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26.08.2016
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Jedes Jahr zieht die "Kleine Viktortracht" zum Namensfest des Heiligen am 10. Oktober durch die Straßen der Stadt.

Jedes Jahr zieht die "Kleine Viktortracht" zum Namensfest des Heiligen am 10. Oktober durch die Straßen der Stadt.

Keimzelle von Stadt und Glaube

Das Grab des heiligen Viktor in Xanten

Xanten. Der Ursprung der Stadt Xanten liegt in römischer Zeit. Die römische Stadt "Colonia Ulpia Trajana" – kurz "CUT" – verweist wenige hundert Meter neben der mittelalterlichen Stadt eindrucksvoll auf die Vergangenheit, in der die "CUT" nach Köln die zweitgrößte Metropole der römischen Provinz Niedergermanien war. Die Römer bauten diese Stadt nach der Maxime: "größer, schöner, imposanter". Große öffentliche Bauten wurden hochgezogen: Stadtmauer, Tempel, Thermen, Amphitheater. 10.000 Menschen lebten in dieser Stadt. Den germanischen Bauern, die vereinzelt in dieser Region lebten, musste diese Stadt wie die Niederlassung eines anderen Sterns vorkommen.

Auch die Entwicklung des christlichen Glaubens am Niederrhein nimmt in der römischen Zeit ihren Ursprung. Zwischen 360 und 363 erreichte die blutige Christenverfolgung unter Kaiser Julian auch die Colonia. Ihr fielen unter anderem zwei Männer zum Opfer, die in dem Gräberfeld am Rand der römischen Siedlung begraben wurden. Um dieses Feld entstand in früher fränkischer Zeit eine mittelalterliche Siedlung. Schon früh erinnerten sich die ersten Christen der Region an den von den Römern wegen seines christlichen Glaubens hingerichteten Viktor. An dieser Nahtstelle zwischen der römischen und der mittelalterlichen Stadt, entstand bereits um 390 eine "Cella Memoria", ein Gedenkort.

Dieser ist die Keimzelle des heutigen Xantens und auch die Keimzelle der Wallfahrt. Jahr für Jahr pilgern viele Tausend Menschen in den St.-Viktor-Dom, um in der Krypta der Märtyrer der Antike und der Gegenwart zu gedenken. Denn hier liegen der selige Karl Leisner und mit ihm weitere Blutzeugen aus der Nazi-Zeit begraben wie Heinz Bello, Gerhard Storm und Wilhelm Wrede. Hier wird auch des seligen Nikolaus Groß gedacht.

Alle späteren Kirchenbauten bis zu dem heutigen Dom sind über dem von Professor Walter Bader am 26. Oktober 1933 gefundenen Doppelgrab gebaut worden. Bader fand die Skelette zweier Männer im Alter von 30 bis 40 Jahren, die eines gewaltsamen Todes gestorben waren. Einer der Märtyrer wird als der heilige Viktor verehrt. Er ist der Schutzpatron des Xantener Doms.

Die Stätte des Doppelgrabes ist zu einer Krypta ausgebaut worden, die sich schon bald nach dem Krieg zu einer Gedenkstätte für die Märtyrer des Nationalsozialismus entwickelt hat. Die Grundlage dafür ist wahrscheinlich in dem Ausspruch des damaligen Bischofs von Münster und späteren Kardinals Clemens August von Galen zu finden. Er hatte schon 1936 in seiner Predigt, die er anlässlich der Weihe des Altars über dem von Walter Bader gefundenen Doppelgrab hielt, an das Martyrium des heiligen Viktor und seiner Gefährten angeknüpft: "Es gibt in deutschen Landen wieder frische Gräber, in denen die Asche solcher ruht, die das deutsche Volk für Märtyrer hält." Gegenüber der Urzelle des Doms entstand eine schlichte Betonwand, gegliedert in vier große und kleine Nischen, in die Sarkophage und Urnen aus Basaltgestein eingelassen sind.

In den Sarkophagen sind die Blutzeugen begraben, und drei der Urnen tragen die Namen der Konzentrationslager, in denen sie gefangen gehalten wurden: Auschwitz, Bergen-Belsen und Dachau.

Der Dom ist der Mittelpunkt der Stadt. Mit seinen mächtigen, mehr als  80 Meter hohen Türmen ist er bereits von weitem zu sehen. 1180 wurde mit dem Bau der Türme der heutigen Kirche begonnen. 1263 legte Propst Friedrich von Hochstaden den Grundstein zum gotischen Bau, um 1550 wurde der Dom vollendet. 1945 erlitt er schwere Kriegszerstörungen. Seit 1966 wird er wieder für Gottesdienste benutzt.

Durch das Südportal betritt man das Gotteshaus und steht plötzlich in einem Wald von 66 Pfeilern, die das Gewölbe tragen. Von der 3293 Pfeifen umfassenden Orgel aus hat man den besten Überblick. Von hier aus gliedert sich der Dom in das große Mittelschiff und den Altarraum sowie die vier Seitenschiffe – zwei rechts und zwei links. Der Dom ist im Innern prächtig ausgestattet.

Die damaligen Stiftsherren, die im Kapitel rund um den Dom wohnten, waren Kunstliebhaber und statteten ihre Kirche mit kostbaren Altären, Bildern und Wandteppichen aus.

Furchtlos im Glauben

Sein erklärtes Ziel war es, Jesus Christus unbeirrt nachzufolgen. Geradlinig ging Karl Leisner diesen Weg bis zu seinem Tod. Geboren wurde er im Jahr 1915 in Rees. Gegen den Widerstand der Nationalsozialisten studiert Leisner Theologie in Münster. Im November 1939 wird er nach einer Hitler-Kritik verhaftet und nach Dachau transportiert. 1944 empfängt er dort die Priesterweihe. 1945 stirbt Leisner in Planegg.

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