordnungen vieler katholischer Verbände teilnahmen, rief Bischof Felix Genn dazu auf, das rückblickende Gedenken als "Verpflichtung" zu verstehen. Genn wies auf "heftige Auseinandersetzungen" der Kirche zur Verteidigung des Lebens hin: "Muss es uns nicht mit brennender Sorge erfüllen, dass in diesen Fragen der gesellschaftliche Konsens bröckelt und aus vermeintlich dem Menschen dienenden Gründen Ausnahmen sowohl im Sterbeprozess als auch in der Entwicklung des menschlichen Lebens von Anfang an in den Blick genommen werden?"

Genn: "Kampf für Umkehr des Denkens"

Es sei "ein Kampf nötig, um eine Umkehr der Mentalität und des Denkens zu wagen". Dies gelte auch für das Verständnis von Ehe und Familie und für den Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland.

"Schärfer als vor 75 Jahren" spiele heute die Frage nach Gott eine Rolle. Christen sollten den "Mehrwert und Nährwert" des Gottesglaubens im Leben erfahrbar machen. Genn sorgte sich, Struktur-Diskussionen könnten das gesellschaftspolitische Engagement der Kirche aus dem Blick rücken. Wohl seien innerkirchlich "brennende Themen" womöglich auch deshalb sperrig, weil "in ihnen Wahrheiten verborgen sind, die eine bloß oberflächliche Betrachtung nicht wahrnehmen kann". Abwiegeln und Kommunikationsverweigerung seien jedoch keine Lösungen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterVor 75 Jahren: Enzyklika "Mit brennender Sorge" (13.12.2012)
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDokumentiert: Predigt des Bischofs zur Enzyklika "Mit brennender Sorge" (12.12.2012)
  3. undefinedNuntius erinnert an Enzyklika "Mit brennender Sorge" (08.12.2012)
  4. Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche von A bis Z: Enzyklika
  5. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Bischof Felix Genn

Text: Markus Nolte | Fotos: Markus Nolte
13.12.2012

    1. Dokumentiert: Predigt des Bischofs zur Enzyklika "Mit brennender Sorge"
    1. Vor 75 Jahren: Enzyklika "Mit brennender Sorge"

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